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Deja vu

normal Hertha 2012 09 03 20 08 42FCU 6824Freistoß. Die Schlussviertelstunde läuft und es gibt kurz vor dem Strafraum, beim Spielstand von 1:1, Freistoß für die Gästemannschaft. Eine sehr aussichtsreiche Position.Halblinks. Der Torwart stellt sich die Mauer zurecht.Anlauf.Der Schütze trifft den Ball perfekt, jagt ihn durch die nicht so perfekte Mauer und der Torhüter sieht nicht gut aus, als er den Ball in die Maschen passieren lässt. 2:1, Endstand. Sieg für die Gäste…

Deja vu.

Dieses Bild kommt mir bekannt vor, nur das es nicht mehr der Februar 2011 ist und der Sieger dieses Mal Hertha BSC heißt.

Dieses Mal und auch zum ersten Mal entführen die Hertaner drei Punkte aus der Alten Försterei und wie so oft schreibt der Fußball solche Geschichten, in denen nun die Hertha den Sieg im Derby glücklich und auf eben jene gleiche Weise erzielt, wie der 1.FC Union im Winter des letzten Jahres.

Was wurde nicht alles geschrieben in den letzten Wochen?!Im Berliner Blätterwald raschelte es gewaltig und doch muss man sagen, man hatte fast mit mehr gerechnet. Unterstützt wird das ganze durch die Medien, die in einem solchen Derby natürlich genug Futter für ausgiebige Stories haben und die Stimmung noch mehr aufheizen.

Der Berliner Kurier ermöglichte es in ihrem Sportteil, in der Woche vor dem Derby, Bloggern aus beiden Vereinen über ihren Verein und das bevorstehende Derby zu schreiben. Das dies nicht ohne kleine Sticheleien ablaufen würde war genauso klar, wie auch gewollt und eigentlich auch gut so. Der Berliner stichelt gern und kann genauso gut was einstecken. Dass das Hauptstadtderby dem Rest des Landes relativ egal war, interessiert hier nur weniger.

Alte Geschichten wurden ausgegraben, über die Zeiten, in denen sich Union und Hertha mochten und Sympathien für einander vorhanden waren. Damals konnte nicht mal die Berliner Mauer oder deren Stacheldraht diese Sympathien unterbinden. Heute reicht dafür schon die gemeinsame Ligazugehörigkeit.

Die Zeiten des Miteinanders sind wohl vorbei und die Kluft zwischen beiden Vereinen wächst wohl eher noch an, als das sie kleiner wird.Genährt wird diese These durch die nicht enden wollenden Fäkalgesänge im Berliner Olympiastadion, vornehmlich aus der Ostkurve. 

Den eigenen Unmut über den Stadtrivalen zum Ausdruck zu bringen mag normal sein, aber in Spielen, bei denen den 1.FC Union nicht mal der Gegner ist (zuletzt im Spiel gegen Jahn Regensburg)?
Da drängt sich einem schon die Frage auf, wie man „Support der eigenen Mannschaft“ definiert.

Nun also Derby. Montagabend. Flutlicht und ausverkauftes Haus. Da die Haupttribüne der Alten Förstrei eine Baustelle ist, gehen nur etwa 1500 Fans in den Gästeblock.Diese kamen dann schon deutlich warmgesungen am Bahnhof Berlin Köpenick an und ließen wieder deutlich werden, was sie von Union Berlin halten. Übung darin haben sie ja schon reichlich gesammelt.

Wer jetzt jedoch dachte, dies würde sich im Stadion noch steigern, sollte sich irren.

normal Hertha 2012 09 03 20 10 27FCU 6094 Der Fanblock der Hertha lieferte einen recht ordentlichen Support und von den Fäkalgesängen war bis auf einige Ausnahmen weniger zu hören. Dass dies durchaus überraschend war, zeigte das letzte Derby, als der Support doch sehr limitiert war.

Deutlich wurde jedoch, dass der Gästeblock in keinster Phase des Spiels in der Lage war, der Stimmung in der Alten Försterei Paroli zu bieten. Zu laut und ausdauernd wurde der 1.FC Union von den Rängen nach vorn gepeitscht.

Eingeleitet wurde das Spiel von einer zweiteiligen Choreo auf der Waldseite. Im ersten Teil eine kleine Stichelei über das verlorene Derby in Form einer Blockfahne, dazu ein Spruchband darunter, der auf die erfolglosen rechtlichen Schritte der Charlottenburger nach dem verlorenen Relegationsspielen gegen Düsseldorf anspielt.

Im zweiten Teil dann eine weitere Stichelei, die auf Herthas „Berlin ist blau-weiss“ zurückzuführen ist. Untermalt von einem Fahnenmeer im Stil der Berliner Landesfarben und einem Bären im Uniondress. 

normal Hertha 2012 09 03 20 11 47FCU 6839

Die Stimmung war eines Derby würdig und wurde auch bis lange nach dem Abpfiff aufrecht erhalten. Die Mannschaft verließ unter Beifall das Stadion, denn auch wenn dieses so wichtige Derby nicht gewonnen werden konnte, so hat die Mannschaft dennoch gezeigt, was man in der Alten Försterei von ihr sehen will – bedingungslosen Kampf bis zu Erschöpfung. Dort wird kein Spieler ausgepfiffen oder vor dem Abpfiff das Stadion verlassen, weil die eigene Mannschaft verliert, denn das alles gehört zur Fankultur des 1.FC Union Berlin.

Nach dem Spiel kochten die Emotionen natürlich auf beiden Seiten hoch und in solchen Momenten sollte man seine Worte bewusst wählen. Einem Christopher Quiring, der seines Zeichens Vollblutunioner aus dem eigenen Nachwuchs ist, hat man sicher keinen Gefallen getan, in dem man ihn direkt nach dem Spiel interviewte. Dass man sich auch gekonnt zurückhalten kann, zeigten die erfolglosen Versuche Einiger auf der Waldseite, die Fäkalgesänge der Herthaner zu kontern. Die Anläufe wurden im eigenen Block niedergepfiffen oder durch lautstarke UNION-Gesänge solange übertönt, bis sie verstummten und zeigen welche Einstellung vertreten wird. Ob dies allerdings, zumindest zur Zeit, auch in der Ostkurve des Olympiastadions  möglich wäre, sei dahin gestellt

Alles in allem, ein packendes Derby, dass auf jeden Fall Lust auf das Rückspiel im Februar macht. 

Eisern Union

 

 

Über Daniel Buschke

4 Kommentare

  1. Also glücklich gewonnen sieht anders aus.
    Glücklich könnte man auch darstellen, wie es überhaupt zum Ausgleich kommen konnte und durch Hubnik zustande gekommen ist.
    Aber das sei jetze erstmal dahingestellt und führt nur zu Augenwischerei.
    Was soll die Äußerung, mit den nie endenen Fäkalsgesängen vornehmlich aus dem Bewreich der Ostkurve?
    So eine wichtige Stellung/Stellenwert wird da doch nicht eingenommen, uns im heimischen Wohnzimmer dauernd über euch auszulassen!
    Warst Du denn vorort um dies so darstellen zu können oder wie kommt es zu dieser These?
    Lediglich gab es den Schlachtgesang…”Eine Stadt…ein Verein…HERTHA B.S.C.”…und es mag sein,dass es evtl verschwimmt mit SU…SU…oder es sich ein kleiner MOB mehr angezeckt war jetze schon zu sticheln und eben nicht die ganze Kurve und das schon nach Schlusspfiff!!!
    Am Bahnhof angekommen, verlief sogar noch alles weitestgehend ruhig.Erst als man schon verbal angepöbelt worden ist, von naja mir fehlen die Worte und will mal sachlich bleiben “Fans” die versteckt hinter der Polizeikette aufmuckten.Weitere irritierende und halbherzige Rufe gab es noch aus einer Kneipe im Bahnhofsbereich von sogenannten Urgesteinen…ach wat soll´s Alk-Assi´s…denen man sich aber nicht mehr weiter zuwandte.
    Geschlossen ging es dann wohlgemerkt zu dem Wellblechkasten.
    Uppps…schon wieder ne Stichelei…damn…^^
    Bist Du uns denn gefolgt um diese Darstellung tätigen zu können und hattest nichts besseres zu tun?!?
    Und mal ganz ehrlich,den Support des Spiels, scheinst Du nicht richtig wahrgenommen zu haben.
    Es mag sein, dass ihr zeitweise mal laut gewesen seid beim Einlauf eurer Mannschaft und beim Ausgleich,wenn man aber bedenkt,dass wir lediglich mit einem MOB von 1200 Mann vorort waren, wobei sich das hier auf nen harten Kern von evtl. 800 Mann beschränkt, haben wir den Kasten mehr als gerockt und selbst im TV hat man von euch nichts mitbekommen und nur B.S.C.-Gesänge.
    Ach so stimmt…Sport1 ist ja nen “West”-Anbieter und hat die Mirkofone instinktiv zum Gästeblock ausgerichtet-mein Fehler…^^
    Es gab vielleicht mal drei Schlachtrufe mit sogenannten Fäkalgesängen,der Rest bezog sich auf unseren Verein…Hertha B.S.C.
    Na okay, es gab noch ne kleene zusätzliche Choreo mit Turnschuhen und nem Hinweis,dass nen WE vorher eure Jungenz ihre Turnschuhe verloren hatten und nun Barfuß durch Wedding laufen mussten.
    Wieso eigentlich?!?Passiert eben, wenn man Größenwahnsinnig ist!!!
    Der Verlust der Schuhe und einhergehenden Niederlage führten nun zu dieser Einlage und so ging man mit nem zweiten Sieg innerhalb einer Woche wieder Richtung Heimat.
    DERBYSIEGER!!!
    Und in der Rückrunde schauen wir dann, der der wahre Stadtmeister ist!!!
    Auch hätte ich gerne ausführlicher mit meiner Wortwahl agiert, aber dit konnte ick jetze so nicht stehen lassen.
    Einfach mal das Spiel im TV für sich sprechen lassen.
    Ach so…und Wahnwitzig und lächerlich ist die “Kampagne”-KULTURKAMPF!!!
    Aber die Mühe, das jetze noch politisch und geschichtlich auseinanderzunehmen…neeee…einfach lächerlich und armselig.
    Und bei uns gibt es kein Ost oder West…wir sind eins…wir sind Hertha B.S.C.
    So ein Qu(ark)iring steht im Prinzip für die Masse…bei manchen fällt die Mauer eben nie und hängen sich an sowas auf…!!!

  2. Hallo du Blogger, bevor du die sog. Fäkalgesänge der Herthafans kritsierst, surfe doch mal bei youtube vorbei und sieh dir an bei welchen Gelegenheiten sog. Unionfans das „Dynamolied“ (die Textzeile ist ähnlich Fäkalisiert wie das von den Herthafans) singen. Und das obwohl, na – du ahnst es sicher schon, Dynamo (welcher Verein auch immer ) gar nicht gegen Union spielt. Selbst bei euch im Forststadion durfte ich schon euren aktuellen Trainer und ein paar Spieler dieses Lied singen höre, sogar mit Mikrofonn – und du ahnst es, auch hier war es kein Spiel gegen Dynamo. Wie kommt es das du das nicht weisst? Oder passt das nicht in euer Kultimage?
    Statt dessen weisst du aber, dass in der Ostkurve das Lied ständig gesungen wird. Wo gehst du denn nun hin, OK oder WS?
    Ihr macht mit dem Bärliner Bären Werbung und wollt doch gar kein Berliner Verein sein. Oder nun doch kein Kiezclub mehr? Ach ja, habt ja bald 3 Sitzschalen mehr bei euch. Warum eigentlich Sitze. Ihr wollt doch alle stehen.
    Tja nun hast du so einen tollen Bereich geschrieben und man könnte glauben du warst weder im Stadion noch hast du Ahnung von deinem Rot Weissen Verein.

  3. Oh mein Gott, seid ihr limitiert!
    Die Fäkalgesänge abzustreiten ist ja wohl das Lächerlichste, was ich seit langem gelesen hab.
    Allerdings muss ich zugeben, dass der Hinweis auf die “dy***o”-Gesänge nicht von der Hand zu weisen ist. Dies ist und bleibt nunmal unser Erzfeind und wenn wir nun der eure sind…so what.
    Dass ein Herthaner, der im Gästeblock stand, glaubt, ihr hättet das Stadion gerockt, ist nachvollziehbar. Es war mMn der beste Support, den ihr je bei uns abgeliefert habt. Allerdings weiß jeder neutrale Beobachter, der nicht 5 m neben euch stand, dass die AF bebte. Aber nicht wegen der blau-weißen Schlachtgesänge. Nein, WIR haben ganz klar den Ton angegeben.
    Und wenn ich euren Support schon lobe, dann muss man mal auch die ganze Wahrheit schreiben: Es lief für euch – erst Führung (Stimmung), dann Ausgleich (Totentanz), dann Sieg (Stimmung). Im Gegensatz zum Union-Support – Rückstand (Stimmung), Ausgleich (kollektives Ausrasten), Niederlage (Stimmung)! Ich hab bei euch noch nie erlebt, dass ihr nach ´nem Ausgleichs- oder Führungstor der Gäste weiter gerockt habt. Und ja, ich war oft bei euch – jobmäßig!
    Apropos Ton angeben: @1312 – den Hinweis auf Sport1 hättest du dir klemmen können….oder ernst meinen. Denn dort ist man belegbar nicht Union-affin. Und ja – die Mikros standen bei euch.
    @wurst – was sollte bitte der Hinweis auf die Sitze? Wir bauen in unser Stadion nur so viele Sitze ein, wie vorgeschrieben. Und wenn jetzt ein paar Leute mehr reinpassen, sind halt auch ein paar Sitzplätze mehr (ebenso mehr Stehplätze…).
    Ach, eins noch – den Kiezklub kannste dir sparen. Den wollen uns die Medien (oder ihr) anhängen. Der ist aber schon belegt, allerdings im Norden.
    Wir fühlen uns in unserer Nische wohl, zeigen euch halt nur gern, dass eben nicht GANZ BERLIN blau weiß ist! So wie eben nicht ganz Berlin mit euch fiebert. Die Sprüche lassen wir euch gern!
    u.n.v.e.u.

  4. Es ist schon erstaunlich was einige Leser in die Texte der Blogger hinein interprätieren und wie weit die Meinung eines guten Supports auseinnander gehen.
    Ihr sagt ihr habt „gerockt“ ? Schau dir eurer Derbymarschvideo mal bis zum Ende an – http://www.youtube.com/watch?v=Cid6wqx_YuY – selbst nach eurem Sieg, gefilmt aus eurem „rockenden“ Block hört man immernoch deutlich die Unioner. Zu der Zeit war das Stadion schon längst nicht mehr voll. Wir wollt ihr „gerockt“ haben? Ihr schafft es nicht mal euer Stadion zu rocken. Wie auch – Schulklassen werden euch wohl kaum beim Support helfen.

    Dynamo ist mtitlerweile so unwichtig und Antidynamo-Lieder wurden im Stadion schon ewig nicht gesungen. Mir persönlich sind die weiß-roten total egal. Spielen mittlerweile sogar unter unserer Zweiten.

    Steigt bloß wieder auf bevor ihr auch den Letzten noch am Arsch vorbei geht.

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