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Mein Weihnachtswunschzettel 2017

Vor einigen Jahren wurde mir vom ehemaligen Finanzvorstand des FCK auf die Bitte nach Einsicht in ein Schriftstück, das an den Satzungsausschuss gerichtet und in dem ich Mitglied war, mit „Das können Sie sich auf Ihren Weihnachtswunschzettel schreiben“ geantwortet. Mein Wunsch, er möge bald Vergangenheit in unserem Verein sein, hat sich erfüllt, also versuche ich es dieses Jahr wieder.

Morgen, am ersten Adventssonntag 2017, findet eine der wichtigsten Jahreshauptversammlungen der Vereinsgeschichte statt. Die „Unzerstörbar“ segelt nicht nur in hohem Wellengang – sie droht in einem Orkan unterzugehen.

Die wichtigste Entscheidung am morgigen Tag wird die Wahl des neuen Aufsichtsrates sein. Der Aufsichtsrat setzt den Vorstand ein, er kontrolliert ihn – er macht ihm aber auch Vorgaben, in welche Richtung das Schiff segeln soll und in welcher Art und Weise. Arbeitet der Vorstand nicht erfolgreich, so hat der Aufsichtsrat einzugreifen.

Warum die „Unzerstörbar“ in dieser Schieflage ist, würde Bücher füllen. Die Frage ist, wie geht es nun weiter? Wer schafft es, sie in ruhige Fahrwasser zu manövrieren, Hilfe von außen zu holen oder sie notfalls wieder zu reparieren und neu starten zu lassen?

„Aus der Region“ und „Dauer der Mitgliedschaft“

Oft wurde nur erwähnt, dass der AR „aus Kaiserslautern“ kommen sollte. Ich bin der Meinung, dass es dabei nicht um Fahrtkosten geht oder die Anwesenheit bei Sitzungen – das ist alles lösbar. Allerdings wünsche ich mir einen AR, der präsent ist, der bei Spielen und anderen Veranstaltungen ansprechbar ist, den man „greifen kann“.  Wenn nun jemand weit weg wohnt, gerade in den Verein eingetreten ist und damit noch nie bei einer JHV war – und man ihn irgendwie „nicht kennt“, dann habe ich Bedenken. Zum einen, was die Beweggründe sind, plötzlich im wichtigsten Vereinsgremium mitwirken zu wollen. Und zum anderen, ob derjenige es dann wirklich schafft, „greifbar“ zu sein.

Welche Qualifikationen muss der AR haben?

Er muss die richtigen Vorgaben an den Vorstand machen. Auch wenn die umgesetzten Summen mittlerweile gigantisch sind und viele Dinge wie bei „normalen Unternehmen“ laufen – einiges ist bei einem Fußballverein eben doch anders: Wie ticken die Fans? Was muss man tun, um Sponsoren zu finden? Wie stoppe ich die um sich greifende Emotionslosigkeit, die sich direkt auf die Einnahmen auswirkt – wirklich „nur“ durch gute Spiele? Oder sind es nicht auch die vermeintlich kleinen Dinge wie funktionierende Eintrittskarten und Online-Zugänge, tolles Merchandising, eine transparente, ehrliche Vereinsführung oder ein „echtes“ Wir-Gefühl? Um hier richtig zu steuern und auch die richtigen Personalentscheidungen zu treffen, muss der AR Ahnung vom Vereinsmanagement haben.

Um den Vorstand zu kontrollieren, muss er sich in sämtliche Vorgänge rund um den Berg einarbeiten und sie bewerten. Dazu muss er die Bilanz lesen und auch bilanzpolitische „Tricksereien“ verstehen und bewerten können. Er muss für Notfallszenarien gewappnet sein: eine Insolvenz abwenden, im Abstiegsfall richtig handeln. Und zusätzlich: Das alles im Sinne des Vereins.

Die Wahl

Nun hat man morgen die Wahl. 17 Bewerber gibt es, jeder konnte sich in einem Interview online und auch bei Fanveranstaltungen vorstellen. Bei der JHV hat jeder Bewerber drei Minuten Zeit sich zu präsentieren. Sehr wenig, wenn man bedenkt, wie wichtig die Wahl für die Zukunft des Vereins ist. Zu schnell lässt man sich von Sympathie oder einer tollen Rede blenden. Aber kommt es darauf wirklich an? Wie gut sich jemand verkaufen kann?

„Meine“ Kandidaten

Ich habe nun das Glück, einige der Kandidaten gut zu kennen und mir bei deren Wahl 100%ig sicher zu sein, die richtige Entscheidung zu treffen.

Mit Jochen Grotepass war ich im Satzungsausschuss und bin ich im Arbeitskreis Ausgliederung aktiv. Wir haben gemeinsam mit der Perspektive FCK die Meisterschale für das Museum organisiert. Seit Jahren kämpft er wie ein Löwe dafür, dass die Satzung eingehalten wird, dass die Mitglieder und Fans im Verein Gehör finden, dass die Wahrheit gesagt und nichts vertuscht wird. Er hat nie aufgegeben, egal welche Rückschläge kamen. Ich kenne niemanden, der sich in der FCK-Bilanz so gut auskennt, wie er. Komplexe Finanzangelegenheiten kann er einfach darstellen und das ganz ohne „Tscharts“. Jochen lässt sich nicht verbiegen, scheut keine Diskussion, ist zuverlässig und ausdauernd. Wenn er etwas sagt, dann ist das so. Er ist aus meiner Sicht prädestiniert für den Job in einem Kontrollorgan wie unserem Aufsichtsrat.

Es gibt wohl niemanden im FCK-Umfeld, der sich im Sponsoring und im Fußballumfeld so gut auskennt, wie Patrick Banf. Er hat viele Jahre lang die Sponsorings der Deutschen Vermögensberatung und von Karlsberg beim FCK betreut, er weiß einfach, wie Sponsoren ticken. Er hat aus einer kleinen Werbefirma eine angesehene Sportsponsoring-Agentur gemacht, die professionell arbeitet. Aus wenig viel machen – das brauchen wir dringend. Gerade im Bereich Sponsoring, aber auch Merchandising fehlt Kompetenz im Verein. Dazu braucht es jemanden im Aufsichtsrat, der Ahnung davon hat – damit er die richtigen Vorgaben machen kann. Er ist Lautrer, kennt den Verein sehr gut und ich denke, dass er eine große Hilfe sein kann, den Verein wieder voranzubringen.

Wilfried de Buhr, er war als Geschäftsführer und Aufsichtsrat beim FCK tätig, ist Betriebswirt und seit 40 Jahren in Geschäftsführungsverantwortung tätig. Er kennt das Fußballgeschäft seit Jahrzehnten und ich bin mir sicher, dass er den Job als Aufsichtsrat mit Umsicht und Ruhe im Sinne des Vereins ausführen wird.

Jürgen Kind, der einzige Aufsichtsrat, der wieder kandidiert. Ich bin überzeugt davon, dass er es die letzten Jahre nicht leicht hatte und dass er immer im Sinne des Vereins gehandelt hat. Manchmal hätte ich mir gewünscht, dass er „auf den Tisch haut“, um Dinge zu verhindern – aber das ist von außen leicht gesagt. Auf jeden Fall würde es den neuen Aufsichtsräten die Sache leichter machen, wenn jemand im Gremium vertreten ist, der sämtliche Vorgänge bereits kennt.

Wenn ich sicher wüsste, dass Menschen im Aufsichtsrat sitzen, die eine große wirtschaftliche Kompetenz mitbringen, dann wäre meine fünfte Stimme Dagmar Eckel sicher. Ich bin überzeugt davon, dass sie dem Verein helfen könnte, wieder „zu sich selbst“ zu finden – etwas was über die letzten Jahre verloren gegangen ist.

Mein Weihnachtswunschzettel

Um zu meinem Weihnachtswunschzettel zurückzukommen. Der FCK muss es schaffen, aus der aktuell massiven Schieflage herauszukommen. Der Aufsichtsrat muss das Ruder festhalten und die richtigen Entscheidungen treffen. Dazu müssen die Vereinsmitglieder die richtigen Steuerleute ans Ruder stellen. Es wird für den FCK überlebenswichtig sein, hier richtig zu wählen. Das wünsche ich mir.

Über Charly RedDevil

Charlotte Basaric-Steinhübl, geboren 1974, Lautern-Fan seit über 30 Jahren

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