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Weichenstellung FCK JHV 2014
Weichenstellung FCK JHV 2014

Partner für rosige Zukunft gesucht – oder doch eher Flaschen sammeln für die Lizenz?

Puff – plötzlich war es in der Welt, das Gerücht um den großen Investor. Das Stadion möchte er kaufen, das Gelände drumherum – und in den FCK investieren. Sogar in der dritten Liga.  Die Begeisterung im Internet kannte keine Grenzen. „Endlich geht es wieder aufwärts.” “Wer jetzt noch etwas gegen die Ausgliederung hat, der hat keine Ahnung.” “Ausgliedern – egal wie.” und so weiter und so fort. Am gleichen Tag wurde zurückgerudert. Es hätte Gespräche gegeben. Wie zuvor auch schon. Aber: Damit ein Investor überhaupt einsteigt, muss schon ausgegliedert sein.

Also schnell schnell die Presse einladen (aber nur ausgewählte Vertreter), ein paar Infoveranstaltungen für die Fans organisieren, den Arbeitskreis Ausgliederung bei einer Telefonkonferenz schnell informieren, wie es gemacht wird und direkt eine außerordentliche Versammlung für den Januar planen, in der dann ausgegliedert wird. Damit alles vorbereitet ist, wenn irgendwann der goldene Ritter vor der Tür steht.

Die Ausgliederung soll ein Vier-Säulen-Modell sein, so soll es einen großer Ankerinvestor und einen stillen Gesellschafter geben, außerdem haben kleinere Sponsoren die Möglichkeit Anteile zu erwerben und die Fans können Anteile an “ihrem” Verein kaufen.

Wie ist nun der aktuelle Stand der Dinge? Mit einem etwaigen großen Ankerinvestor werden Gespräche geführt, wie mit anderen Interessenten zuvor auch. Er habe seriös gewirkt, hört man aus dem Rathaus. Nun denn. Voraussichtlich wird bis Januar 2018 kein goldener Ritter vor der Tür stehen. Die Fans können voraussichtlich auch keine Anteile erwerben. Die Zeit bis dahin reiche nicht, um das Wertpapierprospekt fertig zu haben. Auf Nachfrage im Arbeitskreis, warum man dann so schnell den Termin mache, wenn es noch keinen großen Investor gibt und die Fans auch noch nicht einsteigen können kam die Antwort von Finanzvorstand Klatt: “Wenn Sie sich die Bilanz angesehen hätten, … dann wüssten Sie, dass wir keine Zeit haben.”

Die Ausgliederung habe aber nichts mit der aktuellen Situation zu tun, hat Vorstand Gries über die Medien verlauten lassen. Man habe das Ziel, mit der Ausgliederung wieder in der Bundesliga zu spielen.

Nun stellt sich die Frage, welches Ziel mit dieser Ausgliederung wirklich verfolgt wird: Sucht man einen strategischen Partner, mit dem dann (angeblich) alles professioneller wird? Hat man ein Konzept, wie man das eingenommene Geld (von dem nicht viel übrig bleiben dürfte, da man auch die Anleihe zurückzahlen muss) nachhaltig investiert, um das Ziel Bundesliga zu erreichen? Oder ist man eher auf der Suche nach den Krümeln, indem man versucht, die Sponsoren zu überreden, jetzt auch noch Anteile zu kaufen – damit der Spielbetrieb und die Lizenz gesichert ist?

Zu Beginn ihrer Amtszeit haben die Vorstände und der Aufsichtsrat Transparenz versprochen. Wenn man jetzt davon spricht, auszugliedern, um den Verein in eine goldene Zukunft zu führen und gleichzeitig keine Zeit hat, ein Wertpapierprospekt aufzulegen, dann sagt dies viel über die wahre Intention aus.

Ja, die Wahrheit ist nicht sexy und ist nicht so gut zu verkaufen, wie der Traum von der Bundesliga – aber angelogen wurden die Fans und die Mitglieder in der Vergangenheit genug. Die sinkenden Zuschauerzahlen, die fehlenden Emotionen – das ist nicht nur auf die Spielergebnisse zurückzuführen. Es sind die vielen Enttäuschungen der vergangenen Jahre. Eine Ausgliederung unter falschen Voraussetzungen wäre diesbezüglich der Höhepunkt.

Über Charly RedDevil

Charlotte Basaric-Steinhübl, geboren 1974, Lautern-Fan seit über 30 Jahren

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