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Faszination eSport und Streaming: Interview mit heyrod1990

Es wird Fußball gespielt, das Stadion ist voll, 1 Millionen sitzen vor dem Bildschirm und schauen gespannt zu. Ganz normal? Nein, denn es handelt sich hierbei um eSport. Profi-Gamer treten in Turnieren gegeneinander an und spielen dabei um das große Geld, viele der Profis sind bereits Multi-Millionäre. In einer US-Universität gehört Zocken bereits zum Lehrplan.

In einer 3-teiligen Serie möchte ich mich mit diesem Thema genauer befassen und herausfinden, was hinter der Faszination eSport und Streaming steckt.

Anfangen möchte ich dabei mit einem noch recht neuen Streamer, der bereits erfolgreich durchgestartet ist. Sein Name ist Konrad, 26 aus Niedersachsen. Konrad spielt unter dem Nickname heyrod1990 und bietet in seinen Livestreams hauptsächlich das Spiel FIFA17 an.

Konrad gehört zu den Streamern im Netz, die eine große Sympathiewelle erreichen. In kleinen Interviews mit seinen Zuschauern wird immer wieder Bodenständigkeit, die ruhige Art und die Hilfsbereitschaft erwähnt. Aber besonders vorgehoben wird die Kommunikation mit seinen Zuschauern, denn diese Form ist ungewöhnlich und gleichzeitig erfolgreich sympathisch.

Streamlink ist: https://www.twitch.tv/heyrod1990

Ich habe Konrad dann um ein Interview gebeten und einige interessante Antworten erhalten.

Du hast mittlerweile mehr als 2.000 Follower, wahrscheinlich sogar mehr als 2.500 wenn dieses Interview rauskommt. Mit welchen Erwartungen bist Du gestartet?

Das es jetzt schon über 2000 Follower sind und das in solch kurzer Zeit, hätte ich nicht erwartet. Ich streame erst seit drei Monaten und ich weiß ich bin noch ziemlich am Anfang was das Streamen betrifft. Ich bin mit keinen Erwartungen an die Sache rangegangen. Es begann alles durch einen spontanen Stream, da ein Freund auch gelegentlich für sich gestreamt hat, wo paar Zuschauer dabei waren und er sich mit ihnen nett unterhalten hat.
Da ich in diesem Zeitraum bei Fifa17 eine Squadbuilding-Challange angefangen habe, diese auch viel Zeit in Anspruch genommen hat, dachte ich mir:“ hey wieso probierst du es nicht auch einfach mal“. Ohne jegliche Ziele und Erwartungen.

heyrod3Wo kommt die Faszination deiner Meinung nach her, anderen Menschen beim Spielen von Videospielen zuzuschauen?

Meiner Meinung nach sammeln sich viele dadurch Tipps um sich zu verbessern. Andere möchten sich vielleicht ein Spiel kaufen und haben so die Möglichkeit sich durch einen Streamer das Spiel beurteilen zu lassen. Sie sehen live wie sich das Spiel spielen lässt.
Einige haben mir sogar berichtet, dass sie lieber einem Streamer zuschauen, als sich vor den Fernseher zu setzen. Viele sehen es als eine größere und bessere Unterhaltung im Gegensatz zum Fernsehen. Sie haben die Möglichkeit sich mit der Community und dem Streamer selbst auszutauschen, neue Leute kennen lernen, sie fühlen sich wie in einem Verein/einer Gemeinschaft zu geordnet.

Als Streamer trägt man in gewisser Weise auch eine Verantwortung mit sich, denn viele Menschen jüngeren Alters blicken zu den großen Spielern auf, kopieren das Spielverhalten und übernehmen Aufstellungen und deren Taktik. Ist man sich dessen bewusst und wie geht man damit um?

Am Anfang war es mir noch nicht so bewusst wie viel Verantwortung dahinter steckt. Das kam erst nach und nach, dass man merkt in was für einer Vorbildfunktion man sich hinein arbeitet. Man achtet auf seine Aussprache, versucht Konflikte im Chat zu lösen oder man versucht jeden seiner Zuschauer zu helfen/unterstützen. Bei Fragen zum Spiel oder sogar auch in privaten Sachen. Es baut sich tatsächlich eine Bindung zwischen den Zuschauern und dem Streamer auf. Und man freut sich diese Menschen jedes Mal in seinem Stream wieder zu sehen. Dadurch wird es einem immer mehr und mehr bewusst, dass man Verantwortung tragen muss.

Wie ich damit zurzeit umgehe?

Ich lasse mir viel Zeit für die Zuschauer. Nach dem Stream nehme ich mir die Zeit für deren private Nachrichten. Ab und an mache ich ein Small-Talk-Stream, um mich mit der Community über das Spiel, die Weekend-League, etc., auszutauschen.

Du unterstützt aktuell mit deinem Stream das Tierheim Rotenburg. Wie kam es dazu?

heyrod1Da muss ich wirklich von Beginn an anfangen. Am Anfang war es so, dass ich keine Donations/Trinkgelder von Zuschauern angenommen habe, geschweige es überhaupt wollte.

Nach 1 1/2 Monaten hat mich meine Community selbst davon überzeugt so ein Button einzuführen, um damit mein Stream zu verbessern. Dazu muss ich erwähnen, dass ich ohne jegliches Equip mein Streamen begonnen habe. Außer einem gewöhnlichen Headset und einer PS4-Camera besaß ich nichts an qualitativ hochwertigen Equipment.
Nachdem dieser Button online war, hätte ich niemals mit diesem Ausmaß an Unterstützung von meiner Community gerechnet. Innerhalb kürzester Zeit konnte ich mit ihrer Hilfe meine Ausstattung ausschlaggebend verbessern.

Da ich jetzt sehr zufrieden und stolz mit meinem Equip bin, habe ich gemerkt was für eine Power hinter dieser Community steckt. Da ich geben schöner finde als Nehmen, dachte ich mir, ich starte eine Charity-Aktion von 555,00€ für ein Tierheim. Warum ein Tierheim? Es gibt viele Tierheime/Tierschutzverbände die nur von Spenden sich aufrechterhalten. Da meine Verlobte und ich selbst mit Tieren groß geworden sind und zurzeit auch selbst stolze Hundebesitzer sind, wissen wir wie schwer es Tierheime haben.
Gerade für das kleine Tierheim in Rotenburg ist dies eine große Summe. Sie können den Tieren Futter kaufen, Decken, Spielzeug, etc. Es ist einfach unfassbar was man mit einem Stream bewirken kann.

So ein Stream ist neben der Arbeit sehr Zeitaufwendig, strebst Du das Streaming oder den eSport in Vollzeit an?

Ja, es ist sehr zeitaufwendig. Man muss sich für sein Kanal viel Zeit nehmen, Geduld ist da das perfekte Wort für. Man muss es als Hobby sehen und auch wirklich mit dem Herz dabei sein. Momentan strebe ich es nicht als Vollzeit an, mein Ziel ist es aber Twitch-Partner zu werden.
Für den eSport habe ich mir noch keine zukünftigen großen Gedanken gemacht.

Was kannst Du neuen Streamern für Tipps mit auf den Weg geben?

Sie müssen ehrlich sein und einfach sie selbst sein. Sie sollten nicht in eine Rolle schlüpfen nur um anderen zu Gefallen. Was das Equipment angeht, sollten sie klein anfangen. Man sollte erst mal reinschnuppern und schauen wie es sich entwickelt, bevor man sehr viel Geld reinsteckt.
Um den Kanal zu gestalten kann ich nur raten sich viele Youtube Videos anzuschauen, dort gibt es wirklich sehr gute Tipps sich seinen eigenen Kanal zu gestalten. Lasst euch nicht von den Hatern runterziehen. Den einen von 100 gibt es leider überall. Baut man sich seine Community so auf wie ich es erleben durfte, geben die einem das beste und ehrlichste Feedback zurück.

Wie wird sich die eSport Szene entwickeln? Viele reden bereits von Nationalteams, dafür müssten aber andere Teams es Schalke und Wolfsburg gleich tun in Deutschland.

Es wird nicht aufhören. Es wird größer und größer. Das Interesse von Gaming in Verbindung mit großen Turnieren, sich dort messen zu können, ist ein sehr großer Reiz für die Gamer. Der asiatische Markt macht es schon sehr gut vor was für ein Potenzial dahinter steckt. Es ist nur eine Frage der Zeit bis auch andere Vereine in Deutschland einsteigen.

Fotoquelle: Twitch.TV

Über Matthias Saathoff

Matthias Saathoff
Ich bin der Matthias Saathoff, Baujahr 87 und seit 1992 leidenschaftlicher BVB Fan.

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