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Bedienung! – Arminia gegen Aue

Rundumbeobachtungen

Zu Beginn erstmal ein Sorry für die lückenhafte Bedienung in letzter Zeit – Wir hatten hier Website-Probleme, denen die Rundumbeobachtungen vom Kiel-Spiel (Spiel-Kiel?) und vom Spiel der Ladies gegen Delmenhorst zum Opfer fielen. Nun schnurrt aber alles wieder, Arminia spielt gegen die Grube, den Schacht, des Ostens Fußballmacht.

Nach langer Zeit fährt der Rundumbeobachter mal wieder mit den Öffis seiner Wurzelstadt zum Spiel. Durchsage im Bus: „Die Haltestelle Ostbahnhof wird als letztes bedient“. Das kenne ich, die habe ich auch schonmal bedient. Einmal Pommes, ein großes Bier und zwei Korn. Ja, über solche Scherze komme ich an meine Leitmotive.

Riesengedränge vor dem Eingang Süd. Die Ordnungsorgane versuchen sich an Massenbedienung. Diesmal: Von vorne und von hinten abfummeln. „Ich hab keine Pyro dabei…nur’ne Panzerfaust, höhöhö…“. Gewissenhaft, wie die Kontrollettis sind, müssen sie in solch einem Fall bestimmt erst irgendwo fragen. Anyway, es ist voll. „Wir sehn uns.“ – „Jau, spätestens auffe Arbeit.“.

Beide Teams neutralisieren sich zu Beginn im Mittelfeld. Die Zweikämpfe gehen gut rund, die Strafräume sind erstmal egal. Der erste gefühlte Druck entsteht bei einer Eckballserie der Gäste, ebenso gewissenhaft wie erfolglos ausgeführt durch Althauer Tiffert. So leidend, wie der guckt, als er zur Eckfahne stakst, lernt er entweder einen Text von Tim Bendzko auswendig oder hat Verstopfung (was aus künstlerischer Sicht aber so ziemlich dasselbe ist).

Stimmung auf den Rängen ist gut und laut, von beiden Seiten. Kerschi hat die erste Dicke für den DSC, sonst ist unten nicht viel los. Für Erheiterung des Publikums sorgt Lothar mit einer Durchsage. Der Motor eines BMW laufe „immer noch“. „Nicht mehr lange.“, kommentiert Block 3. Aue hat zwei Chancen, erst schießt Köpke knapp daneben – „Huihuihui…“. Dann schafft es Ortega zusammen mit dem Rest der Defensive, einen Köpke-Kopfball von der Linie und aus dem Strafraum zu stochern. Doppel- „Huihuihui“.

Block 3 fängt an zu dösen, es braucht einen Weckruf. „Gerne“, denkt sich Flotze Dick, wirft schnell ein, Fabi bringt das Ding nach vorne, Kerschi steckt durch, Männel fällt sein kurzes Eck zu spät ein, Vogi nicht. 1:0, JAAAAA! Can-Can tanzen! Alle bedient? Alle wieder wach? Gut. Dann können wir ja Pause machen.

Halbzeit. Für ostwestfälische Verhältnisse haben wir uns überraschend schnell an die neue Senfbedienung gewöhnt. Wo es früher die pupsenden Senf- und Ketchupflaschen gab, gibt es heute Zapfstationen. Sie verleihen unseren Wurstbuden im Schatten der Südtribüne internationales Flair. Heinz-Mustard, der beliebteste Senf Amerikas!

Wenn wir schon übern Teich sind – der Support der zweiten Hälfte beginnt mit der Battle Hymn of the Sportclub. „Shaaaalalalalalalaaala, Deutscher Sportclub schießt ein Tor!“. Guter Roar, mal von Block 1, mal von Block J. Die Blauen sind erstmal passiv, aber konzentriert. Die Versuche der Sachsen, schnell zu kombinieren, werden unterbunden. Teen-Profi Roberto Massimo ist hier zu loben: Nicht nur spielt er lebendig nach vorne, sondern arbeitet auch nach hinten – und bleibt in den meisten Zweikämpfen Sieger. Trotzdem wünscht sich Block 3 etwas mehr offensive Bedienung. „Beißt mal die Zähne raus!“. Kopfkino…Wie das wohl aussieht? OOOOUUUH, Vogi an den Pfosten! So also. Alles klar.

Allmählich fühlt sich das Spiel nach einem Dreier an. Der Armine an sich hat da aber gerne Sicherheit. Die Süd stimmt No Limit an. Wie…No Limit ohne Tor? Drehen wir jetzt die Reihenfolge um und nehmen mit No Limit ein Tor vorweg?

Wir nehmen sogar Historisches vorweg. Vogi bedient Fabi, der ignoriert mit dem Ball am Fuß Torwart Männel und noch ein paar Verteidiger und flext die Kugel ins Netz. BaBAAAAM! Die Tanne, das Kettenfahrzeug, Charline Hartmann hat jetzt genauso viele Tore wie Jonny Kuster für die Blauen gemacht! 111! Jetzt kann man natürlich drüber streiten, ob die wahre historische Tat nicht erst vollbracht ist, wenn Fabi alleiniger Rekordhalter ist, aber das ist im Moment wumpe. Jubel überall, der Dreier ist im Kasten. Die Reihenfolge merken, bitte: Erst No Limit, dann Tor!

Ja, er ist im Kasten, der Dreier. Schluss mit Dauerpessimismus, zumal Arminia weiter Druck macht. Mit der Hacke bedienen sie sich gegenseitig durch Gegners Strafraum, hoididoidi, dat siehste hier auch nich oft. Salger kommt für Fabi, der kriegt seinen Sonderapplaus und seine Sonder-Lothar-Show („Fußballgott!“). Aue haut noch einen ans Gestänge. Aber der Sieger steht fest, Aue ist bedient. Ende, Finito!

Klar den Fabi auf den Zaun! Der holt erstmal die anderen mit…

Und jetzt: Glücksbedienung! ALLEZ ALLEZ LADIHOOOO-OOOO!

Der kritische Blick auf die Tabelle:

Blick: Nie mehr dritte Liga! Kritik: Andern überlassen.

Über Jan-H. Grotevent

Jan-H. Grotevent
Jahrgang 1975. Gefühlte Zuständigkeiten: Arminia Bielefeld, Theorie und Satire der Fankultur und allgemeine Großmaulerei

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