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Dreimal CanCan – Arminia gegen Fortuna Düsseldorf

Rundumbeobachtungen

„Es ist Samstag, es ist super Wetter, die Bude is voll und Arminia spielt! Jaaaa!“. Copyright Eingang Süd. Man braucht sich kein Intro zu überlegen, solange es Warteschlangen vor dem blauen Wellblechtempel gibt. Danke dafür! Wieso kommt jetzt kein Bild vom Eingang? Überhaupt, eeey, Rundumbeobachter, wat is’n dat für’ne komische Bildauswahl heute? Tja, Bilder vom Innenraum sind problematisch. Tribünen fraglich. Ich muss also eine neue Fotostrategie zurecht frickeln, daher heute nur Random-Bilder.

Jaaa, voll ist es! Etwa 3.000 Fortunen und 18.500 Arminen. Quasi eine alte Bretterbudenalm plus die Düsseldorfer. Und alle haben gute Laune, zumal Arminia zu Beginn eine flotte Sohle hinlegt. Block 3 ist gelöst und herrlich sorglos…selbst, als unsere Abwehr einen abgefälschten Düsseldorfer Ball nur an den Pfosten guckt. Es ist ein entschieden besseres Feeling als letztes Jahr, als man am zehnten Spieltag gegen Fortuna kickte. War da nicht auch das Wetter scheiße?

Gefällig ist es, was die Blauen da im fotofreien Raum machen. Oder mit den Worten von Block 3: „So…und dann so…und so…SO! Ja, so!…Neee.“. Die Altbierstädter sind aber schon ganz schön flink. Und Arminia hat mehr Schnittstellen in der Abwehr als Frankensteins Monster im Gesicht. Uiuiui, da kommen die Fortunen aber oft durch…Und Benito Raman ist weniger staksig als die schwarzweißblaue Defensive…wieder Abschluss, wieder gut gegangen. Raman ist echt mal agil. Das mag Block 3 nicht. „Aaaaaaasch!“. Ein richtig fettes ostwestfälisches Statement. Lang gezogen, mit Inbrunst, ohne „r“.. „Aaaaaaasch!“.

Trinkpause. Im Oktober. Klimawandel ist kein Thema, neinneinnein. Dat „Aaaaaaasch!“ trübt dann den Sonnenschein, als der Ball zwischen Salger und Dick hindurch gespielt wird. 0:1, und die Alm verfällt etwas in Mittagsschläfrigkeit. Weiterhin Gesang, aber eben mit einem drunter gerührten Rückstand. Was haben die FIFA und das Dschungelcamp gemeinsam? Wer einmal drin war, ist automatisch prominent. Und er muss durch Eskapaden auffallen. Während FIFA-Schiedsrichter Stieler bisher nur dadurch auffiel, dass er offenbar seine Karten per Post nach Nirgendwo verschickt hatte, pfeift er nun erst ein Foul an Ortega nicht, dann ein Tor für Düsseldorf, dann Abseits. Sicherlich alles richtig. Aber es ist halt mit der FIFA wie im Dschungelcamp: Es ist nicht immer nachvollziehbar, was da so fabriziert wird. In Worten von Block 3: „Wir gewinnen auch ohne SchiRi“. Erstmal liegen wir zurück.

Halbzeit. Im Sanitärbunker: Einer kommt rein. Sein Blick fällt auf die Waschbecken rechts. „Oh, hier hängen die [nicht so feines Wort für Urinale] aber hoch!“. LassdaseinenWitzgewesensein, bitte lassdaseinenWitzgewesensein…

Nach Wiederanpfiff machen die Blauen Dampf. Und dann isser drin! „Tataaa Tatatata Taata!“ machen die Lautsprecher. JAAAAAA, macht Block 3- bis auf die, die die Flagge gesehen haben. Schien wohl zu passen.Aber die Blauen kämpfen! Und die Alm macht mit! Block 1 stimmt an, Block J stimmt an, lauteste Phase des Spiels, beste Phase der Blauen. Und dann isser drin! „Tataaa Tatatata Taata!“ (<= das ist übrigens der CanCan) machen die Lautsprecher. JAAAAAA, macht Block 3- bis auf die, die die Flagge gesehen haben. Diesmal ein paar mehr. Und auch diesmal schien das wohl zu passen mit Abseits. Block 3 findet trotzdem lobende Worte: „Tolle Schusstechnik von Sporar!“. Stimmt. Brachte nur nix.

Die Zeit verrinnt, die Uhr tickt. „Zeit für’n Ausgleich!“, stellt Block 3 fest, hat aber keine Vorschläge zur Umsetzung. „Entweder da lang…oder steil…oder…“ – „Ja, oderoderoder“. Die Blauen unten geben sich Mühe, haben auch keine zündende Idee zur Thematik „Ausgleich“. Fortuna Düsseldorf will da gar nicht erst mitreden und macht eine Viertelstunde vor regulärem Ende den Sack zu. Neuhaus überlupft Ortega.

Der Scherz des Tages kommt heute aus dem FIFA-Dschungelcamp. Düsseldorfs Ayhan gerät ein Rettungsaktion daneben. Keeper Wolf fischt die Murmel aus dem Eck. Das ist regelwidrig und mit indirektem Freistoß zu ahnden. Das tatsächlich zu tun zeugt nicht von Fingerspitzengefühl. Wie gesagt, dat Dingen is durch. Also gut. Indirekter Freistoß, und wie dabei üblich jede Menge Schuss-und Rettungsversuche. Am Ende ein Photofinish wie beim Radrennen: Erst Ball, dann Pfiff, dann Linie. „Tataaa Tatatata Taata!“ (<= das ist immer noch der CanCan), machen die Lautsprecher. JAAAAAA, macht Block 3. Man muss eine Situation nicht zu Ende spielen lassen. Das ist regelkonform. Und unpassende Engschädelei. Wie gesagt, dat Dingen is durch. Fortuna Düsseldorf gewinnt auch ohne SchiRi. Da hab ich auch schon bessere Schlusspointen auf der Alm gesehen.

Anyway, eine ordentliche Leistung der Blauen reicht nicht, um den Spitzenreiter zu schlagen. Abhaken und volle Konzentration auf die folgenden Aufgaben. Fotostrategie frickeln und so.

Der kritische Blick auf die Tabelle:

Während ich diese Zeilen schreibe, tuckert mein Zug durch weite westfälische Landschaften und das W-LAN im Zug ist, sagen wir mal, dürftig. Also kenne ich weder Ergebnisse noch Tabelle. Ich vermute aber ganz stark, dass Arminia weder auf den Aufstiegsplätzen noch auf den Abstiegsplätzen ist. Und damit gebe ich mich zufrieden. Also, mit der Tabellensituation, nicht mit dem W-LAN-Empfang.

Dürftiges W-LAN raus!

Über Jan-H. Grotevent

Jan-H. Grotevent
Jahrgang 1975. Gefühlte Zuständigkeiten: Arminia Bielefeld, Theorie und Satire der Fankultur und allgemeine Großmaulerei

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