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Schiiieß! – Arminia gegen Greuther Fürth

Rundumbeobachtungen

Da ist sie. Arminia! Ostwestfalens Gloria! Schuldenfrei und Scheine in die Tasche gestopft. Nun brechen glorreiche Zeiten an für uns alle im RegBez Detmold, Ostwestfalen, Ostwestfalen, Hey, Hey, und…

…und endlich kehrt auch die Mannschaft auf den Platz zurück. Und gleich beim ersten Almauftrieb hat Arminia Gelegenheit, allen zu beweisen, dass sie trotz finanzieller Gesundung immer noch die alte ist. Gegen die Fädder zu verkacken, die in der Fremde bisher weniger Punkte geholt haben als Arminia in Fürth selbst – das wäre doch Arminia Old School, oder?

Komisches Feeling, 20:30 unter der Woche. Zwischen zwei Schichten. Fühlst Dich, als würdest Du im Zug von der Party sitzen und nicht zur Party hin. So ist nicht nur der Besuch (12.512), sondern auch der leicht müde SingSang zu Beginn der Partie zu erklären, als Arminia erstmal Schwung holt. Den hat dann als erstes Olchi Kerschbaumer, der offenbar gar nicht mitkriegt, dass er völlig freie Bahn Richtung Kiste vor der Süd hat. Deshalb wundert er sich wohl auch über die eigentlich unmissverständliche Anweisung von Block 3 („Schiiiiieeß!“) und verzieht.

Die Blauen haben den Ball, aber nur so viertel Torchancen. Fürth haut den Ball gelegentlich mal in Richtung des wie immer fantastisch nicht besuchten Block A. Die Alm singt, tapfer, aber müde. Zwischen zwei Schichten. Block 3 sucht sich Nebenbeschäftigungen. Zum Beispiel: Für Gerstenverköstigung bei Beerman sorgen. Fünf Mann belagern die Bierinjektion auf Beinen, brüllen ihre Bestellungen, halten Geld hin, Beerman brüllt Preise und zapft…Das kann man so zusammenfassen: Zahl-Drei-Trink-Zwei.

Uuuui, der von Schütz war ja mal richtig knapp! Das kriegen die Beerman-Kunden mit („Schiiiieß!“). Aber sie verpassen die erste Gelbe des Spiels für Fürth und müssen rätseln: „Haben die jetzt gelost, wer Gelb kriegt? Und wofür? Wettstreicheln?“. Kurz darauf tritt Börner in die Luft, so können die Gäste aus Nürnbergs Westvorstadt das erste Mal auf die Hütte dölmern. Block 3: „Iiiiiih!“. Iiiiih. Haste so auch noch nicht gehört. Es folgen die Voglsammer-Festspiele, wenn auch ohne Schlussakkord. Erst tankt sich das markanteste Oberschenkel-Tattoo Ostwestfalens über rechts durch, scheitert aber. Dann hält Greuther Fürths Torwart Burchert. Der kann mit dieser Frisur übrigens eine Disco aufmachen. Zusammen mit Hartherz. Und beide machen den Türsteher und fahren im getunten Golf mit Doppelrohrauspuff nach Hause. Weihrauch kommt über rechts („Schiiiieß!“), spielt rein, Vogi rutscht vorbei. „Die Einschläge kommen näher“, übt sich Block 3 in Verdun-Rhetorik. Und kurz vor der Pause köpft AV21 nochmal aus dem Gewühl, kann Burchert aber wieder nicht überlisten. „Ein Mini-Wischer“, jault Block 3, „Dabei hätte es ein Wenig-Wischer sein müssen“. Hat Vogi eigentlich so massige Quads oder ist seine Hose zu klein?

Halbzeit. Wird unser Tempel umbenannt, wenn er verkauft wird? Erstmal nicht, denn aufgrund von Namensrechtsgedöns bleibt die offizielle Namensgebung erstmal “SchücoArena”. Und heißen tut es eh “Alm”. Wie wäre es später mit “Bündnis-Ostwestfalen-Alm”? Das hätte auf so vielen Ebenen Stil…

Vogi! Kann passieren. Hartherz!! Muss rein!! (oder die „war zu einfach“-Phrase, je nach Sicht) KLOS!!…Nein, Fabi, Block A ist nicht das Tor, der ist nur wie immer fantastisch nicht besucht. Die dreifache Chance zu Beginn wird zum Triple Fail, lässt den Support aber für kurze Zeit wieder aufkommen. Sonst müder, tapferer SingSang. Das hat nichts mit edlen „Wir müssen immer voll die Stimmung machen“-Debatten oder Tapferkeit zu tun, nein, zwischen zwei Schichten ist man einfach müde. Tapfer sind wir allemal. Arminen und so.

Freistoß! Zentrale Gefechtslage. Behrendt? Schütz? Hartherz? Schütz! „Schiiieß!“….Gestänge, MIST! In der Linie 4 nach dem Spiel sagt einer dazu: „Der Freistoß an’n Pinn, der wäre drin gewesen.“. Das hat doch mal Tiefe. Ostwestfälisches Idiom, Konjunktiv II, eine Logik ohne Logik (was an’n Pinn ist, ist nie drin) und irgendwie auch eine Metapher für das ganze Spiel. Denn das erlösende Siegtor hätte passieren müssen. War aber nicht. Nach dem Freistoß auf Block 3: „Wenn die nicht langsam mal’n Tor machen…“. Machen sie aber nicht. Sie wirken mehr und mehr ratlos. Und Fürth macht auch nicht. Irgendwann legt sich vor der Eckfahne ein Kleeblatt den Ball nach rechts vor, geht aber nicht hinterher. Ouh Mann, 0:0…und der Spieler heißt auch noch „Raum“…ouh Mann, 0:0…Aber ordentliche Aussage der mitgereisten Franken:

Und nun fällt den Blauen da unten wirklich nix mehr ein. “Wächsääääääln!”, fordert Block 3. “Ist jetzt zu spät”, relativiert der Nebenmann, “außerdem, wen willste bringen?“. Tja, noch schießt das Geld keine Tore. Wen willste da bringen? Die Oetker-Sippe? Die Anstoetz-Family? Den Schüco-Vorstand? Dazu reicht das Wechselkontingent einfach nicht. Es werden dann Brandy, Putaro und Nöthe. Brandy verstolpert als erstes mal den Ball. Block 3 ist lakonisch: “Profifußball par excellence.”. Der Olchi hat noch eine gute Konterchance. “Schiiiieß!”. Aber Doppelrohrauspuff im Greuther Tor ist der beste Mann aufm Platz heute.

Fürth standartet noch ein bisschen in der Nachspielzeit herum und dann ist es vorbei. Schlecht hat Arminia nicht gespielt. Ham halt die Kiste nicht gemacht. Das ist umso ärgerlicher, als dass die Fädder nichts Gefährliches angeboten haben. Immerhin: Wenn man selbst wenig für den Klassenerhalt tut, gibt es immer noch Abstiegskämpfer, die noch weniger dafür tun. Aber ob das eine wesentliche Erkenntnis ist und ob sie wirklich beruhigt…na ja…

Der kritische Blick auf die Tabelle:

Greuther Fürth hat jetzt genauso viele Punkte in der Fremde geholt wie Arminia in Fürth selbst. Arminia hat das Heimpunktedutzend vollgemacht. Statistik, die keinem hilft, aber sich lustig liest.

Statistik raus!

Über Jan-H. Grotevent

Jan-H. Grotevent
Jahrgang 1975. Gefühlte Zuständigkeiten: Arminia Bielefeld, Theorie und Satire der Fankultur und allgemeine Großmaulerei

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