Warning: Cannot modify header information - headers already sent by (output started at /var/www/web97/html/fkcom/wp/index.php:3) in /var/www/web97/html/fkcom/wp/wp-includes/feed-rss2.php on line 8
FANKULTUR.com http://www.fankultur.com Was die Fankurve denkt Sun, 15 Apr 2018 20:13:25 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.5 Bedienung! – Arminia gegen Aue http://www.fankultur.com/blog/rundumbeobachtungen/bedienung-arminia-gegen-aue/ http://www.fankultur.com/blog/rundumbeobachtungen/bedienung-arminia-gegen-aue/#respond Sun, 15 Apr 2018 20:03:37 +0000 http://www.fankultur.com/?p=4548 Rundumbeobachtungen von Senfbedienung, Sturmbedienung, Stimmungsbedienung und Bedienung vom Ostbahnhof

The post Bedienung! – Arminia gegen Aue appeared first on FANKULTUR.com.

]]>
Rundumbeobachtungen

Zu Beginn erstmal ein Sorry für die lückenhafte Bedienung in letzter Zeit – Wir hatten hier Website-Probleme, denen die Rundumbeobachtungen vom Kiel-Spiel (Spiel-Kiel?) und vom Spiel der Ladies gegen Delmenhorst zum Opfer fielen. Nun schnurrt aber alles wieder, Arminia spielt gegen die Grube, den Schacht, des Ostens Fußballmacht.

Nach langer Zeit fährt der Rundumbeobachter mal wieder mit den Öffis seiner Wurzelstadt zum Spiel. Durchsage im Bus: „Die Haltestelle Ostbahnhof wird als letztes bedient“. Das kenne ich, die habe ich auch schonmal bedient. Einmal Pommes, ein großes Bier und zwei Korn. Ja, über solche Scherze komme ich an meine Leitmotive.

Riesengedränge vor dem Eingang Süd. Die Ordnungsorgane versuchen sich an Massenbedienung. Diesmal: Von vorne und von hinten abfummeln. „Ich hab keine Pyro dabei…nur’ne Panzerfaust, höhöhö…“. Gewissenhaft, wie die Kontrollettis sind, müssen sie in solch einem Fall bestimmt erst irgendwo fragen. Anyway, es ist voll. „Wir sehn uns.“ – „Jau, spätestens auffe Arbeit.“.

Beide Teams neutralisieren sich zu Beginn im Mittelfeld. Die Zweikämpfe gehen gut rund, die Strafräume sind erstmal egal. Der erste gefühlte Druck entsteht bei einer Eckballserie der Gäste, ebenso gewissenhaft wie erfolglos ausgeführt durch Althauer Tiffert. So leidend, wie der guckt, als er zur Eckfahne stakst, lernt er entweder einen Text von Tim Bendzko auswendig oder hat Verstopfung (was aus künstlerischer Sicht aber so ziemlich dasselbe ist).

Stimmung auf den Rängen ist gut und laut, von beiden Seiten. Kerschi hat die erste Dicke für den DSC, sonst ist unten nicht viel los. Für Erheiterung des Publikums sorgt Lothar mit einer Durchsage. Der Motor eines BMW laufe „immer noch“. „Nicht mehr lange.“, kommentiert Block 3. Aue hat zwei Chancen, erst schießt Köpke knapp daneben – „Huihuihui…“. Dann schafft es Ortega zusammen mit dem Rest der Defensive, einen Köpke-Kopfball von der Linie und aus dem Strafraum zu stochern. Doppel- „Huihuihui“.

Block 3 fängt an zu dösen, es braucht einen Weckruf. „Gerne“, denkt sich Flotze Dick, wirft schnell ein, Fabi bringt das Ding nach vorne, Kerschi steckt durch, Männel fällt sein kurzes Eck zu spät ein, Vogi nicht. 1:0, JAAAAA! Can-Can tanzen! Alle bedient? Alle wieder wach? Gut. Dann können wir ja Pause machen.

Halbzeit. Für ostwestfälische Verhältnisse haben wir uns überraschend schnell an die neue Senfbedienung gewöhnt. Wo es früher die pupsenden Senf- und Ketchupflaschen gab, gibt es heute Zapfstationen. Sie verleihen unseren Wurstbuden im Schatten der Südtribüne internationales Flair. Heinz-Mustard, der beliebteste Senf Amerikas!

Wenn wir schon übern Teich sind – der Support der zweiten Hälfte beginnt mit der Battle Hymn of the Sportclub. „Shaaaalalalalalalaaala, Deutscher Sportclub schießt ein Tor!“. Guter Roar, mal von Block 1, mal von Block J. Die Blauen sind erstmal passiv, aber konzentriert. Die Versuche der Sachsen, schnell zu kombinieren, werden unterbunden. Teen-Profi Roberto Massimo ist hier zu loben: Nicht nur spielt er lebendig nach vorne, sondern arbeitet auch nach hinten – und bleibt in den meisten Zweikämpfen Sieger. Trotzdem wünscht sich Block 3 etwas mehr offensive Bedienung. „Beißt mal die Zähne raus!“. Kopfkino…Wie das wohl aussieht? OOOOUUUH, Vogi an den Pfosten! So also. Alles klar.

Allmählich fühlt sich das Spiel nach einem Dreier an. Der Armine an sich hat da aber gerne Sicherheit. Die Süd stimmt No Limit an. Wie…No Limit ohne Tor? Drehen wir jetzt die Reihenfolge um und nehmen mit No Limit ein Tor vorweg?

Wir nehmen sogar Historisches vorweg. Vogi bedient Fabi, der ignoriert mit dem Ball am Fuß Torwart Männel und noch ein paar Verteidiger und flext die Kugel ins Netz. BaBAAAAM! Die Tanne, das Kettenfahrzeug, Charline Hartmann hat jetzt genauso viele Tore wie Jonny Kuster für die Blauen gemacht! 111! Jetzt kann man natürlich drüber streiten, ob die wahre historische Tat nicht erst vollbracht ist, wenn Fabi alleiniger Rekordhalter ist, aber das ist im Moment wumpe. Jubel überall, der Dreier ist im Kasten. Die Reihenfolge merken, bitte: Erst No Limit, dann Tor!

Ja, er ist im Kasten, der Dreier. Schluss mit Dauerpessimismus, zumal Arminia weiter Druck macht. Mit der Hacke bedienen sie sich gegenseitig durch Gegners Strafraum, hoididoidi, dat siehste hier auch nich oft. Salger kommt für Fabi, der kriegt seinen Sonderapplaus und seine Sonder-Lothar-Show („Fußballgott!“). Aue haut noch einen ans Gestänge. Aber der Sieger steht fest, Aue ist bedient. Ende, Finito!

Klar den Fabi auf den Zaun! Der holt erstmal die anderen mit…

Und jetzt: Glücksbedienung! ALLEZ ALLEZ LADIHOOOO-OOOO!

Der kritische Blick auf die Tabelle:

Blick: Nie mehr dritte Liga! Kritik: Andern überlassen.

The post Bedienung! – Arminia gegen Aue appeared first on FANKULTUR.com.

]]>
http://www.fankultur.com/blog/rundumbeobachtungen/bedienung-arminia-gegen-aue/feed/ 0
Dreier müssen nicht glänzen – Arminia gegen den Herforder SV Borussia http://www.fankultur.com/blog/rundumbeobachtungen/dreier-muessen-nicht-glaenzen-arminia-gegen-den-herforder-sv-borussia/ http://www.fankultur.com/blog/rundumbeobachtungen/dreier-muessen-nicht-glaenzen-arminia-gegen-den-herforder-sv-borussia/#respond Sun, 11 Mar 2018 20:18:54 +0000 http://www.fankultur.com/?p=4530 Rundumbeobachtungen von Headsets, keinem Glanz und Fassbrause

The post Dreier müssen nicht glänzen – Arminia gegen den Herforder SV Borussia appeared first on FANKULTUR.com.

]]>
Rundumbeobachtungen

Da biste gerade wieder da, hast gerade erst rundumbeobachtet und heute geht es schon wieder los? Jawoll. Cool, dass ich extra für die Mädels nochmal rüberfahre, oder?! Nun, eigentlich nicht. Arminia spielt und da sollte das selbstverständlich sein. Gerade, wenn Derby ist.

Fast erwartungsgemäß ist die Schillerstraße der Austragungsort. Das Waldstadion Quelle hat schon mit normalostwestfälischer Witterung so seine Probleme, da überrascht es nicht, wenn es nach erst eiskalt und dann feuchtfrühlingshaft keine Chance bei städtischen Platzkommissionen hat. Also Schillerstraße, dafür weicht das Pokalspiel des Frauennachwuchses auf das Trainingsgelände von Jeff & Co. aus. Großzügig und lieb vom „Hauptverein“ (auch ein zynischer Begriff).

Aber wir wollen ja Derby gucken, und da geht es ganz munter los. Herford hat erstmal mehr Ballbesitz. Arminia braucht etwas Zeit, um in Spiel und Zweikämpfe zu kommen. Das Publikum weiß natürlich, wie das zu bewerkstelligen ist: „Ran – Zack! – Schon habta die Kugel!“. Ran und Zack klappt auch halbwegs gut, mit der Kugel wissen die Blauinnen aber erstmal wenig anzufangen.

Die Zuschauer haben sich an der Geraden versammelt. Ein Stück weiter links typische Amateurplatz-Schreierei: „Jaaa, so, und jetzt spiiiel…“ (Man weiß ja nie…Hobbytrainer oder Vollzeitpapa) „In die Räume, mehr in die Räume!“. Weil’s regnet, oder was!? In die Räume und nicht nass werden?

Herford ist das aktivere Team. Arminia wirkt etwas ideenlos. Beliebtester Spielzug bei den Blauinnen ist „Abseits“. In der 25. Minute hat Herford eine Riesenchance, doch Vivien Brandt kratzt den Ball per Fußabwehr so gerade von der Linie. Hoioioi, da hätte man sich nicht beschweren dürfen… Was natürlich für die Zuschauer kein Grund ist, sich nicht trotzdem zu beschweren: „Da darfste Dich nicht beschweren.“. Arminia-Logik.

Kurz darauf dann ein Weckruf der Blauinnen. Herford klärt zu kurz, Sarah Grünheids Heber geht über die Torhüterin hinweg ans Stangenkreuz – Applaus! Eben diese Torhüterin weiß sich dann nach einem verunglückten Rückpass nur noch mit einem Foul an der durchgebrochenen Maxi Birker zu helfen. Die SchiRi lässt weiterlaufen – und, na ja, Sarah Grünheid weiß, wo die Pfosten die Lücke gelassen haben. 1:0 zur Pause.

Halbzeit. Im Vereinsheim an der Schillerstraße. Auch hier gibt es typische Halbzeit-Dialoge: „Eine Fassbrause, bitte.“ – „Welche Fassbrause?“ – „Gelb, höhöhö…“. Es gibt keine Waffeln. Das Vereinsheim kann eine darin begründete Eskalation des Rundumbeobachters nur durch Knackwürste verhindern. „Zurück aufn Block, haha!“. Machen wir so.

Die zweite Hälfte geht erstmal weiter wie gehabt. Herford aktiver, aber ohne wirkliche Gefahr. Arminia ohne große Ideen. Abseitsstellungen haben die Zuschauer mittlerweile noch schneller erkannt als das selbst schon sehr aufmerksame SchiRi-Gespann. Interessante Geschichte hier: Die Damen in Gelb sind mit selbstgekauften Headsets ausgestattet. „Nein, ist erst in der Bundesliga vorgeschrieben.“, erklärt die SchiRi vor dem Spiel, „Wir haben das privat, vereinfacht einiges“. Bundesligavorboten an der Schillerstraße…? (Hey, auch bei den Damen ist Spinnen erlaubt!).

Zum etwas umständlich Spiel und den auch ohne Headset evidenten Abseitsstellungen kommt jetzt bei Arminia hinzu, das Wortspiel vom Silbertablett nicht zu kennen. Erst nimmt Lena Schulte die auf selbigem servierte Torchance nicht an, später noch Bella Jäger. „Aber die machen noch ein'“, ist sich „Block Gerade“ sicher.

Auf „Block Gerade“ haben sonst die Meckerer die Oberhand. Die paar Herforder Schals sind unzufrieden mit den Unparteiischen (Eeeey, die haben eigene Headsets!). „Kaaate!“ – „Woaach!“ – „Schoonwidda die!“. Die Arminen sind unzufrieden mit dem Spiel. „MannMannMann, klappt nich‘ bei Maxi…“. Weiß Maxi selbst. „Scheiße, ey!“, schimpft sie nach einer missglückten Pirouette.

Das Spiel lebt von der Spannung. Sonst von nix. Herford müht sich, kommt aber kaum konstruktiv nach vorne. Arminia quält sich. Ballverluste, Festlaufen, Abseits und Defensivaktionen, bei denen nicht mal ein Elektron zwischen Erfolg und Vollklops passt (ohne Folgen). Doch gute Mannschaften zeichnen sich dadurch aus, im entscheidenden Moment zur Stelle zu sein. Torjägerinnen ganz besonders. Und so steht Sarah Grünheid nach einem Gestocher rund um die wieder etwas unglückliche Herforder Torhüterin genau richtig und sackt den Dreier ein.

Niemand hat behauptet, dass Dreier glänzen müssen. Dieser Derbysieg gehört in die Kategorie „Glanzloser Dreier“. Aber eben ein Dreier. Ein zerfahrenes Match, in dem die Blauinnen eben die Kisten gemacht haben. Das zeichnet aktuelle und zukünftige Zweitligisten aus. Jawoll!

Der kritische Blick auf die Tabelle:

Sieht nach solider Zweitklassigkeit aus. Wat willste mehr!

Auch hier Spinnerei raus!

The post Dreier müssen nicht glänzen – Arminia gegen den Herforder SV Borussia appeared first on FANKULTUR.com.

]]>
http://www.fankultur.com/blog/rundumbeobachtungen/dreier-muessen-nicht-glaenzen-arminia-gegen-den-herforder-sv-borussia/feed/ 0
Frühlingstabelle – Arminia gegen Nürnberg http://www.fankultur.com/blog/rundumbeobachtungen/fruehlingstabelle-arminia-gegen-nuernberg/ http://www.fankultur.com/blog/rundumbeobachtungen/fruehlingstabelle-arminia-gegen-nuernberg/#respond Sat, 10 Mar 2018 18:20:31 +0000 http://www.fankultur.com/?p=4528 Rundumbeobachtungen von Torwarttrikots, Urknallwellen und Spritti

The post Frühlingstabelle – Arminia gegen Nürnberg appeared first on FANKULTUR.com.

]]>
Rundumbeobachtungen

Wer auf die Alm will, kommt an Peterchens Einfahrt nicht vorbei. Das ist nicht nur kulturelle, sondern auch verkehrstechnische Tatsache. Arminen kommen nicht vorbei, weil die Wegzehrung nicht bis zum Eingang reicht. Nürnberger kommen nicht vorbei, weil die Cops schon auf dem Kreisel aufmarschiert sind und holen sich Wegzehrung, die bis zum Eingang einschließlich Polizeikontrolle reicht. Und Autos kommen nicht vorbei, weil die Straße voll ist. Warum es trotzdem einige Autofahrer versuchen, ist schwer nachzuvollziehen. Das übliche “Ich sitze hinterm Steuer, ich darf das!”? Autos, die an Peterchen vorbei wollen, immer ein Anlass für Spaß vor dem Spiel (“Spitzenidee, Kollege wuahahaha!”, “Nun fahr, die gehen schon zur Seite!”,…). Besonders lustig ist es, wenn aus beiden Richtungen Autos kommen. Zuschauen – Entspannen – Kichern.

Aber wir haben ja ein Spitzenteam zu Gast, also zur Sache. 18.542 Zuschauer, davon etwa 1.300 Nämbercher. Der Rahmen stimmt schon mal. Süd ist laut, Glubberer sind laut. Auf dem Rasen hat der FCN erstmal Ballbesitz. Quer. Quer. Wieder zurück quer. Block 3 fühlt sich an vergangene Zeiten (etwa ein Jahr) erinnert und fordert: “Und jetzt zurück auf Davarí.”. Dann kommt Arminia in Ballbesitz und…dasselbe nochmal von vorne. Diesmal mit Hesl, oder? An Torchancen ist das kickende Personal erstmal nicht interessiert. Die Partie ist so taktisch geprägt wie eine Seeschlacht im 19.Jahrhundert. Nur nicht die erste Breitseite abfeuern, man weiß ja nicht, was dann passiert.

Es dauert etwa 20 Minuten, bis sich die schwarzweißblauen Linienschiffe in Position bringen. Dass die Kirsche mittlerweile recht gepflegt durch die schwarzweißblauen Reihen läuft, ist nichts Neues. Dass der letzte Schuss, der letzte Pass fehlt, aber auch nicht. Und der FCN steht gut und klärt gut – jede Defensivaktion landet beim eigenen Mann. Block 3 grübelt über den Namen des Glubb-Pfostenstehers. “Wie heißt der, kann das wer erkennen?” – “…24.”. Bredlow heißt er, und es ist in der Tat schwer zu erkennen. Sein Trikot hat eine Farbe, die man der UNO melden müsste – irgendwie aus Orange und Pink zusammengerührt. Und wäre beim Glubb nicht Zrelak auf dem Platz, Bredlow hätte gute Chancen auf den Titel “furchtbarste Gästefrisur” gehabt.

Eben dieser Zrelak, Ersatz für den verletzten Nürnberger Topstürmer Ishak, nickt dann kurz drauf an Ortegas Kiste vorbei. Schreckmoment auf Block 3, der sich ungefähr so anhört: “Ouhuhufff…”. So ein Ding, das wohl hätte müssen, aber alle sind dankbar, das es nicht gemusst hat. Ein bisschen so, als müsste man sich einen verdorbenen Magen vorstellen.

Nettes Spiel ist es jetzt. Der Ball ist viel unterwegs, wohin weiß er nicht genau. Zeit für das Almpublikum, sich mal wieder eine Runde mit dem SchiRi zu befassen. Andreas “Ich hab Muskeln, Rest ergibt sich” Voglsammer ist nicht dafür bekannt, wie ein Schwan zu sterben. Erst recht nicht, wenn er freie Bahn in Richtung Kiste hat. Sieht der Referee anders und zieht sich damit den Unmut der auf der Süd versammelten Regelexperten zu. Zum einzigen Mal am heutigen Abend, insgesamt war es eine ordentliche SchiRi-Leistung. Kerschi köpft…Drübba! Mist! “Wawlsasslallall!”, ertönt von hinten, was so viel heißt wie: “Drübba! Mist!”.

Halbzeit. Weiterer Beitrag zum Thema Kommunikation an den alminternen Versorgungseinrichtungen. Heute: Die reduzierte Kommunikation. Das bedeutet: Mit wenigen Worten viel sagen und auch verstehen. Unserem Klischee zufolge haben wir Ostwestfalen die reduzierte Kommunikation total gut drauf. Und der heutige Besuch an der mittleren Saufbude unter der Süd zeigt: Dat stimmt. “[von hinten] Ey, Kalle!” – “[vorne im Gewühl] Jou.” – “Machste?” – “Jou. [Kommt mit drei Bier, zwei Wasser, einer Cola und einer Apfelschorle nach hinten]”. Genial!

Kann sich noch einer an die elende Kälte beim letzten Spiel erinnern? Nö, warum auch. Es sind Frühlingstemperaturen und entsprechend gibt es Frühlingssupport. Block 1 stimmt mal an, Block J stimmt mal an, und wenn direkt dazwischen steht, kann man sich aussuchen, wo man mitsingt. “Deutscher Sportcluuuuub, Allez Allez Allez Alleeeez!” halten viele lange durch. (Obwohl ich regelmäßig den Einsatz zu “Deutscher” verpasse…möh…). Die aufm Feld sind auch frühlingsmäßig unterwegs, Chancen gibt es kaum, dafür rasseln die Aktiven in schöner Regelmäßigkeit mit den Köpfen gegeneinander. Da ist es schade, dass Gerrit Meinke nicht mehr im Club ist – der hätte früher den halben Nürnberger Kader auf die Bank gerasselt, der Blechkopp, der…STAUDE! WAAAAAH! Dicke Chance. Behrendt am Ball, prescht durch, der is sauer – WUMM! – Glanzparade von ZweitschlimmsterNürnbergFrise. Block 3 Standard: “Das wärs gewesen”.

Jetzt Nürnberg, die übernehmen ein bisschen das Kommando. Jaja, geduldig abwarten, dann zuschlagen, im Stile einer Spitzenmannschaft und so, ich sehe, was Ihr da vorhabt! Arminias Abwehr fußballgottseidank auch. Arminias Torwart muss nicht ernsthaft eingreifen. Der heißt übrigens nicht “24”, das war früher mal. Aber das Gelb seines Trikots kann man gleich mit bei der UNO verpetzen. Und für Arminia-Scheitel braucht es eh einen Extra-Text. Egal, jetzt kommt die Schlussphase.

Und die Blauen drehen auf. Dass Arminia immer für ein Tor gut ist (dazu in Kürze an anderer Stelle mehr), auch und vor allem in der Schlussphase, ist in den Köpfen der Zuschauer. Hab’s lange nicht mehr erlebt, dass eine Schlussphase so dermaßen vorangebrüllt wurde. Ecken gibt’s, schnelles Spiel gibt’s. Dann kommt Hartherz an den Ball, haut dat Dingen nach innen, Fabi ist clever und köpft zurück, der Kerschi kommt angerast und…

…Torjubel mit zerbrechender Stimme und blauen Flecken. Die emotionale Detonation ist kaum zu beschreiben. Während ich hier auf meine Tastatur einhacke, läuft im Hintergrund Quarks & Co. Ranga Yogeshwar erzählt was von Wellen im Universum, mit denen man den Urknall nachweisen kann. Es gab einen Physik-Nobelpreis für deren Entdeckung. Nun, wer am Freitag in dieser 90.Minute auf Block 3 und Umgebung war, weiß, was Urknallwellen sind. Sie ersetzen auch das sonst übliche Nachspielzeit-Zittern. Lasst Euch feiern, Ihr Frühlingsarminen!

Allez Allez Ladihoooo-oooo, Arminia Bielefeld, nur Du bist das, was zählt! Frühlingsgefühle überall. Die Party, die in der 80.Minute begann, dauert etwa bis Gütersloh, wo neue Theorien über das Preis-Knülle-Verhältnis begeisterte Anhänger finden. Spritti für Nobelpreis!

Der kritische Blick auf die Tabelle:

Lothar nennt es “Frühlingstabelle”. Jeff hat vor dem Spiel gesagt, man solle nicht zu viel Energie mit Blicken auf die Tabelle verschwenden. Das gilt wohl auch für Frühlingstabellen. Finde ich grundsätzlich gut, weil…

Unnötige Energieverschwendung raus!

The post Frühlingstabelle – Arminia gegen Nürnberg appeared first on FANKULTUR.com.

]]>
http://www.fankultur.com/blog/rundumbeobachtungen/fruehlingstabelle-arminia-gegen-nuernberg/feed/ 0
Trotz Reus-Verlängerung ein (fast) sinkendes Schiff http://www.fankultur.com/blog/matzes-viererkette/trotz-reus-verlaengerung-ein-fast-sinkendes-schiff/ http://www.fankultur.com/blog/matzes-viererkette/trotz-reus-verlaengerung-ein-fast-sinkendes-schiff/#respond Sat, 10 Mar 2018 17:04:17 +0000 http://www.fankultur.com/?p=4512 Im Jahre 1992 habe ich das erste BVB Spiel als Fan der Borussia verfolgt. Jetzt 2018 macht mir der BVB wieder mal sorgen. Natürlich habe ich mich über die Vertragsverlängerung von Marco Reus sehr gefreut, nicht nur spielerisch, sondern auch als Strahlkraft nach Außen hin. Leider mache ich trotz der aktuellen Euphoriephase ein paar bedenkliche ...

The post Trotz Reus-Verlängerung ein (fast) sinkendes Schiff appeared first on FANKULTUR.com.

]]>

Erich Westendarp / pixelio.de

Im Jahre 1992 habe ich das erste BVB Spiel als Fan der Borussia verfolgt. Jetzt 2018 macht mir der BVB wieder mal sorgen. Natürlich habe ich mich über die Vertragsverlängerung von Marco Reus sehr gefreut, nicht nur spielerisch, sondern auch als Strahlkraft nach Außen hin. Leider mache ich trotz der aktuellen Euphoriephase ein paar bedenkliche Defizite aus, die unseren Verein auf lange Sicht ins Mittelmaß drücken könnten.

Der Anschlag:

Ein wahrer Schock, der die Spieler bis heute begleitet. Vor jedem Heimspiel fährt der Mannschaftsbus an besagter Stelle vorbei, immer und immer wieder kommen Erinnerungen hoch. Man merkt der Mannschaft an, das Sie unter den Folgen des Anschlages noch immer leiden. Marc Bartra ist jüngst gewechselt aufgrund des feigen Anschlags. Nach dem Anschlag war es nicht mehr dieselbe Mannschaft die dort auf dem Rasen stand, leider, aber verständlich bis heute.

Transferpolitik:

Die Transferpolitik der letzten Jahre ist nach meiner Auffassung mehr als miserabel. Spieler wie Lewandowski, Hummels, Dembele, Gündogan oder Aubameyang haben viele Millionen in die Kassen der Borussia gespült. Daran ist nichts verwerfliches. Das Geld wurde aber nicht reinvestiert. Es wurden weitere Talente geholt, die dem Druck nicht gewachsen sind, die Abgänge adäquat zu ersetzen.

Ein Aufbau über Talente ist auch nicht erkennbar, da diese ja bei guten Angeboten wieder verkauft werden. Da stellt sich doch die Frage, ob der sportliche Erfolg hinter den wirtschaftlichen Interessen steht?

Trainer:

Ich mag Peter Stöger, aber ist er unser Trainer für die Zukunft? Jeder Trainer wird doch mit Klopp verglichen, die Spieler selbst tun es auch schon. Wir brauchen keinen extrem kompetenten Trainer, sondern einen Typen wie Klopp es ist, einer der die Mannschaft mitreißt. Dem BVB fehlt eindeutig Emotionalität und Aggressivität und die fängt bei der Trainerpersönlichkeit an.

Motivation:

Schmelzer sagte es bereits „Wir müssen reden über das was hier passiert“. Und er meint damit die Art wie Fußball gespielt wird. Wer den Auftritt gegen Salzburg gesehen hat, weiß warum Schmelzer derartiges zu sagen hatte. Es stand eine Mannschaft auf dem Platz, die ihren Job gemacht hat, aber eben nur diesen. Alibipässe und ein lustloses mitlaufen war zu sehen. Es fehlte der Spielwitz, die Lust das Spiel zu gewinnen und der Wille sich auch mal einen schwierigen Ball zu erkämpfen. Die Fans quittierten diese Arbeitsverweigerung mit deutlichen Pfiffen. Aber es ist nicht das erste dieser Spiele in dieser Saison und wenn man in die Gesichter der Spieler guckt, wohl auch nicht das letzte.

Fazit:

Wer die Entwicklung des HSV kennt, der weiß wie schnell ein längerer Höhenflug vorbei sein kann. Der BVB muss schnell die Kurve kriegen, sonst stürzen wir ab und sind auch für junge Talente nicht mehr Interessant, geschweige denn für gestandene Profis mit internationalem Format. Der BVB muss wissen was er will, ein wirtschaftlich starker Verein oder ein sportlich erfolgreicher? Beides scheint nicht zu gehen oder vielleicht doch?

Der Text spiegelt natürlich nur meine Meinung wieder, ich bin auf eure Meinungen dazu sehr gespannt.

The post Trotz Reus-Verlängerung ein (fast) sinkendes Schiff appeared first on FANKULTUR.com.

]]>
http://www.fankultur.com/blog/matzes-viererkette/trotz-reus-verlaengerung-ein-fast-sinkendes-schiff/feed/ 0
Das Leben mit 34 Punkten – Arminia gegen Dynamo Dresden http://www.fankultur.com/blog/rundumbeobachtungen/das-leben-mit-34-punkten-arminia-gegen-dynamo-dresden/ http://www.fankultur.com/blog/rundumbeobachtungen/das-leben-mit-34-punkten-arminia-gegen-dynamo-dresden/#respond Sat, 24 Feb 2018 17:08:12 +0000 http://www.fankultur.com/?p=4475 Rundumbeobachtungen von 34, 37, 35, 34, 35 und 34 Punkten

The post Das Leben mit 34 Punkten – Arminia gegen Dynamo Dresden appeared first on FANKULTUR.com.

]]>
Rundumbeobachtungen

Kalten Wind gibt es, sachste? Ja stimmt. Ich kann ihn schon riechen!”. Das wird schon am Eingang zur Süd gesagt, und es stimmt. Die Alm ist heute ein Kühlschrank. In dem das Licht brennt. Flutlicht. 

Da gibt’s nur eins: Gruppenkuscheln. Und wo machen wir Ostwestfalen das am liebsten? Wie immer im Eingangsbereich von Block 3, in dem der Rundumbeobachter erstmal stecken bleibt. Aber okay, ich sehe genug bis zu viel, nämlich: Die Blauen laufen den Gelben hinterher (Wer heute noch Spaß haben will, kann diesen Satz mal zusammenhanglos in ein Schalke-Forum posten). Dynamo ist erheblich flinker unterwegs. Und Börner hat bei einer ebenso winterfröhlichen wie winterkalten Kopfballrückgabe Glück, dass Sporar nicht nach Dresden gewechselt ist.

Der ging an den Pfosten, kurz danach muss Ortega zweimal eingreifen bzw. übergreifen. “Heilige Scheiße”, brüllt das Gewühl im Intimbereich von Block 3 und fasst damit die erste Viertelstunde recht passend zusammen. Dann kriegt Arminia etwas Ruhe ins Spiel und versucht ein paar Distanzschüsse, die…well, auf dem Bolzplatz hätten wir “wer zuletzt berührt hat, holt” gesagt. Das wäre übrigens auf der Alm lustig, der dooooofe Klos wäre das ganze Spiel am Tribünenklettern, ne!? Währenddessen schielt der Rundumbeobachter nach einem festen Standplatz unten am Zauntor. Als er den schließlich erobert und diese Optik hat…

…stellt er fest, dass das Vorhaben wohl einen kleinen Planungsfehler hatte. Nach links auf die Zehenspitzen stellen, nach rechts auf die Zehenspitzen stellen, komplett auf die Zehenspitzen stellen…heute besteht das dringende Bedürfnis, Jeff Saibene nach Wadendehnübungen zu fragen. Egal, entscheidend is’ hinterm Schild. Und da schalten die Blauen um. Herzschlag nach oben auf Block 3 – “Hartherz ist freeei! Spiel aaaaab!”. Jawoll, wird gemacht. Und FH28, seit kurzem ja unser neuer Supertechniker, hält drauf und JAAAAA!, drin isser! Lothar feiert Hartherz’ rote Schuhe. Die sind tatsächlich rot. Nicht irgendeine Kirsch-Neon-Digital-Chemiebrause-Farbe, sondern Rot. “Bright Red”, hätte Bob Ross gesagt.

Die Führung gibt den Unseren ein bisschen mehr Schwung. Block 3 darf ein paar schicke Hin-und-Her-Kombinationen im Mittelfeld bewundern. Obwohl Dresden gefährlich bleibt (wieder rettet Ortega). “So gut haben wir in der Bezirksliga nie gespielt”, wird hinten links geschmachtet. Ui, Anzeichen von Zufriedenheit auf Block 3? Tja, wie schön doch das Leben mit (zwischenzeitlich) 37 Punkten sein kann… Trotzdem sind sich zur Halbzeit alle einig, dass die Führung ziemlich glücklich ist.

Halbzeit. Mantaplatte unter der Ost holen. Die kostet 5,50 Euro und die hat so gut wie keiner passend. Woraus folgt, dass das Wechselgeldfach für 50-Cent-Münzen mindestens so groß sein muss wie der Mayonnaise-Eimer. Aber so kann man Arminia konstruktiv mit dem eigenen Haushaltsmanagement verbinden: Eine Mantaplatte und man hat schon wieder ein 50-Cent-Stück für die Waschmaschine zu Hause. Und kann die Kluft von Mayonnaise befreien.

Wir wollen ja immer, dass die Mannschaft so spielt, wie wir uns das vorstellen. Zur zweiten Halbzeit kehrt sie immerhin schon genauso auf den Rasen zurück wie wir auf die Süd: Mit den Gedanken noch bei Mantaplatte und Waschmaschine und erst allmählich kommt wieder der Fokus aufs Spiel. So kann Dynamo allen davonrennen und den Ausgleich erzielen. Stimmung bei den etwa 1.200 Fans der Sachsen, die das mit Feuerwerk meinen feiern zu müssen. Ansonsten bekannt guter Support des Dynamos. Die Süd braucht sich – bisher zumindest -, aber auch nicht verstecken. Unterstützung ordentlich, Chants auch halbwegs passend.

Die nächsten zehn Minuten nach dem Ausgleich drücken die Blauen etwas mehr. Es folgt die Süd-gegen-SchiRi-Show. Block 3:“Was kannst Du eigentlich?”. Norr?! (wie man in Dresden sagt). Es gibt einige Unsicherheiten beim Unparteiischen. Gleiche Aktionen sind mal gelbwürdig, mal regelkonform. Oder als ein Dresdner Eenwechselkriepel für Rüpeleien von außen die Gelbe sieht, aber ungestraft weiter machen kann. Die Unsicherheit überträgt sich zwar nicht auf das Spiel – das gab auch keine Treterei her -, aber auf die Ränge. Wir sehen jeden Zweikampf anders als der SchiRi. Wie immer bringt es Block 3 auf den Punkt: “Waas? Was war das denn jetzt wieder?” – “Das war die Schwalbe des Fouls.”. Klingt komisch, passt aber wie Pöter auf Eimer.

Die Führung für Dynamo passiert über rechts (also: Arminias Rechts). Der Ball kommt flach rein, jeder auf der Süd guckt auf die andere Seite und rechnet jeden Moment damit, dass die Kirsche aus dem Rumgestakse herausfliegt. Ist aber nicht, das Spielgerät kullert genau da hin, wo sie nun gar nicht hin soll. Der Torschütze heißt Röser, die Dresdner feiern, und wir packen den gewohnten Miesepeter aus. “Nicht mal richtig wegstochern könnse, ey!”.

Wie doof doch das Leben mit (zwischenzeitlich) 34 Punkten ist. Das geht auch nicht am Roar spurlos vorbei, obwohl sich Block 1 und Block J ehrlich Mühe geben. Aber der kalte Wind ist zu riechen. Putaro und Staude kommen, letzterer geht zu Boden, SchiRi gibt Elfer. Keine Ahnung, ob das korrekt ist, die Unsicherheit von eben ist noch da. Kurz wird abgestimmt, wer schießen soll, Fabi schnappt sich das Kugelrund als erster, schließlich wird es des Vogels (H)Ammer. Obwohl einige auf Block 3 weder den einen noch den anderen wollen. Leider sind wir noch nicht so weit, den Ball selber ins Netz zu gucken. Also Vogi. Der reinigt erstmal seine (tätowierten?) Schleimhäute…

…und trifft. Mit Glück, aber: Drin isser. Komischer Jubel auf Block 3: Einerseits ein typischer Elfmeterjubel, der ja nicht so schön spontan ist, andererseits das fiese Gefühl, dass der Ausgleich ein bisschen glücklich ist. Na ja, wir haben eh nicht lange Zeit, das Leben mit 35 Punkten emotional zu erforschen. Mit einem Alle-Hundert-Jahre-mal-Heber geht Dresden wieder in Führung. Es folgen zehn Minuten Unmut, schwarzgelbe Feierei, ein paar blaue Angriffsversuche und die Nachspielzeit. Die ja in dieser Spielzeit was für Arminia ist. Heute, wie eigentlich im ganzen Spiel, ist es aber nur ein “fast” – Prietl haut dat Dingen an dat Dingen. Aus, verloren.

Und es ist festzustellen, dass es, wie JeffChef sagt, heute kein Lob, sondern Redebedarf gibt. Ergo: Kurz drüber reden, Abhaken, weitermachen! Gilt für alle.

Der kritische Blick auf die Tabelle:

Sooooo mau ist das Leben mit 34 Punkten auch nicht. Wir haben nur eine Woche länger Zeit, uns daran zu gewöhnen.

Sechs Punkte raus!

(Ähm, neeee, rein natürlich mit den Punkten)

The post Das Leben mit 34 Punkten – Arminia gegen Dynamo Dresden appeared first on FANKULTUR.com.

]]>
http://www.fankultur.com/blog/rundumbeobachtungen/das-leben-mit-34-punkten-arminia-gegen-dynamo-dresden/feed/ 0
Nein, da war nix – Arminia gegen Darmstadt 98 http://www.fankultur.com/blog/rundumbeobachtungen/nein-da-war-nix-arminia-gegen-darmstadt-98/ http://www.fankultur.com/blog/rundumbeobachtungen/nein-da-war-nix-arminia-gegen-darmstadt-98/#respond Tue, 20 Feb 2018 22:02:18 +0000 http://www.fankultur.com/?p=4459 Rundumbeobachtungen von 3D-Angriffsspiel, RUMMS! und Offiziellsprech

The post Nein, da war nix – Arminia gegen Darmstadt 98 appeared first on FANKULTUR.com.

]]>
Rundumbeobachtungen

Wir befinden uns am Ende der Kalenderwoche Sieben in 2018. Arminia Bielefeld ist ungeschlagen. Und zum ersten Mal in diesem Jahr herrscht Tageslicht, als der Rundumbeobachter die Blauen begucken geht. Gegner heute ist der SV Darmstadt 98. Die Lilien kommen mit allen bekannten Gesichtern. Mit Dirk Schuster, aber auch mit Kevin Großkreutz. Darmstadt, da war doch was? Nein, da war nix.

Kaum kommste rein, legt sich Schütz schon den Ball zum Freistoß zurecht. Wird aber nix. Kann ich jetzt rauf auf Block 3, bitte? Nein, nochmal Schütz. Wird auch nix. Jetzt aber aufn Block? Danke. Gute Laune auf Block 3, gute Laune auf der Alm, denn das Match ist lebendig. Nicht strukturiert, aber lebendig. Passt also gut zu Block 3. Lauter Support zu Beginn.

Arminia will, das ist zu merken. In die ersten Minuten investieren die Blauen mehr Energie als in 120+2 Minu…War da was? Nein, da war nix. Hartherz hält drauf, wird abgefälscht. Applaus und “BIE-LE-FELD!”. Und jetzt sind die Blauen am Drücker. Sie versuchen es spielerisch – flach, mittelhoch, hoch, links, rechts, Mitte – quasi ein 3D-Angriffsspiel. Nur kriegen die in orange spielenden Darmstädter immer irgendwie was dazwischen,obwohl es nicht bis ins Letzte elegant aussieht. “Nur Abpraller” sagt jemand auf Block 3. Und kurz darauf: “Der ist schon wieder verprallt.”. Nicht so prall, nichts prallt ins Netz.

Auffälligster Kerl bei den Lilien ist der Trinidader oder Tobagoer (je nach dem, bin zu faul zum googlen) Joevin Jones. Er macht ordentlich Alarm über links und beschäftigt das magische Gemächt in Blau ganz schön. Auf einmal ist er frei vor Ortega, doch diesen Darmstädter Schuss kann er halten. Da war doch mal…Nein, da war nix. Sonst sind die Gäste ganz schön nicklig unterwegs. Und klatschen den Linienrichter ab. Den links,mit den großen Schuhen. Na, was das wohl wieder bedeuten soll…

Das Spiel ist etwas offener, die Süd hat sich in den üblichen Trott eingesungen. Ortega fischt auch den nächsten gefährlichen Darmstädter Ball ab. Und dann geht es schnell. Putaro treibt denn Ball voran, von der Seite kommt ein Darmstädter, es macht RUMMS, Hartherz nimmt den Ball auf, schickt Voglsammer, der legt quer, Darmstadt deckt den freien Raum…es gibt diese Momente, diese Millisekunden, wenn ein Spieler vor dem leeren Tor an den Ball kommt und man unvermittelt dieses “Bitte verstolpere nicht”-Gefühl kriegt. Dafür geht es aber zu schnell und außerdem hat Arminia sich im Sommer gut verstärkt, unter anderem mit Patrick Weihrauch. 1:0, Massenknuddeln auf der Süd. Ein saisontypischer Arminia-Konter. Sauber! Klinisch Sauber!

Gezeter an den Trainerbänken. Laut Sportschau geht es um das eben beschriebene RUMMS von Putaro. Arminias Funktionsbeauftragte sind der Meinung, es sei ein Foul an Putaro gewesen, etwas, das man im American Football “Side Tackle” nennt (soviel ich weiß). Der leicht erodierte Lilienheld Dirk Schuster vertritt die Ansicht, Putaro sei dem Darmstädter in eine Freestyle-Saltoübung gelaufen, Foul von Leo. Ein schöner Beleg dafür, dass es bei strittigen Fußballszenen immer mehr als eine Ansicht gibt und am Ende doch der Unparteiische immer recht hat. Immerhin freuen wir uns auf den Rängen noch über das Tor und kriegen nicht mit, wie HilleHilleHille auf die West verbannt wird. Boah, was hätten wir uns sonst aufgeregt. Hille, da war doch was? Ja, daran erinnern sich alle gerne, ne!?

Halbzeit. Bin ich eigentlich der einzige, der sich wünscht, dass die Volunteers mit dem Transparent für den Mittelkreis Turnübungen machen? So wie früher in der Grundschule?

In der zweiten Halbzeit spielt Arminia auf die sonnenlichtbeschienene Nordtribüne. “Wieso hat der Darmstadt-Torwart keine Mütze auf?“” wundert sich Block 3, “Ist doch scheiße bei der Sonne.”. Na ja, Heuer Fernandes kam aus Paderborn nach Südhessen. Noch vorher: VfL Osnabrück. Wo hätte er es lernen sollen?

Beim Gast aus Darmstadt setzt sich die Erkenntnis durch, dass ein Rückstand nicht unbedingt zielführend ist, wenn man die Klasse halten will. Sie werfen nun ein paar Brühwürfel mehr ins Wasser, versuchen es mit schnellem, aber auch unkoordiniertem Spiel. Block 3 hat die Situation natürlich im Blick: “Alarm in Darmstatt findet im Darm stadt”. Ja klar muss ein offensichtlicher Popo-Kalauer sein. Obwohl, letztens hatte ich ein Lamacun, das…lassen wir das.

Die Blauen lauern auf Konter. Also, mutmaßlich. Denn für ein ordentliches Angriffsspiel geben sie die Bälle viel zu schnell wieder her. Block 3 hat die Situation natürlich im Blick und ist missvergnügt. Das erkennt man etwa daran, dass “Die Bielefelder müssen sich mal konzentrieren!” gesagt wird. Nicht “Arminia”, nicht “die Blauen”, nicht “meine Schnuckis”. Die “Bielefelder”. Für Kritik greifen wir auf eine Art Offiziellsprech zurück. Oder auf Geblöke. “Leute, wir spielen mit! Wir sitzen nicht auf dem Sofa! Wir spielen mihiiit!”. Hier passt der nächste Kalauer: Wer ist “Wir”? Oder auch Standardpessimismus. “Das rächt sich noch, gegen Darmstadt, ey, das rächt sich noch!”. Ach, gegen Darmstadt rächt sich nix. War da was? Da war nix. Und es rächt sich wirklich nix, die Lilien sind nicht wirklich aufeinander abgestimmt. Klos kommt zur Bank, es gibt Applaus. Ja, für Klos. Für Fabi. Für Charline Hartmann. Echt jetzt. Kommt für Vogi.

Als Staude dann auch noch drin ist, wird es offensiv wieder lebendiger. PFOSTEN, AAARGH! DRÜBER, AAAAAAAARRRRGH! Wuah, ORTEEGGAAAA! *uff* ( <= so hört sich das live an). Waren die Blauen vorher leicht holperig beim Aufbauspiel, sind sie es jetzt beim Konterspiel. Diesmal nimmt Block 3 es philosophisch: “Zur falschen Zeit am falschen Ort”. Passt gut! Nachspielzeit läuft. Die dritte Minute. Da war doch was? Nein, da war nix. Da ist was. Darmstadt spielt Caramboulage mit dem SchiRi, Staude und Hemlein legen auf Fabi vor, Darmstadt deckt den Raum…und der Kerschi schiebt nun wirklich nix daneben. Wir jubeln uns zum Schlusspfiff…

…und hüpfen – “Ostwestfalen, Ostwestfalen, Hey, Hey” – mit den Boys in Blue. Die Gäste kriegen ein “Absteiger! Absteiger!” hinterher gebrüllt. Darmstadt, da war doch was? Nein, da war nix. Außer den Punkten 32 bis 34.

Der kritische Blick auf die Tabelle:
Arminia jagt die Aufstiegsplätze. Ist nach neun aus 15 Punkten in 2018 wirklich so. Wir jagen hinterher und werden Eins bis Drei nicht einholen. Aber es ist doch beruhigend, dass die Blauen im Verfolgerfeld mal nicht ganz hinten sind. So wie der Gegner von heute. Darmstadt, da war doch was? Ja, da war mal was. Dazu an anderer Stelle mehr.

Relegation im Kopf raus!

The post Nein, da war nix – Arminia gegen Darmstadt 98 appeared first on FANKULTUR.com.

]]>
http://www.fankultur.com/blog/rundumbeobachtungen/nein-da-war-nix-arminia-gegen-darmstadt-98/feed/ 0
Ein klares Jaahaa – Arminia gegen Union Berlin http://www.fankultur.com/blog/rundumbeobachtungen/ein-klares-jaahaa-arminia-gegen-union-berlin/ http://www.fankultur.com/blog/rundumbeobachtungen/ein-klares-jaahaa-arminia-gegen-union-berlin/#respond Tue, 06 Feb 2018 14:13:31 +0000 http://www.fankultur.com/?p=4431 Rundumbeobachtungen von U-Booten, Genialleistungen und einem Brezelunfall

The post Ein klares Jaahaa – Arminia gegen Union Berlin appeared first on FANKULTUR.com.

]]>
Rundumbeobachtungen

Montagsspiele haben gewisse Antiproportionalitäten zu Wochenendpartien. In der Wochenendpartie: Zug voll, Eingang geht, Block 3 voll. Montagsspiel: Zug leer, Eingang knallvoll, Block 3 geht. Am Eingang selbst gibt es den obligatorischen Chancenabgleich: “War gibt dat heute?” – “Also, das wird ein klares…Jaahaa…korrigiere mich: Gibt ein schmutziges Jaahaa!”.

Beim Weg auf Block 3 gibt es Musik. “Paranoid” in der Originalversion, Lothar at his best! Sebi Wiese auch: “Es ist arschkalt, aber uns ist es scheißegal!”. Zweimal Pipikacka in sieben Worten, Respekt! Applaus und Gedenken für unseren Stopper.

Arminia ist am Ball und bleibt das erstmal auch. Schickes Pressing, weniger schicke, herausgestocherte Ballgewinne. Putaro an die falsche Seite vom Tornetz. Wuaaooouuh! Die Wochentagsspiele sind zwar drauf und dran, uns den Zuschauerschnitt zu versauen, trotzdem herrscht gute Stimmung auf der Süd, gut Druck von Block 1. Auch die Eisernen Gäste machen Alarm. “Was rufen die da?”, fragt Block 3. “Bie-le-feld. Notfalls immer Bie-le-feld”. Wuaaooouuh! Schickes Ding von Voglsammer, noch schickere Parade von Keeper Mesenhöler. Arminia ist weiterhin am Knopf, aberaberaber…Bälle fliegen und hüpfen manchmal so unkontrolliert durch die Gegend, dass selbst Newton Schwierigkeiten hätte, die Ballwege richtig zu berechnen. So sind es genau genommen nicht der schlecht geklärte Börnersche Kopfball, nicht das Dicksche Herumgekrebse und auch nicht die Ortegasche Herausraserei, die Steven Skrzybski aus heiterem Flutlicht das 0:1 ermöglichen – Nein, es ist die elende Physik!

Das 30. Gegentor in dieser Saison. Jubiläumsfeier? Fehlanzeige. Ich war ja darauf eingestellt, dass es irgendwann fallen würde, aber erst am 31.Spieltag oder so, doch nicht jetzt, wo es arschkalt ist…Block 3 fasst zusammen: “Blöd.”- “Jo.”. Protagonisten und Zuschauer brauchen ein bisschen, um das Gegentor wegzuknabbern, nehmen dann aber wieder Fahrt auf. Block 3 diskutiert mal wieder die Personalie Flotze Dick. Schließlich wird mehrheitlich beschlossen, dass Dick später das Siegtor macht. Aber erstmal brauchen wir den Ausgleich. Den macht Dick schon mal nicht. Schütz und Kerschbaumer auch nicht, die schlittern knapp an Hereingaben von Voglsammer und Hartherz vorbei. Hartherz, der ist auffällig unterwegs. Seit seinem Freistoßgemälde in Bochum hat er Auftrieb wie ein U-Boot mit Blähungen.

Arminia drückt, Union ist Eisern – und nach Balleroberung sehr flink unterwegs. “Jeder soll es sehn, dass wir auch in schwersten Zeiten zu Arminia gehn”. So schwer sind die Zeiten eigentlich nicht. Rückstand halt. Doppelchance! “Neeeeiiiin, die haben das Toreschießen echt verlernt!”, fatalisiert Block 3, “Null Effektivität, ey, Null!”. Und Doppel-Fatalisierung (“Maaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaannn!”), als Putaro eine Hartherzflanke aus einer Armlänge Entfernung über den leeren Schuppen haut. Elende Physik! Mathematik ist übrigens nicht ganz so elend. Am Ende des heutigen Abends wird die Arminia 2018 aus zwei Toren fünf Punkte gemacht haben. Von wegen effektiv und so.

Halbzeit. Wurstzeit. Großartige Werbeslogans. Bis unter die Ost bin ich gelaufen, um noch mehr zu entdecken.

Unsere (nicht mehr ganz so) neue Almbratwurst steht unter kritischer Beobachtung. Für die Sprüche sollten die Brater dennoch die Bundesverdienstwurst erhalten. Deutsche Sportwurst Allez!

Nach Wiederanpfiff hat Union eine Riesenchance, aber Arminia wirft jetzt richtig Gummi auf die Piste. Und die Alm wird auch richtig laut. “HAND!”, brüllt es über die Alm, als es im eisernen Strafraum zu einer dieser strittigen Szenen kommt. Kein Pfiff. Tja. Die Neutral-Diplomatischen nennen es “strittige Szene”. Die Süd nennt es “Verpfiffen!”. Ortega hätte es “Glanzparade” genannt. Aber war ja nicht mit Absicht, jaja. Nicht, dass es keine Ausnahmen gäbe, aber welcher Fußballer ist so blöd u…JAAAAAAAAAAAAAAAAA! Geiles Ding vom Olchi! Da isser, der Ausgleich!

Jetzt sind alle heiß, die Arminen unten und die Arminen oben! Weiter geht’s! Börner hat die Chance! Putaro hat die Chance! Keine Kiste, die soll ja eh Flotze machen. Kurz darauf die zweitgenialste Leistung des Unparteiischen am heutigen Abend: Schütz und ein Unioner liegen im Strafraum, der SchiRi pfeift eine Aktion im Mittelfeld als Abseitsstellung zurück. Is nich so. Das bringt Jeff in Rage und auch Block 3. “SchiRiiii! Du Blinder!…Hörst Du jetzt her?”. Das meint der im Spaß. Bitte lass es ihn im Spaß meinen…

Tja, dann lässt der Druck nach. Union kann sich befreien, und – im Fußball gibt es keine Zeitspielregel – sich drei Ewigkeiten lang den Ball rund um die Mittellinie zuspielen. “Wollen die den Ball nicht mehr?”, fragt Block 3. Bisher hat Arminia in Hälfte zwei ja reichlich Ballbesitz gehabt. Nicht, dass die jetzt genug davon haben. Auf jeden Fall wissen sie in der Schlussphase nur noch wenig damit anzufangen.

Wer dachte, die übersehene Abseitsstellung sei nicht mehr zu toppen, wurde am Ende eines besseren belehrt. Unions Freistoß bugsieren die Blauen irgendwie weg. Der Nachschuss von Skrzybski landet in der Kiste. Schock auf Block 3, wir sind doch die mit den Last-Minute-Siegen. Plötzlich wütende Proteste der Unioner, alle auf den SchiRi. Dass das Spiel vor dem Einschlag beendet war, muss sich auch auf den Rängen erstmal rumsprechen. Erleichtertes und …tststs…leicht hämisches Lachen löst die Schockstarre ab. Nein, zählt nicht, keine Sorge. Nein, 1:1, alles okay. Applaus.

Es ist alles regelkonform. Genauso, wie die Glanzparade eines Verteidigers. Der Fairness halber muss man sagen, dass das mangelnde Fingerspitzengefühl des SchiRis am Ende den Punkt gerettet hat, auch wenn der bis dahin leistungsgerecht war. Als Unioner wäre ich extrem angefressen. Als Armine muss ich ja fast “Was soll’s” sagen. Punkt is Punkt.

Nach dem Spiel gibt es noch einen Verkehrsunfall im Ausgangsbereich der Süd. Ein Backwarenschwertransport verunglückt, es gibt jede Menge verletzte Brezeln. Und Gerüchten zufolge sind die Almbediensteten zur Zeit immer noch damit beschäftigt, die steinharten Brötchen aus dem Asphalt zu prokeln (da ist die Deutsche Sportwurst nicht so ganz Allez). Südtribünen-Urgestein Nina und der Rundumbeobachter machen Gaffer-Fotos und Gaffer-Text. Bevor niemand darüber berichtet. Ist nämlich schade um die Brezeln.

(Foto: Nina Vanessa K.)

Der kritische Blick auf die Tabelle:

30 Punkte. Jetzt beginnt – zumindest laut Florian Dick – die schwierigste Phase der Saison, die letzten zehn Punkte bis zum Ligaverbleib. Und wir sind hier bei Arminia! Das wird haarig! Hallooo? Was hat Block 3 denn so gute Laune? Heeey! Ein bisschen Pessimismus, bitte! Wir! Sind! Bei! Arminia!

Gute Laune raus!

The post Ein klares Jaahaa – Arminia gegen Union Berlin appeared first on FANKULTUR.com.

]]>
http://www.fankultur.com/blog/rundumbeobachtungen/ein-klares-jaahaa-arminia-gegen-union-berlin/feed/ 0
“Reicht denen mal einen Kaffee rein.” – Arminia in Bochum http://www.fankultur.com/blog/rundumbeobachtungen/reicht-denen-mal-einen-kaffee-rein-arminia-in-bochum/ http://www.fankultur.com/blog/rundumbeobachtungen/reicht-denen-mal-einen-kaffee-rein-arminia-in-bochum/#respond Tue, 30 Jan 2018 19:19:46 +0000 http://www.fankultur.com/?p=4411 Rundumbeobachtungen von Grausamkeiten, Piet Flosse und Selbstverantwortung

The post “Reicht denen mal einen Kaffee rein.” – Arminia in Bochum appeared first on FANKULTUR.com.

]]>
Rundumbeobachtungen

Es ist dunkel. Finsternis auf der Autobahn, durchzogen von gelegentlichen, regennassen Lichtern. Auf dem Weg zu einem Rivalen, der dabei ist, sich aus allen möglichen Richtungen selbst zu zerfleischen. Fehlt nur noch der passende Soundtrack. Von Darkthrone oder Dimmu Borgir, auf jeden Fall aus Norwegen. Im Autoradio läuft Tim Bendzko (heißt der so?). Der WDR hat es einfach nicht drauf. Until the light takes us…

Die Berichterstattung von heute spricht von strengen Eingangskontrollen. Da hab ich Glück gehabt, so locker bin ich noch nie in Bochum reingekommen. Es gibt nur einen leichten Stau, als jemand an den Drehkreuzen ernsthaft versucht, mit der Eintrittskarte vom Hinspiel reinzukommen. Erwartungsgemäß klappt das nicht. Was schade ist, denn dann könnte ich mit meiner Dauerkarte vom letzten Turnier in Jöllenbeck überall zu jedem Fußballspiel rein. So oder so ähnlich war doch die Logik dieses Vorhabens, oder?

Weil es bei den letzten Malen stimmungstechnisch gut funktionierte, haben sich die Supportlager auf Steh- und Sitzplätze aufgeteilt. Auf dem Steher werden die Kader der balltretenden Abendgestalter diskutiert. “Sidney Sam ist bei Bochum? Mit dem ist es auch vorbei.”. Wenn wir schon beim Thema sind: Hallo, Robert Tesche, olle Middendorp-Entdeckung.

Und dann geht das Spiel los, auf regenschwerem Geläuf. Und…hmtja. Fußballberichterstattung ist ja reich an Floskeln. Zu der fußballerischen Grausamkeit, die uns jetzt präsentiert wird, ist heute etwa folgendes zu lesen: “überschaubares Niveau”. “Hauptsächlich im Mittelfeld”. Oder hier:“ Chancen waren lange Zeit Mangelware”, auch schön. Ich sage: Ein Festival an Rutschern, Fehlpässen und Stockfehlern, an dem nur die Seitenauslinien Spaß haben. Filmt das in Schwarzweiß in schlechtester Qualität und verkauft es an Darkthrone oder Dimmu Borgir, auf jeden Fall an Norweger, für deren nächsten Videoclip.

Immerhin lebt das Spiel von der Spannung. Der VfL hat mehr Ballbesitz, Arminia hat die erste Torchance, als Weihrauch zu wenig Druck hinter einen Flugkopfball kriegt. Das Stadion singt zusammen “Ostwestfalen Idioten”. 12.400 Zuschauer sind vor Ort, davon 2.100 Bielefelder. Als nach zwölf Minuten die Bielefelder Ultras eintreffen, haben wir die Lautstärke endgültig auf unserer Seite. Die Bochumer aktive Szene fehlt völlig. Es brodelt anne Castroper. Auch auf dem Steher treffen die letzten Nachzügler ein. Es gibt obligatorische Über-mehrere-Köpfe-hinweg-Handschläge und Willkommenssprüche. “Der da im Bayern-Trikot, das ist doch Dein Bruder, oder? Höhöhööö…”.

Vom Spiel gibt es nichts zu berichten. Hier die nächste Auswahl an Wieselei aus der Tagespresse: “Ohne die ganz großen Aufreger”. “Zäh und ereignisarm”. “Torwart anspielen, der ist frei”, brüllt irgendwer aus dem Gästeblock. Ironie hin und her, das ist die einzige Anweisung, die man den Blauen nicht mitzugeben braucht. Bei den ganzen Rückpässen ist Stefan Ortega gefühlt der Spieler mit den meisten Ballkontakten. Klar will Arminia das Auswärtsspiel ruhig und kontrolliert angehen. Aber so?

Halbzeit. “Wo ist die Wurstbude?” – “Da unten”. – “Echt? [guckt nach oben]”. Unten richten sie den Rasen. Oder suchen nach Fliegerbomben. Und der VfL kann Selbstironie.

Worte sagen viel, Taten die Wahrheit. Es brodelt anne Castroper.

Die zweite Halbzeit geht erstmal so weiter wie die erste. Vorschlag vom Gästeblock: “Reicht denen mal einen Kaffee rein.”. Und dann brennt es auf den Sitzern. “Emotionen respektieren, Pyrotechnik legalisieren” ist mal wieder vermehrt zu lesen. Mit den Inhalten der gleichlautenden Kampagne haben sich bestimmt alle auseinandergesetzt, oder? Hat man sich gestern so eigenverantwortlich verhalten, wie in der Kampagne beschrieben? Nö. Ist andererseits die Idee von Rahmenbedingungen, unter denen ein Feuerwerk genehmigungsfähig wäre, pauschal geächtet? Auch Nö. Nerviges Thema. De iure: Pyro verboten. De facto: Pyro vereinsschädigend. Alles andere ist sehr ferne Zukunftsmusik. Genau genommen ist “Emotionen respektieren, Pyrotechnik legalisieren” sogar lang verklungene Vergangenheitsmusik. Ach ja, Arminia spielt in Bochum.

Das Spiel nimmt etwas Fahrt auf – beide Mannschaften kämpfen. Und Keanu Staude spielt mit, ja, echt! Und kommt leider im Strafraum nicht am Gegenüber vorbei. Und Ortegas nächste Ballkontakt ist ein toller Reflex bei einem Bochumer Schuss. Weihrauch Kopfball…aaaaargh….das hätte es sein können. Voglsammer rammt in der eigenen Defensive einen Gegenspieler weg. Die einzige Eiche, die laufen kann, Toreschießen kann und ein Oberschenkeltattoo hat. In die Rinde geschnitzt. Drunter macht’s der Vogi nicht. Stimmungshoheit auf Bielefelder Seite. “Deutscher Sportclub Allez Allez Allez”.

Florian Hartherz (Gästeblock: “Hertharz…nee…”) gehört heute zu den auffälligeren Arminen. Wie sein Gegenüber Florian Dick fängt er die durchaus ambitionierten Flügelangriffe der Bochumer ab. Unterschied zu Flotze: Bei FH28 sieht das immer ein bisschen merkwürdiger aus. Geht aber auch immer irgendwie gut. Fast antiproportional ist da sein Freistoß in den Winkel. Berichterstatter-Floskeln: “ein Gemälde”, “gestreichelt”. Rumgestakst, ein Bewegungsablauf wie Piet Flosse, und dann ein Freistoß im Messi-Stil. Nur Florian Hartherz kann mit einer solchen technischen Palette zum Mann des Tages werden.

Nachdem der Gästeblock sich wieder entknäult hat, geht das Zittern los. Strafraumgewühl drüben, wo es in besseren Zeiten laute Bochumer gab. Ortega schmeißt sein Konterfei in den Ball. Hat heute bestimmt ein Gesicht in Vereinsfarben. Arminia fällt bei Kontersituationen wenig ein. Gästeblock: “Hemlein hat wenigstens die Haare schön” (Hinweis: Stephan “Mr. Hair” Salger ist krank.) Dem VfL fällt außer langem Hafer gar nichts ein. Der völlig freie rechte Flügel wird zu Arminias Glück regelmäßig übersehen.

Boooah, zittern, der VfL ist jetzt natürlich feldüberlegen. Arminia schlägt die Abwehrschlacht. “Gleich ist es vorbei” – Nachspielzeit drei Minuten – “Von wegen”. Aber dann ist es doch vorbei. Allez, Allez, Ladihoooo-ooo…

Der kritische Blick auf die Tabelle:

Wenn Du die dreckigen Spiele gewinnst – und das war eins – erreichst Du Deine Saisonziele. Noch 14 Spiele für 11plus Punkte. Machbar. Sieht gut aus.

Schlechte Prognosen raus!

The post “Reicht denen mal einen Kaffee rein.” – Arminia in Bochum appeared first on FANKULTUR.com.

]]>
http://www.fankultur.com/blog/rundumbeobachtungen/reicht-denen-mal-einen-kaffee-rein-arminia-in-bochum/feed/ 0
Schiiieß! – Arminia gegen Greuther Fürth http://www.fankultur.com/blog/rundumbeobachtungen/schiiiess-arminia-gegen-greuther-fuerth/ http://www.fankultur.com/blog/rundumbeobachtungen/schiiiess-arminia-gegen-greuther-fuerth/#respond Fri, 26 Jan 2018 09:38:01 +0000 http://www.fankultur.com/?p=4396 Rundumbeobachtungen von komischem Feeling, Doppelrohrauspuff und Block A

The post Schiiieß! – Arminia gegen Greuther Fürth appeared first on FANKULTUR.com.

]]>
Rundumbeobachtungen

Da ist sie. Arminia! Ostwestfalens Gloria! Schuldenfrei und Scheine in die Tasche gestopft. Nun brechen glorreiche Zeiten an für uns alle im RegBez Detmold, Ostwestfalen, Ostwestfalen, Hey, Hey, und…

…und endlich kehrt auch die Mannschaft auf den Platz zurück. Und gleich beim ersten Almauftrieb hat Arminia Gelegenheit, allen zu beweisen, dass sie trotz finanzieller Gesundung immer noch die alte ist. Gegen die Fädder zu verkacken, die in der Fremde bisher weniger Punkte geholt haben als Arminia in Fürth selbst – das wäre doch Arminia Old School, oder?

Komisches Feeling, 20:30 unter der Woche. Zwischen zwei Schichten. Fühlst Dich, als würdest Du im Zug von der Party sitzen und nicht zur Party hin. So ist nicht nur der Besuch (12.512), sondern auch der leicht müde SingSang zu Beginn der Partie zu erklären, als Arminia erstmal Schwung holt. Den hat dann als erstes Olchi Kerschbaumer, der offenbar gar nicht mitkriegt, dass er völlig freie Bahn Richtung Kiste vor der Süd hat. Deshalb wundert er sich wohl auch über die eigentlich unmissverständliche Anweisung von Block 3 („Schiiiiieeß!“) und verzieht.

Die Blauen haben den Ball, aber nur so viertel Torchancen. Fürth haut den Ball gelegentlich mal in Richtung des wie immer fantastisch nicht besuchten Block A. Die Alm singt, tapfer, aber müde. Zwischen zwei Schichten. Block 3 sucht sich Nebenbeschäftigungen. Zum Beispiel: Für Gerstenverköstigung bei Beerman sorgen. Fünf Mann belagern die Bierinjektion auf Beinen, brüllen ihre Bestellungen, halten Geld hin, Beerman brüllt Preise und zapft…Das kann man so zusammenfassen: Zahl-Drei-Trink-Zwei.

Uuuui, der von Schütz war ja mal richtig knapp! Das kriegen die Beerman-Kunden mit („Schiiiieß!“). Aber sie verpassen die erste Gelbe des Spiels für Fürth und müssen rätseln: „Haben die jetzt gelost, wer Gelb kriegt? Und wofür? Wettstreicheln?“. Kurz darauf tritt Börner in die Luft, so können die Gäste aus Nürnbergs Westvorstadt das erste Mal auf die Hütte dölmern. Block 3: „Iiiiiih!“. Iiiiih. Haste so auch noch nicht gehört. Es folgen die Voglsammer-Festspiele, wenn auch ohne Schlussakkord. Erst tankt sich das markanteste Oberschenkel-Tattoo Ostwestfalens über rechts durch, scheitert aber. Dann hält Greuther Fürths Torwart Burchert. Der kann mit dieser Frisur übrigens eine Disco aufmachen. Zusammen mit Hartherz. Und beide machen den Türsteher und fahren im getunten Golf mit Doppelrohrauspuff nach Hause. Weihrauch kommt über rechts („Schiiiieß!“), spielt rein, Vogi rutscht vorbei. „Die Einschläge kommen näher“, übt sich Block 3 in Verdun-Rhetorik. Und kurz vor der Pause köpft AV21 nochmal aus dem Gewühl, kann Burchert aber wieder nicht überlisten. „Ein Mini-Wischer“, jault Block 3, „Dabei hätte es ein Wenig-Wischer sein müssen“. Hat Vogi eigentlich so massige Quads oder ist seine Hose zu klein?

Halbzeit. Wird unser Tempel umbenannt, wenn er verkauft wird? Erstmal nicht, denn aufgrund von Namensrechtsgedöns bleibt die offizielle Namensgebung erstmal “SchücoArena”. Und heißen tut es eh “Alm”. Wie wäre es später mit “Bündnis-Ostwestfalen-Alm”? Das hätte auf so vielen Ebenen Stil…

Vogi! Kann passieren. Hartherz!! Muss rein!! (oder die „war zu einfach“-Phrase, je nach Sicht) KLOS!!…Nein, Fabi, Block A ist nicht das Tor, der ist nur wie immer fantastisch nicht besucht. Die dreifache Chance zu Beginn wird zum Triple Fail, lässt den Support aber für kurze Zeit wieder aufkommen. Sonst müder, tapferer SingSang. Das hat nichts mit edlen „Wir müssen immer voll die Stimmung machen“-Debatten oder Tapferkeit zu tun, nein, zwischen zwei Schichten ist man einfach müde. Tapfer sind wir allemal. Arminen und so.

Freistoß! Zentrale Gefechtslage. Behrendt? Schütz? Hartherz? Schütz! „Schiiieß!“….Gestänge, MIST! In der Linie 4 nach dem Spiel sagt einer dazu: „Der Freistoß an’n Pinn, der wäre drin gewesen.“. Das hat doch mal Tiefe. Ostwestfälisches Idiom, Konjunktiv II, eine Logik ohne Logik (was an’n Pinn ist, ist nie drin) und irgendwie auch eine Metapher für das ganze Spiel. Denn das erlösende Siegtor hätte passieren müssen. War aber nicht. Nach dem Freistoß auf Block 3: „Wenn die nicht langsam mal’n Tor machen…“. Machen sie aber nicht. Sie wirken mehr und mehr ratlos. Und Fürth macht auch nicht. Irgendwann legt sich vor der Eckfahne ein Kleeblatt den Ball nach rechts vor, geht aber nicht hinterher. Ouh Mann, 0:0…und der Spieler heißt auch noch „Raum“…ouh Mann, 0:0…Aber ordentliche Aussage der mitgereisten Franken:

Und nun fällt den Blauen da unten wirklich nix mehr ein. “Wächsääääääln!”, fordert Block 3. “Ist jetzt zu spät”, relativiert der Nebenmann, “außerdem, wen willste bringen?“. Tja, noch schießt das Geld keine Tore. Wen willste da bringen? Die Oetker-Sippe? Die Anstoetz-Family? Den Schüco-Vorstand? Dazu reicht das Wechselkontingent einfach nicht. Es werden dann Brandy, Putaro und Nöthe. Brandy verstolpert als erstes mal den Ball. Block 3 ist lakonisch: “Profifußball par excellence.”. Der Olchi hat noch eine gute Konterchance. “Schiiiieß!”. Aber Doppelrohrauspuff im Greuther Tor ist der beste Mann aufm Platz heute.

Fürth standartet noch ein bisschen in der Nachspielzeit herum und dann ist es vorbei. Schlecht hat Arminia nicht gespielt. Ham halt die Kiste nicht gemacht. Das ist umso ärgerlicher, als dass die Fädder nichts Gefährliches angeboten haben. Immerhin: Wenn man selbst wenig für den Klassenerhalt tut, gibt es immer noch Abstiegskämpfer, die noch weniger dafür tun. Aber ob das eine wesentliche Erkenntnis ist und ob sie wirklich beruhigt…na ja…

Der kritische Blick auf die Tabelle:

Greuther Fürth hat jetzt genauso viele Punkte in der Fremde geholt wie Arminia in Fürth selbst. Arminia hat das Heimpunktedutzend vollgemacht. Statistik, die keinem hilft, aber sich lustig liest.

Statistik raus!

The post Schiiieß! – Arminia gegen Greuther Fürth appeared first on FANKULTUR.com.

]]>
http://www.fankultur.com/blog/rundumbeobachtungen/schiiiess-arminia-gegen-greuther-fuerth/feed/ 0
Arminia 2017 – Das ostwestfälische Jahres-EKG http://www.fankultur.com/blog/rundumbeobachtungen/arminia-2017-das-ostwestfaelische-jahres-ekg/ http://www.fankultur.com/blog/rundumbeobachtungen/arminia-2017-das-ostwestfaelische-jahres-ekg/#respond Sun, 07 Jan 2018 16:09:36 +0000 http://www.fankultur.com/?p=4363 Jahresrückrundumbeobachtungen zum Puls der Stadt, unserer Leidenschaft

The post Arminia 2017 – Das ostwestfälische Jahres-EKG appeared first on FANKULTUR.com.

]]>
Jahresrückrundumbeobachtungen

Der Puls der Stadt – wieder hat er ein Jahr lang das blaue Herzblut durch unsere Adern getrommelt. Mal langsam, mal schnell. Eines war er aber auch in diesem Jahr nicht: Ein Ruhepuls. Es folgt der Rückblick auf ein Jahr schwarzweißblauer Herzschläge.

Tabellenkoma – Puls im Keller und nur manchmal ein Ausschlag

Die Winterneuzugänge lesen sich erstmal nicht schlecht für einen Tabellensechzehnten. Sören Brandy kommt, der olle Paderborner. Und Reinhold Yabo wird ausgeliehen, ein vielversprechender Spieler, der es vom Wildpark in die Champions League geschafft hat. Auch die Frauen des DSC vermelden eine spannende Verstärkung: Aylin Yaren, die bekannteste Balljongleuse der Republik, schnürt ab jetzt die Töppen für die Blauinnen. Allerdings ist ihr Gastspiel im April schon wieder vorbei. Daniel Brinkmann verlässt Arminia in die Nachbarschaft. Flo Dick soll gehen, macht das aber auch diesmal nicht. Und wird auch 2017 wieder wichtig für die Blauen.

Es ist ein unsicheres Gefühl in diesem jungen Frühjahr. Unbedingter Zuspruch, weil die Blauen ihn gerade jetzt brauchen? Nichts Schönreden oder einfach hoffen? Die Angst vor Abstieg und Pleite schwingt überall mit. Und es geht erstmal schovel weiter. Beim Tabellennachbarn aus Karlsruhe sorgt ein Hesl-Fehlgriff für die 2:3 Niederlage. Frust bei uns: Hesl ist der Sündenbock, die Abwehr sind die Sündenherde, und Arabi ist sowieso der Hüter der Ziegenböcke. Alles Zeichen unserer Unsicherheit. Wenigstens wird 1860 München mit 2:1 niedergekämpft – ein für die Abschlusstabelle entscheidender Sieg, aber das wussten wir da noch nicht. Der Patient im Tabellenkoma wollte irgendwie nicht aufwachen. Im Pokal bei Walldorf Astoria zeigen sich kaum Lebenszeichen, beim 1:3 in Köpenick gar keine. Beim 1:1 gegen St. Pauli zeigen sie sich erst in der Nachspielzeit. Na ja, eigentlich zeigt sich Fabian Klos, der als einziger rackert und das späte 1:1 erzielt. Und dann zeigen die Fans, dass Arminia lebt. Ein bisschen Fatalismusfarbe („Letzte große Party vor dem Untergang“) ist dabei. Aber beim Freundschaftsbesuch in Hannover zu Karneval erneuern die Fans ihr Bekenntnis zu Arminia und feiern sich und ihren Club. Einfach mal’n Rotz auf die Tabelle!

Die Mannschaft spielt ordentlich, 2:2 beim späteren Vize. Und tritt auch beim ehrenhaften 0:1 im Pokalviertelfinale bei Eintracht Frankfurt gut auf. Mann, jetzt müssense doch mal stabil sein, oder? Aufwärtstrend gegen Aue bestätigen! Patient zuckt doch, oder!? Ja. Patient zuckt fünf Minuten und zwei Standards, führt 2:0… Und legt sich dann wieder ins Koma. 2:2. Mit Eigentor. Frust bei uns. Wieder zwei Punkte verschenkt. Wie sollen so die nötigen Punkte reinkommen? Und wir Fans stehen da und können nur anfeuern. Und je nach Tagesform Arabi, Kramny, Klos oder Hesl kritisieren. Gut, Hesl ist in Nürnberg auf der Bank, Davari in der Kiste. Nach dem einmal mehr komatösen 0:1 ist Kramny nicht mehr auf der Bank, sondern nur noch auf der Gehaltsliste. Bei allem Respekt, aber irgendwie habe ich bei seinen Pressekonferenzen immer gedacht: „Ouh, der weint gleich…“. Er hat die Mannschaft verwaltet, seine Punktausbeute war nicht immens katastrophal. Aber verwalten reicht halt nicht, wenn es gilt, einen Tabellenkomapatienten wiederzubeleben.

Herzschläger und Pulstreiber – Die Rumpi-Maschine

Mitte März bleibt also immer noch die Frage, wie Arminia an Herzschlag kommt, oder besser noch: Herzrasen. Das Herz ist ein lebenswichtiges Organ. Aber auch ein „ausführendes Organ“. Wie Carsten Rump, der hat sich mal selbst so bezeichnet. „Wenn mir einer sagt, ich soll den Platz abkreiden, dann mache ich das auch“. Jetzt macht Rumpi wieder den Übergänger. Und der DSC schlägt in einem ordentlichen Auftritt den 1.FC Kaiserslautern mit 2:0. Das ausführende Organ ist sowas von am Leben. „An alle Arminen da draußen: Es geht aufwärts!“, verkündete er. Und leistete seinen Teil. Rumpi ist auch in 2017 die Herz-Lungen-Maschine der Mannschaft. Das ist in jedem Spiel zu sehen, wenn er dem vierten SchiRi mal wieder eine Herzmassage verpassen will. Und da war diese Ansprache, die in jeden Jahresrückblick muss:

Reanimation – Oh Pardon, und Sie sind…?!

Oh Pardon, sind Sie der…neue Trainer? Schweiz? Thun? Benelux? Jeff…Strasser? Neee. Jens Sabine…? Seien wir ehrlich, mit dem Namen Jeff Saibene konnte kaum einer von uns etwas anfangen. Beim Antritt des Luxemburgers ist aber schnell klar: Da kommt eine Persönlichkeit. Eine leise, brüchige Stimme, die kaum zur kuschelbärigen Statur passt, aber weiß, wovon sie redet. Ein freundlicher, humorvoller Mensch, bei dem man aber merkt, dass er ziemlich böse werden kann, wenn es sein muss.

Ein unglaublich dämliches Eigentor beschert Arminia einen glücklichen Punkt in Würzburg. Tatsächlich ist das Pech des Junior Diaz das Glück des DSC. Die zwei Punkte weniger für Würzburg, der eine Punkt mehr für die Blauen sorgt für den in der Abschlusstabelle entscheidenden Vorsprung von drei Punkten auf die Unterfranken. Tatsächlich kommt Arminia unter Jeff in Schwung. Acht Punkte holt die Truppe aus den nächsten vier Spielen. In Sandhausen gelingt der erste Auswärtssieg der Saison überhaupt. In Heidenheim wird ein 0:2 egalisiert. Lange hält Arminia gegen den späteren Aufsteiger aus Stuttgart mit, ein Fehler von Davari kippt das Match.

Nach dem 2:2 in Heidenheim sind 30 Runden rum. Arminia ist Vorletzter und die Konkurrenz denkt gar nicht daran, die Blauen vorbeizuwinken. Keine schöne Situation für uns auf Block 3 und Umgebung. Klar, es sind wieder Pulsschläge zu fühlen, sogar starke Pulsschläge. Trotzdem kommt die Band nicht unten raus und es bleibt das miese Gefühl, dass es trotz guter Leistungen nicht reicht. Gegen Fürth geht ein Dreier verloren, nach einem Davari-Patzer, das Ende dessen ostwestfälischer Fußballkarriere. Als danach Unsicherheit und Frust durchzubrechen drohen, besinnen wir uns auf uns. Das Spiel in Bochum wird zur „12.Mann“-Mottofahrt. Unser Support im Ruhrstadion ist fantastisch. Zwar gibt es auch an der Castroper keinen Dreier, aber Mannschaft und Fans signalisieren sich selbst, sich gegenseitig und der Außenwelt: Es ist noch nicht vorbei!

Und dann explodiert dieses Gemisch. Das wohl mitreißendste, emotionalste, ja beste Spiel, das Arminia Bielefeld seit Jahrzehnten auf den Rasen gezaubert hat, hievt die Truppe über den Strich. Schaut auf das Bild und lasst einfach mal hochkommen…

Historisch war das Spiel. Wert ist es nur dann etwas, wenn es in Dresden zum Klassenerhalt veredelt wird. Grillen in Telgte. Der Münsteraner FanClub. Und Arminia gucken. Schock, als Dynamo führt. Angst, als Dresden das Spiel dominiert und eine zweihundertprozentige zum 2:0 vergeigt. Riesenschock, als 1860 in Heidenheim führt. Freude beim Ausgleich durch Lord Börner. Riesenjubel, als der Heidenheimer Ausgleich fällt. Schluss in Dresden. …Heidenheim? Nachspielzeit? 60 wird alles reinhauen…“Schalt um!“. Ecke für 60, Spielzeit 90+756 (gefühlt)…abgewehrt, puh! Konter Heidenheim. Heber Heidenheim…und das nächste, an das ich mich erinnere, ist: Ich stecke mit dem Gesicht in einer Schale Weingummi und der Tisch wackelt. Und kaum ist jeder umarmt, jeder abgeklatscht, die Erleichterung herausgeschrien, ein spontaner, gemeinsamer Chant: „Jeeeff Saibene! Jeeeff Saibene!“. Der Retter ist benannt. Jeff le Chef! Jeff the Chef! Chef Jeff! Jazzy Jeff! Und der Vertrag wird schnell verlängert. Oh pardon, sind Sie der Graf von Luxemburg?

MAXImalpuls

MAXImalpuls. Tolles Wortspiel oder?! ODER!? …nich‘? Mal erklären? Okay. BELLAmalpuls, VIVImalpuls oder POCKEmalpuls gibt es nicht. Ja, geht um die Frauen. MAXI(ne Birker) und Co. haben den Klassenerhalt schon etwas eher als die Herren eingefahren und können sich zwei Derbyniederlagen auf der Alm erlauben. Während ich diese Zeilen in die Textverarbeitung hacke, diskutieren wir alle mal wieder über Geldprobleme des „Vereins“. Und meinen die Geldprobleme der ausgelagerten „KGaA“. Der Verein DSC Arminia Bielefeld lebt auch außerhalb, und wie. Arminia ist in der Zweiten Liga. Für für faires Eintrittsgeld mit freier Platzwahl. In herrlich familiärer Fußballatmosphäre. Mit toller Bratwurst, manchmal sogar mit Waffeln. Und mit tollem Ballsport! Kommt und seht: Die Maxi-Pirouette, den Vivien-Diver, den Jägerschen Antritt und die Preußsche Schlagschraube mit Anlauf:

Im Titelbild dieses Textes sind übrigens die Tabellenverläufe der beiden ersten Mannschaften über das Jahr gezeichnet, die Frauen sind die weiße Linie. Vielleicht liegt eine glorreiche Zukunft des DSC Arminia Bielefeld abseits von KGaAs, Geschäftsführern, Sponsoren und irgendwelchen Genussscheinen…

Puls fühlen – Sparwurst fressen

…oder Sparkursen. Kaum ist der Klassenerhalt unter Dach und Fach, verordnet Gerrit Meinke dem Profikader einen Sparkurs. Wir reagieren mit Unverständnis. Kaputtgespart, jawoll! Arminia ist für gesunde Fußballfinanzen das, was ein schwarzes Loch für die Astrophysik ist: Wenn nicht gestopft wird, wird irgendwann das ganze Universum verschluckt. Ob Arminia kaputtgespart werden kann, sei mal dahingestellt. Man konnte sie jedenfalls mal fast kaputt investieren. Die ganze Finanzmalässe ist für uns Außenstehende eine ziemlich abstrakte Sache. Also wenden wir uns bald einer konkreteren Thematik zu: Auf der Alm gibt es neue Bratwurst. Die kennen wir nicht und finden sie – sturhartnäckigkämpferisch – sofort und kontinuierlich blöd. Gut, die Currywurst im Becher ist ein Stilbruch. Die Currywurst selbst ist auch als Mantaplatte genießbar. Den Ansprüchen des Rundumbeobachters genügt die „neue“ jedenfalls – und ich habe hohe Ansprüche an Stadionkulinarien. Wem es nicht gefällt, der kann sich ja immer noch ein bodenständiges, vom liebevollen Roboter gefertigtes Cornetto ziehen. Aber schön, dass wir für ein paar Tage im Sommer mal keine dringenderen Probleme diskutieren müssen.

Trotz Sparkurs verändert sich das Team. Tomasz Holota und Malcolm Cacutalua verlassen den DSC. Hat nicht sollen sein. Bei Manuel Junglas ist sich das Umfeld da ein bisschen weniger sicher. Der Abgang von Dennis Mast wird als nächster Arabi-Fehler gesehen. Gleiches gilt für Sebastian Schuppan. Als Hesl und Davari gehen, steht Arminia kurzzeitig ohne Torwart mit Profi-Erfahrung da. Beide Pfostensteher gehörten mehr oder weniger zu Recht zu den Buhmännern der abgelaufenen Spielzeit, aber sooo? Und Rückkehrer Stefan Ortega soll es dann wieder richten? Der hat doch damals gegen Darmstadt… Dankbar entlassen wir Manuel Hornig in die Nachwuchsarbeit. Auch Reinhold Yabo geht wieder, zum Leidwesen der Fans. Er war eine mitentscheidende Stütze des Klassenerhalts, aber es ist, wie es ist: Selbst für Arminia sind manche Spieler eben zu groß – im positiven Sinne.

Wenn Sparkurs gefahren wird, geht es um gezielte Qualitätsverbesserung. Und das schafft Arminia. Ortega ist in Giesing gereift und präsentiert sich als sicherer Torwart. Patrick Weihrauch und Konstantin Kerschbaumer bringen Schwung ins Mittelfeld. „Olchi“ Kerschbaumer ist zweitbester Torschütze der Blauen in 2017/2018 bisher – hoffentlich schafft Arminia eine feste Verpflichtung über die Saison hinaus. Nils Quaschner ist ein vielversprechendes Back-Up im Sturm. Nils Teixera bleibt im Moment etwas zurück, hat aber Luft nach oben. Und dann gab es Andraz Sporar. Das mit den Weisheitszähnen sei verziehen. Als ich den Spaß damals hatte, habe ich zwei Wochen durch keine Tür gepasst. Aber die ganze Mini-Diva-Show vorher…Na ja, is jetz vorbei. Selbst für Arminia sind manche Spieler eben zu groß – im negativen Sinne.

Eine weitere Personalie kommt im Oktober: Markus Rejek wird neuer Geschäftsführer Finanzen. Den Wind hat er sich in Dortmund und bei 1860 München schon tüchtig um die Nase wehen lassen. Zwar können wir jetzt nicht mehr über das „Echte Liebe“-Getue lästern, das Rejek mit erfunden hat, aber schon die nächsten Woche werden wohl zeigen, dass auch das eine gute Personalentscheidung war.

Abschied nehmen müssen wir von Hannes Scholz. Menschen wie Hannes Scholz stehen dafür, dass ein Verein mehr ist als seine in eine Kapitalgesellschaft ausgegliederte erste Herren-Profimannschaft. Sie stehen dafür, dass es nicht nur auf Profispieler, Profitrainer und Profibusiness ankommt, sondern auch auf Breitensport, Engagement, Wurzeln und Integrität – kurz: Auf ein Vereinsleben. Mit seiner Bodenständigkeit, seinen stets fairen und sachlichen Einschätzungen war Hannes Scholz eine besonderer Repräsentant des Vereinslebens von Arminia Bielefeld, auch und gerade abseits des schnelllebigen Profigeschäfts. Danke Dir, Hannes!

Herzsprünge – Spitzenreiter, Spitzenreiter, Hey, Hey!

Die neue Saison geht los und Arminia ab wie ein brennendes Wiesel. Nach drei Siegen in Folge grüßt Arminia von Gipfelkreuz des Klassements. Als die Blauen dann mit einer soliden Leistung noch einen Punkt beim Aufstiegsfavoriten Union Berlin holen, kennt die Freude kaum Grenzen. Die Truppe spielt konzentriert! Die Truppe spielt kaltschnäuzig! Sie sind torgefährlich! Die Pille läuft! Lass mal aufsteigen! Das unglückliche Ausscheiden im Pokal gegen Düsseldorf trübt die gute Laune nur ein bisschen. Der beste Saisonstart seit 17 Jahren! Ja, wenn der ehemalige Komapatient so kräftig durch die Gegend hüpft, dürfen wir uns auch einfach mal freuen. Ein besonderes Spaßhighlight ist außerdem der Werbespot für den Trikotsponsor. Selbst beim auf-eine-Shampooflasche-gucken ist Jeff-Chef sophisticated.

Die Frauen machen es im Pokal besser: Auch sie müssen in die Verlängerung, gewinnen aber mit 3:2 in Herford. Aber die Blauinnen sind auch die ersten, die mir in 2017/2018 eine Niederlage vorführen – 0:1 in Meppen. Aber auch dieser schwarzweißblaue Motor wird bald darauf auf allen Zylindern laufen. Die Mädels gewinnen vier Spiele in Folge (19:2 Tore) und sind kurzzeitig ebenfalls Hey, Hey, Spitzenreiterin. In der zweiten Pokalrunde schalten sie den Bundesligisten aus Duisburg aus.

Zurück auf Normalpuls

Um die träumende Anhängerschaft wieder auf den Boden der Realität zurückzuholen, entschließt sich Arminia im September für einen kurzen Rückfall ins Koma. Gegen Duisburg sind die Blauen nicht auf dem Almrasen und kriegen einen 0:4-Einlauf. In Darmstadt ist zumindest die Offensive wieder da, doch die Defensive schnorchelt immer noch. Wieder setzt es vier, die drei DSC-Tore reichen nicht. Nun haben wir wieder ein paar Defizite,über die wir uns ärgern müssen, dürfen und tun. Normalpuls, puh! Dann meldet sich die eingespielte Taktik aber wieder zurück. In Dresden und Nürnberg gewinnen die Blauen – die Auswärtshorste der Vorsaison haben nun schon satte zehn Punkte in der Fremde geholt. Bester Torschütze: Andreas „Pumper“ Voglsammer, der mittlerweile so aussieht wie das Filmplakat von „300“. Ganz im Gegensatz zu Fabi Klos. Der hat im Sommer abgespeckt und von der Dampframme zur hängenden Spitze mutiert – und macht das ordentlich. Aus Charline Hartmann ist eine Maxi Birker geworden, schaumaleinerguck.

Im Oktober wartet ein hartes Programm auf die mittlerweile 17 Punkte schweren Blauen – und es setzt drei Niederlagen in Folge. Gegen Spitzenreiter Düsseldorf, beim Überraschungsteam in Kiel und gegen den wieder aufstrebenden Absteiger aus Ingolstadt gibt es trotz einer Menge Einsatz drei Nullrunden. Nun ist uns wieder klar: Es kann nur gegen den Abstieg gehen. Und wir reden uns mal wieder die Köppe heiß über die Pyro in Kiel.

In Aue und gegen Braunschweig holen sich die Blauen die nächsten beiden Punkte. 19 sind es jetzt, fast die halbe Miete. Dafür schwächeln die Blauinnen ein bisschen Von den vier Spielen im November können sie nur eins gewinnen (gegen Gütersloh, hähää), der Rest geht verloren. Mit dem Gleichschritt haben es Männlein und Weiblein nicht so…obwohl, so ergänzen sie sich auch gut. Wenn zumindest eine von beiden Mannschaften gewinnt, ist es kein komplett vermiestes Wochenende.

Partypuls – Oh, wie ist das schön

Mit einer stabilen Leistung gewinnt die Band mit 2:0 in Kaiserslautern. Zum letzten Heimspiel des Jahres ist der FC St. Pauli zu Gast und Arminia feiert eine rauschende Weihnachtsparty. Beim 5:0 gegen die Kiezkicker klappt einfach alles. „Schade, dass das Spiel nicht noch weitergeht“, sagt jemand auf Block 3, nachdem die Jungs sich auf dem Zaun gebührend haben feiern lassen und Jeff Saibene seine kurze, aber intensive Weihnachtsansprache gehalten hat. Apropos miese Wochenenden – an diesem ersten Adventswochenende hatte ich ein richtig schönes. Erst Fünf Kisten gegen St. Pauli und dann spielen die Mädels gegen meinen zweitliebsten Club im Pokal. Meine Prämisse für den Tag: Turbine Potsdam wird wohl weiterkommen, die Blauinnen sollen aber (mindestens) ein Tor schießen, ich sitze nebendran und grinse ebenso wonnig wie dämlich. Hat alles funktioniert.

Herzrhythmusstörungen – Winter-Reha

Tja, leider geht es auch nach der Adventsparty weiter. Fettgefuttert mit 25 Punkten und mit erheblichem Feierkoma verlieren die Blauen erst in Sandhausen, dann in Regensburg. Das ist gleich mehrfach schade. Nicht nur ist das 5:0 gegen St. Pauli nicht veredelt worden, wir gehen außerdem mit einem flauen sportlichen Gefühl in und durch die Winterpause. Auch hier setzen die Mädels übrigens wieder den Kontrapunkt: Den null Punkten und 3:6 Toren der Herren stellen die Damen sechs Punkte und 8:1 Tore gegenüber. Gerade, als wir uns zwischen den Jahren mal ein bisschen Ruhe gönnen wollen, kommt eine neue Finanzmalässe daher. Finanzgeschäftsführer Meinke wird gezeigt, wo der Maurer das Loch in der Alm gelassen hat. Das trägt nicht zur Jahresendgemütlichkeit bei, ganz im Gegenteil. Wie schon zu Beginn des Jahres 2017 schlägt auch an seinem Ende wieder der diffuse Angstpuls mit.

Fan-Puls

„Fan-Puls“ ist ein Teekesselchen! Das erste Teekesselchen ist eine tolle Innovation, die im Juni an den Start geht. Fan-Puls TV kommt aus der Schmiede von Kanal 21 und ist der Fernsehfantalk von Fans für Fans. Live geströmt wird auf der Facebookseite. Fünf Sendungen gibt es bisher, more to come. An dieser Stelle bedanke ich mich, dass ich mit dabei sein durfte. Ein tolles Format, das Zukunft und mehr hat. Angucken!

Das zweite Teekesselchen ist der Puls der Fans im vergangenen Jahr. Wir hatten Angst. Wir waren unsicher. Wir haben uns Sündenböcke gesucht. Wir waren fatalistisch. Und wir haben, als es dann besser lief, wieder die Bundesliga ins Gespräch gebracht. 2017 sind wir mal wieder die ganze emotionale Achterbahn gefahren. Und obwohl wir fast die gesamte erste Jahreshälfte um die Existenz unserer Blauen fürchten mussten – so richtig mental die Segel gestrichen haben wir nie. So wie Verein und KGaA zu blöd sind, um komplett pleite zu gehen, sind wir Fans zu blöd, um komplett zu resignieren. Diese Kombination aus „nicht aufgeben können“ und „nicht aufgeben wollen“, gegenseitig zwischen Club und Fans, mag auf den ersten Blick nichts Spektakuläres sein. Jeder, der es erlebt hat, weiß aber, das es etwas ganz Besonderes ist – auch in der Art und Weise, wie wir es äußern. Es ist Teil des Charakters und ein Alleinstellungsmerkmal von Arminia Bielefeld. Abseits aller umherspukenden Traumgeister und Abstiegsgespenster.

Diagnose

„Die Zukunft ist ungewiss“, liest und hört man nun allenthalben mit bedeutungsvoller Grabesstimme bzw. Grabesschrift. Die Aussage ist Quatsch. Die Zukunft ist immer ungewiss. Genauso gut kann man sagen: Arminia ist schwarzweißblau. Ein Millionenbetrag soll zur Nachlizensierung fehlen. Der muss in einer Woche da sein. Die Konsolidierung soll auf ordentliche Beine gestellt werden, sagen die Oberen. Na dann haut rein, was anderes bleibt eh nicht übrig. Neben der positiven sportlichen Entwicklung sollte auch aus den vielen guten Konsolidierungsansätzen etwas werden. Man liest vielversprechende Sachen, aber hier wird auch in 2018 der Unsicherheitspuls weiter schlagen.

Sportlich ist Arminia ist kein Spitzenteam der Zweiten Liga, dafür reicht es nicht. Arminia kann aber, wenn es drauf ankommt, jedes Team der Zweiten Liga schlagen, wenn sie alle Kräfte bündeln und vor allem wollen. Ihre spielerische und vor allem kämpferische Stärke müssen sie weiter kultivieren und entwickeln. Das gilt für Männlein und Weiblein gleichermaßen. Wenn Saibene und Wuckel das hinbekommen – und beide können das, kann ich auch in Jahresfrist über ein schwarzweißblaues Zweitligajahr berichten. Es ist kein Stück unrealistisch!

Der Puls der Stadt, unsere Leidenschaft, wir wolln Euch siegen sehen!

The post Arminia 2017 – Das ostwestfälische Jahres-EKG appeared first on FANKULTUR.com.

]]>
http://www.fankultur.com/blog/rundumbeobachtungen/arminia-2017-das-ostwestfaelische-jahres-ekg/feed/ 0