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FANKULTUR.com http://www.fankultur.com Was die Fankurve denkt Sun, 07 Jan 2018 16:18:19 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.2 Arminia 2017 – Das ostwestfälische Jahres-EKG http://www.fankultur.com/news/arminia-2017-das-ostwestfaelische-jahres-ekg/ http://www.fankultur.com/news/arminia-2017-das-ostwestfaelische-jahres-ekg/#respond Sun, 07 Jan 2018 16:09:36 +0000 http://www.fankultur.com/?p=4363 Jahresrückrundumbeobachtungen zum Puls der Stadt, unserer Leidenschaft

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Jahresrückrundumbeobachtungen

Der Puls der Stadt – wieder hat er ein Jahr lang das blaue Herzblut durch unsere Adern getrommelt. Mal langsam, mal schnell. Eines war er aber auch in diesem Jahr nicht: Ein Ruhepuls. Es folgt der Rückblick auf ein Jahr schwarzweißblauer Herzschläge.

Tabellenkoma – Puls im Keller und nur manchmal ein Ausschlag

Die Winterneuzugänge lesen sich erstmal nicht schlecht für einen Tabellensechzehnten. Sören Brandy kommt, der olle Paderborner. Und Reinhold Yabo wird ausgeliehen, ein vielversprechender Spieler, der es vom Wildpark in die Champions League geschafft hat. Auch die Frauen des DSC vermelden eine spannende Verstärkung: Aylin Yaren, die bekannteste Balljongleuse der Republik, schnürt ab jetzt die Töppen für die Blauinnen. Allerdings ist ihr Gastspiel im April schon wieder vorbei. Daniel Brinkmann verlässt Arminia in die Nachbarschaft. Flo Dick soll gehen, macht das aber auch diesmal nicht. Und wird auch 2017 wieder wichtig für die Blauen.

Es ist ein unsicheres Gefühl in diesem jungen Frühjahr. Unbedingter Zuspruch, weil die Blauen ihn gerade jetzt brauchen? Nichts Schönreden oder einfach hoffen? Die Angst vor Abstieg und Pleite schwingt überall mit. Und es geht erstmal schovel weiter. Beim Tabellennachbarn aus Karlsruhe sorgt ein Hesl-Fehlgriff für die 2:3 Niederlage. Frust bei uns: Hesl ist der Sündenbock, die Abwehr sind die Sündenherde, und Arabi ist sowieso der Hüter der Ziegenböcke. Alles Zeichen unserer Unsicherheit. Wenigstens wird 1860 München mit 2:1 niedergekämpft – ein für die Abschlusstabelle entscheidender Sieg, aber das wussten wir da noch nicht. Der Patient im Tabellenkoma wollte irgendwie nicht aufwachen. Im Pokal bei Walldorf Astoria zeigen sich kaum Lebenszeichen, beim 1:3 in Köpenick gar keine. Beim 1:1 gegen St. Pauli zeigen sie sich erst in der Nachspielzeit. Na ja, eigentlich zeigt sich Fabian Klos, der als einziger rackert und das späte 1:1 erzielt. Und dann zeigen die Fans, dass Arminia lebt. Ein bisschen Fatalismusfarbe („Letzte große Party vor dem Untergang“) ist dabei. Aber beim Freundschaftsbesuch in Hannover zu Karneval erneuern die Fans ihr Bekenntnis zu Arminia und feiern sich und ihren Club. Einfach mal’n Rotz auf die Tabelle!

Die Mannschaft spielt ordentlich, 2:2 beim späteren Vize. Und tritt auch beim ehrenhaften 0:1 im Pokalviertelfinale bei Eintracht Frankfurt gut auf. Mann, jetzt müssense doch mal stabil sein, oder? Aufwärtstrend gegen Aue bestätigen! Patient zuckt doch, oder!? Ja. Patient zuckt fünf Minuten und zwei Standards, führt 2:0… Und legt sich dann wieder ins Koma. 2:2. Mit Eigentor. Frust bei uns. Wieder zwei Punkte verschenkt. Wie sollen so die nötigen Punkte reinkommen? Und wir Fans stehen da und können nur anfeuern. Und je nach Tagesform Arabi, Kramny, Klos oder Hesl kritisieren. Gut, Hesl ist in Nürnberg auf der Bank, Davari in der Kiste. Nach dem einmal mehr komatösen 0:1 ist Kramny nicht mehr auf der Bank, sondern nur noch auf der Gehaltsliste. Bei allem Respekt, aber irgendwie habe ich bei seinen Pressekonferenzen immer gedacht: „Ouh, der weint gleich…“. Er hat die Mannschaft verwaltet, seine Punktausbeute war nicht immens katastrophal. Aber verwalten reicht halt nicht, wenn es gilt, einen Tabellenkomapatienten wiederzubeleben.

Herzschläger und Pulstreiber – Die Rumpi-Maschine

Mitte März bleibt also immer noch die Frage, wie Arminia an Herzschlag kommt, oder besser noch: Herzrasen. Das Herz ist ein lebenswichtiges Organ. Aber auch ein „ausführendes Organ“. Wie Carsten Rump, der hat sich mal selbst so bezeichnet. „Wenn mir einer sagt, ich soll den Platz abkreiden, dann mache ich das auch“. Jetzt macht Rumpi wieder den Übergänger. Und der DSC schlägt in einem ordentlichen Auftritt den 1.FC Kaiserslautern mit 2:0. Das ausführende Organ ist sowas von am Leben. „An alle Arminen da draußen: Es geht aufwärts!“, verkündete er. Und leistete seinen Teil. Rumpi ist auch in 2017 die Herz-Lungen-Maschine der Mannschaft. Das ist in jedem Spiel zu sehen, wenn er dem vierten SchiRi mal wieder eine Herzmassage verpassen will. Und da war diese Ansprache, die in jeden Jahresrückblick muss:

Reanimation – Oh Pardon, und Sie sind…?!

Oh Pardon, sind Sie der…neue Trainer? Schweiz? Thun? Benelux? Jeff…Strasser? Neee. Jens Sabine…? Seien wir ehrlich, mit dem Namen Jeff Saibene konnte kaum einer von uns etwas anfangen. Beim Antritt des Luxemburgers ist aber schnell klar: Da kommt eine Persönlichkeit. Eine leise, brüchige Stimme, die kaum zur kuschelbärigen Statur passt, aber weiß, wovon sie redet. Ein freundlicher, humorvoller Mensch, bei dem man aber merkt, dass er ziemlich böse werden kann, wenn es sein muss.

Ein unglaublich dämliches Eigentor beschert Arminia einen glücklichen Punkt in Würzburg. Tatsächlich ist das Pech des Junior Diaz das Glück des DSC. Die zwei Punkte weniger für Würzburg, der eine Punkt mehr für die Blauen sorgt für den in der Abschlusstabelle entscheidenden Vorsprung von drei Punkten auf die Unterfranken. Tatsächlich kommt Arminia unter Jeff in Schwung. Acht Punkte holt die Truppe aus den nächsten vier Spielen. In Sandhausen gelingt der erste Auswärtssieg der Saison überhaupt. In Heidenheim wird ein 0:2 egalisiert. Lange hält Arminia gegen den späteren Aufsteiger aus Stuttgart mit, ein Fehler von Davari kippt das Match.

Nach dem 2:2 in Heidenheim sind 30 Runden rum. Arminia ist Vorletzter und die Konkurrenz denkt gar nicht daran, die Blauen vorbeizuwinken. Keine schöne Situation für uns auf Block 3 und Umgebung. Klar, es sind wieder Pulsschläge zu fühlen, sogar starke Pulsschläge. Trotzdem kommt die Band nicht unten raus und es bleibt das miese Gefühl, dass es trotz guter Leistungen nicht reicht. Gegen Fürth geht ein Dreier verloren, nach einem Davari-Patzer, das Ende dessen ostwestfälischer Fußballkarriere. Als danach Unsicherheit und Frust durchzubrechen drohen, besinnen wir uns auf uns. Das Spiel in Bochum wird zur „12.Mann“-Mottofahrt. Unser Support im Ruhrstadion ist fantastisch. Zwar gibt es auch an der Castroper keinen Dreier, aber Mannschaft und Fans signalisieren sich selbst, sich gegenseitig und der Außenwelt: Es ist noch nicht vorbei!

Und dann explodiert dieses Gemisch. Das wohl mitreißendste, emotionalste, ja beste Spiel, das Arminia Bielefeld seit Jahrzehnten auf den Rasen gezaubert hat, hievt die Truppe über den Strich. Schaut auf das Bild und lasst einfach mal hochkommen…

Historisch war das Spiel. Wert ist es nur dann etwas, wenn es in Dresden zum Klassenerhalt veredelt wird. Grillen in Telgte. Der Münsteraner FanClub. Und Arminia gucken. Schock, als Dynamo führt. Angst, als Dresden das Spiel dominiert und eine zweihundertprozentige zum 2:0 vergeigt. Riesenschock, als 1860 in Heidenheim führt. Freude beim Ausgleich durch Lord Börner. Riesenjubel, als der Heidenheimer Ausgleich fällt. Schluss in Dresden. …Heidenheim? Nachspielzeit? 60 wird alles reinhauen…“Schalt um!“. Ecke für 60, Spielzeit 90+756 (gefühlt)…abgewehrt, puh! Konter Heidenheim. Heber Heidenheim…und das nächste, an das ich mich erinnere, ist: Ich stecke mit dem Gesicht in einer Schale Weingummi und der Tisch wackelt. Und kaum ist jeder umarmt, jeder abgeklatscht, die Erleichterung herausgeschrien, ein spontaner, gemeinsamer Chant: „Jeeeff Saibene! Jeeeff Saibene!“. Der Retter ist benannt. Jeff le Chef! Jeff the Chef! Chef Jeff! Jazzy Jeff! Und der Vertrag wird schnell verlängert. Oh pardon, sind Sie der Graf von Luxemburg?

MAXImalpuls

MAXImalpuls. Tolles Wortspiel oder?! ODER!? …nich‘? Mal erklären? Okay. BELLAmalpuls, VIVImalpuls oder POCKEmalpuls gibt es nicht. Ja, geht um die Frauen. MAXI(ne Birker) und Co. haben den Klassenerhalt schon etwas eher als die Herren eingefahren und können sich zwei Derbyniederlagen auf der Alm erlauben. Während ich diese Zeilen in die Textverarbeitung hacke, diskutieren wir alle mal wieder über Geldprobleme des „Vereins“. Und meinen die Geldprobleme der ausgelagerten „KGaA“. Der Verein DSC Arminia Bielefeld lebt auch außerhalb, und wie. Arminia ist in der Zweiten Liga. Für für faires Eintrittsgeld mit freier Platzwahl. In herrlich familiärer Fußballatmosphäre. Mit toller Bratwurst, manchmal sogar mit Waffeln. Und mit tollem Ballsport! Kommt und seht: Die Maxi-Pirouette, den Vivien-Diver, den Jägerschen Antritt und die Preußsche Schlagschraube mit Anlauf:

Im Titelbild dieses Textes sind übrigens die Tabellenverläufe der beiden ersten Mannschaften über das Jahr gezeichnet, die Frauen sind die weiße Linie. Vielleicht liegt eine glorreiche Zukunft des DSC Arminia Bielefeld abseits von KGaAs, Geschäftsführern, Sponsoren und irgendwelchen Genussscheinen…

Puls fühlen – Sparwurst fressen

…oder Sparkursen. Kaum ist der Klassenerhalt unter Dach und Fach, verordnet Gerrit Meinke dem Profikader einen Sparkurs. Wir reagieren mit Unverständnis. Kaputtgespart, jawoll! Arminia ist für gesunde Fußballfinanzen das, was ein schwarzes Loch für die Astrophysik ist: Wenn nicht gestopft wird, wird irgendwann das ganze Universum verschluckt. Ob Arminia kaputtgespart werden kann, sei mal dahingestellt. Man konnte sie jedenfalls mal fast kaputt investieren. Die ganze Finanzmalässe ist für uns Außenstehende eine ziemlich abstrakte Sache. Also wenden wir uns bald einer konkreteren Thematik zu: Auf der Alm gibt es neue Bratwurst. Die kennen wir nicht und finden sie – sturhartnäckigkämpferisch – sofort und kontinuierlich blöd. Gut, die Currywurst im Becher ist ein Stilbruch. Die Currywurst selbst ist auch als Mantaplatte genießbar. Den Ansprüchen des Rundumbeobachters genügt die „neue“ jedenfalls – und ich habe hohe Ansprüche an Stadionkulinarien. Wem es nicht gefällt, der kann sich ja immer noch ein bodenständiges, vom liebevollen Roboter gefertigtes Cornetto ziehen. Aber schön, dass wir für ein paar Tage im Sommer mal keine dringenderen Probleme diskutieren müssen.

Trotz Sparkurs verändert sich das Team. Tomasz Holota und Malcolm Cacutalua verlassen den DSC. Hat nicht sollen sein. Bei Manuel Junglas ist sich das Umfeld da ein bisschen weniger sicher. Der Abgang von Dennis Mast wird als nächster Arabi-Fehler gesehen. Gleiches gilt für Sebastian Schuppan. Als Hesl und Davari gehen, steht Arminia kurzzeitig ohne Torwart mit Profi-Erfahrung da. Beide Pfostensteher gehörten mehr oder weniger zu Recht zu den Buhmännern der abgelaufenen Spielzeit, aber sooo? Und Rückkehrer Stefan Ortega soll es dann wieder richten? Der hat doch damals gegen Darmstadt… Dankbar entlassen wir Manuel Hornig in die Nachwuchsarbeit. Auch Reinhold Yabo geht wieder, zum Leidwesen der Fans. Er war eine mitentscheidende Stütze des Klassenerhalts, aber es ist, wie es ist: Selbst für Arminia sind manche Spieler eben zu groß – im positiven Sinne.

Wenn Sparkurs gefahren wird, geht es um gezielte Qualitätsverbesserung. Und das schafft Arminia. Ortega ist in Giesing gereift und präsentiert sich als sicherer Torwart. Patrick Weihrauch und Konstantin Kerschbaumer bringen Schwung ins Mittelfeld. „Olchi“ Kerschbaumer ist zweitbester Torschütze der Blauen in 2017/2018 bisher – hoffentlich schafft Arminia eine feste Verpflichtung über die Saison hinaus. Nils Quaschner ist ein vielversprechendes Back-Up im Sturm. Nils Teixera bleibt im Moment etwas zurück, hat aber Luft nach oben. Und dann gab es Andraz Sporar. Das mit den Weisheitszähnen sei verziehen. Als ich den Spaß damals hatte, habe ich zwei Wochen durch keine Tür gepasst. Aber die ganze Mini-Diva-Show vorher…Na ja, is jetz vorbei. Selbst für Arminia sind manche Spieler eben zu groß – im negativen Sinne.

Eine weitere Personalie kommt im Oktober: Markus Rejek wird neuer Geschäftsführer Finanzen. Den Wind hat er sich in Dortmund und bei 1860 München schon tüchtig um die Nase wehen lassen. Zwar können wir jetzt nicht mehr über das „Echte Liebe“-Getue lästern, das Rejek mit erfunden hat, aber schon die nächsten Woche werden wohl zeigen, dass auch das eine gute Personalentscheidung war.

Abschied nehmen müssen wir von Hannes Scholz. Menschen wie Hannes Scholz stehen dafür, dass ein Verein mehr ist als seine in eine Kapitalgesellschaft ausgegliederte erste Herren-Profimannschaft. Sie stehen dafür, dass es nicht nur auf Profispieler, Profitrainer und Profibusiness ankommt, sondern auch auf Breitensport, Engagement, Wurzeln und Integrität – kurz: Auf ein Vereinsleben. Mit seiner Bodenständigkeit, seinen stets fairen und sachlichen Einschätzungen war Hannes Scholz eine besonderer Repräsentant des Vereinslebens von Arminia Bielefeld, auch und gerade abseits des schnelllebigen Profigeschäfts. Danke Dir, Hannes!

Herzsprünge – Spitzenreiter, Spitzenreiter, Hey, Hey!

Die neue Saison geht los und Arminia ab wie ein brennendes Wiesel. Nach drei Siegen in Folge grüßt Arminia von Gipfelkreuz des Klassements. Als die Blauen dann mit einer soliden Leistung noch einen Punkt beim Aufstiegsfavoriten Union Berlin holen, kennt die Freude kaum Grenzen. Die Truppe spielt konzentriert! Die Truppe spielt kaltschnäuzig! Sie sind torgefährlich! Die Pille läuft! Lass mal aufsteigen! Das unglückliche Ausscheiden im Pokal gegen Düsseldorf trübt die gute Laune nur ein bisschen. Der beste Saisonstart seit 17 Jahren! Ja, wenn der ehemalige Komapatient so kräftig durch die Gegend hüpft, dürfen wir uns auch einfach mal freuen. Ein besonderes Spaßhighlight ist außerdem der Werbespot für den Trikotsponsor. Selbst beim auf-eine-Shampooflasche-gucken ist Jeff-Chef sophisticated.

Die Frauen machen es im Pokal besser: Auch sie müssen in die Verlängerung, gewinnen aber mit 3:2 in Herford. Aber die Blauinnen sind auch die ersten, die mir in 2017/2018 eine Niederlage vorführen – 0:1 in Meppen. Aber auch dieser schwarzweißblaue Motor wird bald darauf auf allen Zylindern laufen. Die Mädels gewinnen vier Spiele in Folge (19:2 Tore) und sind kurzzeitig ebenfalls Hey, Hey, Spitzenreiterin. In der zweiten Pokalrunde schalten sie den Bundesligisten aus Duisburg aus.

Zurück auf Normalpuls

Um die träumende Anhängerschaft wieder auf den Boden der Realität zurückzuholen, entschließt sich Arminia im September für einen kurzen Rückfall ins Koma. Gegen Duisburg sind die Blauen nicht auf dem Almrasen und kriegen einen 0:4-Einlauf. In Darmstadt ist zumindest die Offensive wieder da, doch die Defensive schnorchelt immer noch. Wieder setzt es vier, die drei DSC-Tore reichen nicht. Nun haben wir wieder ein paar Defizite,über die wir uns ärgern müssen, dürfen und tun. Normalpuls, puh! Dann meldet sich die eingespielte Taktik aber wieder zurück. In Dresden und Nürnberg gewinnen die Blauen – die Auswärtshorste der Vorsaison haben nun schon satte zehn Punkte in der Fremde geholt. Bester Torschütze: Andreas „Pumper“ Voglsammer, der mittlerweile so aussieht wie das Filmplakat von „300“. Ganz im Gegensatz zu Fabi Klos. Der hat im Sommer abgespeckt und von der Dampframme zur hängenden Spitze mutiert – und macht das ordentlich. Aus Charline Hartmann ist eine Maxi Birker geworden, schaumaleinerguck.

Im Oktober wartet ein hartes Programm auf die mittlerweile 17 Punkte schweren Blauen – und es setzt drei Niederlagen in Folge. Gegen Spitzenreiter Düsseldorf, beim Überraschungsteam in Kiel und gegen den wieder aufstrebenden Absteiger aus Ingolstadt gibt es trotz einer Menge Einsatz drei Nullrunden. Nun ist uns wieder klar: Es kann nur gegen den Abstieg gehen. Und wir reden uns mal wieder die Köppe heiß über die Pyro in Kiel.

In Aue und gegen Braunschweig holen sich die Blauen die nächsten beiden Punkte. 19 sind es jetzt, fast die halbe Miete. Dafür schwächeln die Blauinnen ein bisschen Von den vier Spielen im November können sie nur eins gewinnen (gegen Gütersloh, hähää), der Rest geht verloren. Mit dem Gleichschritt haben es Männlein und Weiblein nicht so…obwohl, so ergänzen sie sich auch gut. Wenn zumindest eine von beiden Mannschaften gewinnt, ist es kein komplett vermiestes Wochenende.

Partypuls – Oh, wie ist das schön

Mit einer stabilen Leistung gewinnt die Band mit 2:0 in Kaiserslautern. Zum letzten Heimspiel des Jahres ist der FC St. Pauli zu Gast und Arminia feiert eine rauschende Weihnachtsparty. Beim 5:0 gegen die Kiezkicker klappt einfach alles. „Schade, dass das Spiel nicht noch weitergeht“, sagt jemand auf Block 3, nachdem die Jungs sich auf dem Zaun gebührend haben feiern lassen und Jeff Saibene seine kurze, aber intensive Weihnachtsansprache gehalten hat. Apropos miese Wochenenden – an diesem ersten Adventswochenende hatte ich ein richtig schönes. Erst Fünf Kisten gegen St. Pauli und dann spielen die Mädels gegen meinen zweitliebsten Club im Pokal. Meine Prämisse für den Tag: Turbine Potsdam wird wohl weiterkommen, die Blauinnen sollen aber (mindestens) ein Tor schießen, ich sitze nebendran und grinse ebenso wonnig wie dämlich. Hat alles funktioniert.

Herzrhythmusstörungen – Winter-Reha

Tja, leider geht es auch nach der Adventsparty weiter. Fettgefuttert mit 25 Punkten und mit erheblichem Feierkoma verlieren die Blauen erst in Sandhausen, dann in Regensburg. Das ist gleich mehrfach schade. Nicht nur ist das 5:0 gegen St. Pauli nicht veredelt worden, wir gehen außerdem mit einem flauen sportlichen Gefühl in und durch die Winterpause. Auch hier setzen die Mädels übrigens wieder den Kontrapunkt: Den null Punkten und 3:6 Toren der Herren stellen die Damen sechs Punkte und 8:1 Tore gegenüber. Gerade, als wir uns zwischen den Jahren mal ein bisschen Ruhe gönnen wollen, kommt eine neue Finanzmalässe daher. Finanzgeschäftsführer Meinke wird gezeigt, wo der Maurer das Loch in der Alm gelassen hat. Das trägt nicht zur Jahresendgemütlichkeit bei, ganz im Gegenteil. Wie schon zu Beginn des Jahres 2017 schlägt auch an seinem Ende wieder der diffuse Angstpuls mit.

Fan-Puls

„Fan-Puls“ ist ein Teekesselchen! Das erste Teekesselchen ist eine tolle Innovation, die im Juni an den Start geht. Fan-Puls TV kommt aus der Schmiede von Kanal 21 und ist der Fernsehfantalk von Fans für Fans. Live geströmt wird auf der Facebookseite. Fünf Sendungen gibt es bisher, more to come. An dieser Stelle bedanke ich mich, dass ich mit dabei sein durfte. Ein tolles Format, das Zukunft und mehr hat. Angucken!

Das zweite Teekesselchen ist der Puls der Fans im vergangenen Jahr. Wir hatten Angst. Wir waren unsicher. Wir haben uns Sündenböcke gesucht. Wir waren fatalistisch. Und wir haben, als es dann besser lief, wieder die Bundesliga ins Gespräch gebracht. 2017 sind wir mal wieder die ganze emotionale Achterbahn gefahren. Und obwohl wir fast die gesamte erste Jahreshälfte um die Existenz unserer Blauen fürchten mussten – so richtig mental die Segel gestrichen haben wir nie. So wie Verein und KGaA zu blöd sind, um komplett pleite zu gehen, sind wir Fans zu blöd, um komplett zu resignieren. Diese Kombination aus „nicht aufgeben können“ und „nicht aufgeben wollen“, gegenseitig zwischen Club und Fans, mag auf den ersten Blick nichts Spektakuläres sein. Jeder, der es erlebt hat, weiß aber, das es etwas ganz Besonderes ist – auch in der Art und Weise, wie wir es äußern. Es ist Teil des Charakters und ein Alleinstellungsmerkmal von Arminia Bielefeld. Abseits aller umherspukenden Traumgeister und Abstiegsgespenster.

Diagnose

„Die Zukunft ist ungewiss“, liest und hört man nun allenthalben mit bedeutungsvoller Grabesstimme bzw. Grabesschrift. Die Aussage ist Quatsch. Die Zukunft ist immer ungewiss. Genauso gut kann man sagen: Arminia ist schwarzweißblau. Ein Millionenbetrag soll zur Nachlizensierung fehlen. Der muss in einer Woche da sein. Die Konsolidierung soll auf ordentliche Beine gestellt werden, sagen die Oberen. Na dann haut rein, was anderes bleibt eh nicht übrig. Neben der positiven sportlichen Entwicklung sollte auch aus den vielen guten Konsolidierungsansätzen etwas werden. Man liest vielversprechende Sachen, aber hier wird auch in 2018 der Unsicherheitspuls weiter schlagen.

Sportlich ist Arminia ist kein Spitzenteam der Zweiten Liga, dafür reicht es nicht. Arminia kann aber, wenn es drauf ankommt, jedes Team der Zweiten Liga schlagen, wenn sie alle Kräfte bündeln und vor allem wollen. Ihre spielerische und vor allem kämpferische Stärke müssen sie weiter kultivieren und entwickeln. Das gilt für Männlein und Weiblein gleichermaßen. Wenn Saibene und Wuckel das hinbekommen – und beide können das, kann ich auch in Jahresfrist über ein schwarzweißblaues Zweitligajahr berichten. Es ist kein Stück unrealistisch!

Der Puls der Stadt, unsere Leidenschaft, wir wolln Euch siegen sehen!

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Aus der Gefühlswelt eines FC-Fans http://www.fankultur.com/archiv/aus-liebe-zum-spiel/aus-der-gefuehlswelt-eines-fc-fans/ http://www.fankultur.com/archiv/aus-liebe-zum-spiel/aus-der-gefuehlswelt-eines-fc-fans/#comments Tue, 12 Dec 2017 19:02:48 +0000 http://www.fankultur.com/?p=4346 Wut, Trauer, Entsetzen, Scham, Verzweiflung und auch emotionale Leere. Das sind die Gefühle, die ich Woche für Woche seit einem halben Jahr durchlebe.

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Wut, Trauer, Entsetzen, Scham, Verzweiflung und auch emotionale Leere. Das sind die Gefühle, die ich Woche für Woche seit einem halben Jahr durchlebe. Einige werden vielleicht anhand dieser Zeilen schon erraten haben, was die Ursache für meine Qualen ist: Ich bin Fan des 1. FC Köln.

Ich bin wütend über die Fehlentscheidungen der Schiedsrichter, die trotz Videobeweis nicht weniger wurden und häufig zu Ungunsten des FC ausfielen. Auch das unseriöse, an Peinlichkeit nicht zu überbietende Verhalten unseres Vorstandes macht mich wütend. Ich empfinde es als eine Schande für diesen Klub, von dem Toni Schumacher immer sagte, es sei „ein feiner Verein“. Allein der offene Brief des Vorstandes an die Fans nach dem Spiel gegen Freiburg spricht für sich. Die Mehrheit der Fans wollte mit Peter Stöger notfalls auch in die zweite Liga gehen, doch der Vorstand schreibt, dass es ein Fehler gewesen sei, ihn nicht früher zu entlassen, da er „nicht mehr funktioniert“ habe. Gerade angesichts der Tatsache, dass Stöger nun in Dortmund Trainer ist, empfinde ich eine solche Formulierung schlichtweg als respektlos, und es ist leider nicht das erste Mal, dass die Vereinsfunktionäre jeglichen Anstand gegenüber der Konkurrenz vermissen lassen.

Ich finde es traurig, dass unser Kader auseinanderbrechen wird, da zwar alle Spieler auch Verträge für die zweite Liga haben, wie Geschäftsführer Wehrle betont, viele von ihnen aber mit Sicherheit trotzdem anderswo ihr Glück suchen werden – immerhin haben die wichtigsten Leistungsträger Ausstiegsklauseln in ihren Verträgen. Das würde den FC diesmal sicher härter treffen als das bei bisherigen Abstiegen der Fall war, denn diesmal haben wir einen jungen, entwicklungsfähigen Kader und es sind auch viele Kölsche Jungs dabei, die sich durchaus mit dem Verein identifizieren und denen man auf keinen Fall mangelnden Einsatz attestieren kann.

Beschämt bin ich angesichts der Tatsache, dass wir ein halbes Jahr nach dem Einzug in den Europapokal, dem größten sportlichen Erfolg seit 25 Jahren, sämtliche Negativrekorde brechen und aller Voraussicht nach kein einziges Spiel in der gesamten Hinrunde gewinnen werden. Auch die Stimmung und das Fanverhalten in Belgrad haben ihr Übriges dazu beigetan, dass ich mich dieser Tage schäme, Fan dieses Vereins zu sein. Während die Ultras beinahe eigene Spieler mit Pyrotechnik abschießen (was zwar sicher keine Absicht, aber mindestens grob fahrlässig war), strafen die anderen Fans auch die eigene Mannschaft, indem sie aus Protest nicht mehr mitsingen. Eine Spaltung der Fanszene ist das Letzte, was uns noch gefehlt hat, aber weder scheinen die Ultras öffentlich zugeben zu wollen, dass zumindest einzelne von ihnen etwas falsch gemacht haben, noch scheint den anderen Fans eine bessere Reaktion auf das Geschehene einzufallen, als „Scheiß Wilde Horde“ zu singen.

Die WH, die am Tag des Spiels in Belgrad ihren 21. Geburtstag feierte, ist aber längst nicht mehr die einzige Ultrá-Gruppe in Köln. Damit will ich gar nicht die Schuld auf die anderen Gruppen schieben, aber es scheint so, dass immer die Horde dafür verantwortlich gemacht wird, wenn Einzelne aus der Kölner Szene über die Stränge schlagen und das ist nicht fair. Auch diejenigen, die sich nun moralisch überlegen wähnen und sich vermutlich selbst auf die Schulter klopfen, weil sie sich von den Aktionen in Belgrad distanziert haben, sollten sich also selbst hinterfragen und auch ein wenig mehr differenzieren, den Dialog suchen, statt sich einfach nur abzugrenzen. Schließlich waren es gerade die Ultras, die den FC immer und überall begleiten und trotz Allem bedingungslos unterstützen. Dieser Support war bisher der einzige Lichtblick in einer Saison, in der ansonsten alles schief läuft, was schief laufen kann.

Allein gegen Belgrad waren 14 Spieler nicht einsatzbereit, davon zwölf aufgrund von Verletzungen. Ein derart krasses Verletzungspech ist beispiellos in der Geschichte des Fußballsports. Wer ein Team kennt, das ebenfalls so viele Ausfälle zu beklagen hatte, möge mir bitte Belege liefern.

Doch all die negative Gefühle, die ich in diesem Text annähernd zu beschreiben versuche, weichen mittlerweile einer emotionalen Leere, da ich den Klassenerhalt längst abgeschrieben habe. Das zeigte sich vor allem nach dem Elfmeter zum 4:3 für Freiburg, den ich achselzuckend hinnahm. Interimstrainer Stefan Ruthenbeck hat schon Recht: Ob das Spiel am Ende 3:3 oder 3:4 ausgeht, ist egal – nur ein Sieg wäre akzeptabel gewesen. Selbst die so lang ersehnten 3 Punkte hätten nicht mal gereicht, um ernsthaft noch an die Wende zu glauben.

Schließen möchte ich diesen Beitrag mit einer Bitte an andere Fußballfans: Ich möchte weder euer Mitleid, noch kann ich den Niedergang meines Herzensklubs noch mit Humor nehmen und über eure witzigen Sprüche lachen, dafür ist das Ganze einfach zu bitter. Niemand von euch kann sich vorstellen, wie hart es gerade ist, FC-Fan zu sein, weil noch niemals eine Mannschaft so schlecht war, zumindest nicht in der Bundesliga. Man könnte meinen, es macht keinen Unterschied, mit wie vielen Punkten man absteigt, aber es ist einfach extrem frustrierend, wenn man 19 Spiele vor Saisonende so abgeschlagen Letzter ist, dass man den Rückstand auf den Vorletzten, geschweige denn den 16. Platz, der für die Relegation reichen würde, mit ziemlicher Sicherheit nicht mehr aufholen kann. Ach ja, und kommt mir jetzt bitte nicht mit Phrasen, was rechnerisch noch alles möglich ist!

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#turbiniabieledam – Arminia mit Turbine http://www.fankultur.com/blog/rundumbeobachtungen/turbiniabieledam-arminia-mit-turbine/ http://www.fankultur.com/blog/rundumbeobachtungen/turbiniabieledam-arminia-mit-turbine/#respond Wed, 06 Dec 2017 22:50:36 +0000 http://www.fankultur.com/?p=4325 Rundumbeobachtungen von Rudi und Wucki, Feli und Maxi undundund...

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Rundumbeobachtungen

Dass man Strapazen auf sich nimmt, um den Lieblingsclub spielen zu sehen, ist klar. Das sagen sich auch ein paar Ballsportfreunde aus Sparrenburg und Umgebung, die sich auf die schweinekalte Alm zum DFB-Pokal der Frauen aufmachen. Das sagt sich auch die Fanbus-Besatzung aus Sanssouci und Umgebung, die fast im Schnee stecken bleibt und knapp vor dem Anstoß auf der schweinekalten Alm ist. Und der Rundumbeobachter sagt sich das sowieso beim Match zwischen seinem Club und dem ihm danach am meisten sympathischen Club.

Blauinnen und Torbienen wärmen sich auf – ein ambitioniertes Vorhaben bei einem Celsiusgrad und Nässe. Alldieweil arrangiert sich das Publikum auf der Westtribüne. Arminias Supporter stehen rechts. Die verspätet eintreffenden Turbinefans versammeln sich zunächst auf Höhe der Mittellinie, die Ordner verweisen sie aber in Block E. Die Maßnahme, die zunächst für leichtes Murren sorgt, erweist sich aber als Stimmungsbringer. Das ganze Spiel hat Stereobeschallung. Arminia von rechts, Turbine von links.

Der in dieser Saison noch unbesiegte Bundesligist macht erstmal das Spiel, das umgekehrt zur Tribünenaufteilung beginnt.. Also: Turbine nach rechts, Arminia nach…eigentlich auch rechts. Die Blauinnen sind ordentlich unter Druck. Turbine findet auch immer wieder Schnittstellen im 5-4-1-Beton. Aber die Bielefelder Damen kämpfen tapfer und kriegen immer wieder einen Fuß in das Potsdamer Offensivspiel. So gibt es eine ganze Weltausstellung an Einwürfen, Ecken und Freistößen für die in rot spielenden Turbinen. Arminia klärt mit vereinten Kräften, in der 17.Minute ist es aber soweit. Rahel Kiwic wuchtet den Ball nach der gefühlt hundertsiebenundreißigsten Ecke zur Gästeführung ein.

„Mann“, sagt jemand auf der West, „Freitag war‘s genauso schlimm“. Er kann nur das Wetter meinen. Er meint hoffentlich nur das Wetter. Lass ihn nur das Wetter meinen. SturHartnäckigKämpferisch. So wie die Blauinnen auf dem Feld, die weiter tapfer kratzen, beißen und verteidigen. Nur offensiv passiert wenig bis nichts. Vorne zieht Maxi Birker einsam ihre Kreise und geht Jojo Elsig auf die Nerven. Sarah Grünheid steht nicht in der Startelf…Schade, der eine oder andere Pass wäre nicht im taktischen Vakuum, sondern bei ihr gelandet. Bei Turbine fällt Lia Wälti übrigens so spontan aus, dass Lothar eine korrigierte Aufstellung nachreichen muss.

Lisa Schmitz ist kalt, den Zuschauern auch. Die erste Ecke für den DSC gibt es etwa nach 35 Minuten. Ordentlich ist der Support: Beide Seiten singen, rasseln, trommeln durch. Der Rundumbeobachter sitzt eingefroren in der Mitte und hat Schals beider Clubs um. Wo hätte ich da eigentlich blockverteilungstechnisch hingehört? Die Mannschaften rennen, kratzen, beißen und kämpfen, nach 45 Minuten gehen sie in die Kabine. Beides vernünftig bei der Nasskälte.

Halbzeit. Currywurst ziehen. „Kriege ich Deinen Schal?“, fragt eine Turbine-Supporterin. Sie meint den Arminia-Schal, Potsdam-Schals hat sie sichtlich genug. „Kriege ich einen im Tausch?“. Nee, so viele sind es dann doch nicht. Die Vorstellung, dass ein Arminia-Schal mit Turbine unterwegs ist, hat aber eine ganze Menge Reiz – umgekehrt hat mein Turbineschal zwei Tag zuvor ja auch ein 5:0 gesehen. „Da, nimm, bring‘ mir einen mit nach Jöllenbeck.“. Das wird versprochen. Passt bitte gut auf meinen Schal auf. Ach ja, er hat zwei Wünsche: Er möchte den Heimsieg gegen Wolfsburg im KarLi und später das Pokalfinale gucken.

Mit derbem Kältezittern wird Currywurstessen zur Herausforderung. Was soll’s, die Hose sollte eh in die Wäsche. Sarah Grünheid ist jetzt auf dem Platz und geht Jojo Elsig auf die Nerven. Da zunächst nichts spektakuläres passiert, ein kleiner Exkurs: Rundumbeobachter, wieso magst Du Turbine Potsdam? Das war so: Ich habe für einen Artikel recherchiert. Dabei bin ich zum Spiel FCR Duisburg gegen Turbine gefahren, 2012, als die beiden CL-Teilnehmer gerade vom VfL Wolfsburg ausgeräubert worden waren. Turbine hat einen taktisch und technisch dermaßen flinken Ball gespielt, das war eine wahre Freude. Und ich bin mit den Turbine-Fans ins Gespräch gekommen. Es ist einfach toll, was die für ihren Verein auf die Beine stellen: Ehrenämter, Weihnachtsfeiern und Geburtstagsgeschenke für die Spielerinnen – Nähe und enger Kontakt zu Verein und Mannschaft, die das auch danken. Und sie sind eine lustige Community. Wenn Du ihnen ab und an mal begegnet, bei Spielen in der Region oder in Jöllenbeck, erkennst Du sie wieder, sie erkennen Dich wieder und freuen sich, dass Du „dit Spiel mit uns kiekst“. So ein knuffiger Club soll mein Kumpel sein. Und Prinzipienreitern, die jetzt sagen, dass man Schals niemals hergibt: Ich werde einen Tausch-Schal nach Jöllenbeck mitgebracht bekommen. Weiß ich.

Zurück zum Spiel. Turbine hat weiterhin mehr Ballbesitz, kommt aber kaum nach vorn. Laura Liedmeier rennt auf und ab und saugt alles vor dem Strafraum weg. Bella Jäger geht weite Wege. Der Rest steht taktisch diszipliniert. Die sonst selbst so kampfstarken Turbinen finden kaum ein Mittel. Stürmerin Svenja Huth ist abgemeldet – bis ein wirklich guter Spielzug über links durchkommt und die Dampflok (das ist nicht von mir, nicht böse gucken) einschiebt. Wird wegen Abseits zurück gewunken. Stimmen auf der West: „Duhuuu, die Svenja Huth ist doch in der Nationalmannschaft, oder?“ – „Kann sein…“. Hmm…Tja…wie sagste jetzt…Mit einer Analogie. „Die Alm ist doch in Bielefeld, oder?“ – „Kann sein.“.

Defensiv eine Eins mit Sternchen für die Blauinnen. Aber rundum den Potsdamer Strafraum geht wenig, sieht man von einer frierenden Lisa Schmitz und einer grummelnden Jojo Elsig ab. Hmmm, ins Elfmeterschießen mauern wird schwierig, wenn man hinten liegt. Gerade, als Arminia anfängt, selber ein bisschen nach vorne zu spielen, gibt es mal wieder Ecke für Turbine. Und wieder ist Rahel Kiwic zur Stelle und nickt zum zweiten Mal ein.

„Champions League kann jeder [Potsdam zur Zeit nicht, falls doch, will mein Arminia-Schal das auch sehen], scheiß auf Bundesliga, für immer Zweite Liga, DSC!“, singt der schwarzweißblaue Supporters Club. Nun, dort hat Turbines Zweite unsere Damen mit 4:0 weggefiedelt. Heute verkaufen sich die schwarzweißblauen Mädels deutlich besser. Und obwohl die Kiste so ziemlich durch ist, trauen sich nach dem 0:2 auch nach vorne mehr zu. Irgendwer aus Potsdam hat mal gesagt, Turbine-Trainer Matthias Rudolph sei ein „Inbegriff an Körperspannung“. Das kann man jetzt beobachten. Rudi hat mehr Spannung in den Muskeln als der Rundumbeobachter Kälte, und das will was heißen. Markus Wuckel hingegen rumpelstilzt an der Seitenlinie herum. Ruft rein, gestikuliert, feuert an und richtet auf – zum Beispiel Maxi Birker, die vor ihm zu Boden geht.

Maxi geht dann kurz vor Schluss nochmal zu Boden, nach Kontakt mit Felicitas Rauch, die daraufhin direkt fliegt. War nicht genau zu erkennen, daher kann ich die Szene nicht beurteilen. Nach’ner derben Tätlichkeit sah es nicht aus, und als fiese Treterin habe ich die Feli nicht in Erinnerung. Vielleicht war ihr zu kalt und die Aussicht auf eine heiße Dusche zu verlockend. Das wäre nachvollziehbar.

Arminia kämpft. Bei den Ecken in der Nachspielzeit kommt Vivi Brandt mit nach vorne – trotz 0:2. Dat is mal Moral. Arminias Torhüterin ist aber wieder hinten, als die Blauinnen herrlich über links angreifen und Sarah Grünheid im Rücken der Abwehr anspielen. Die fackelt nicht lange und haut die Kirsche unter die Latte. Jubel über den unterm Strich doch verdienten Treffer. Dann ist SchlussEndeAus.

Die Blauinnen können stolz auf sich sein – und waren es auch. Sie haben dem Bundesligisten alles abverlangt und tapfer gekämpft. Die Turbinen hatten sich das Spiel sichtlich anders vorgestellt, werden ihre weiteren Aufgaben aber sicher mit dem gewohnten Enthusiasmus angehen. Und der Rundumbeobachter hat sich gefreut, Turbine und Begleitung auf der Alm begrüßen zu können. Gerne wieder!

Der kritische Blick auf die Tabelle:

Arminia qualifiziert sich für die eingleisige 2.Liga. Turbine holt den Pokal. Machen wir so? Gut!

Radkappen raus!

Bericht des Turbinefans e.V.

Bilderstrecke des MAZ Sportbuzzer (Jan Kuppert)

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BVB Sturheit oder langfristiger Plan? http://www.fankultur.com/blog/matzes-viererkette/bvb-sturheit-oder-langfristiger-plan/ http://www.fankultur.com/blog/matzes-viererkette/bvb-sturheit-oder-langfristiger-plan/#respond Sun, 03 Dec 2017 17:52:42 +0000 http://www.fankultur.com/?p=4322 Wenn man in der aktuellen Zeit auf den BVB schaut bekommt man den Eindruck vermittelt, das die verantwortlichen Zorc und Watzke Stur an ihrer Trainerentscheidung festhalten wollen. Mit Thomas Tuchel hat man einen erfolgreichen, aber menschlich fraglichen Trainer aus den eigenen Reihen geschmissen und gleichzeitig die Ambition gehabt einen besseren zu finden. Mit Trainer Bosz ...

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Wenn man in der aktuellen Zeit auf den BVB schaut bekommt man den Eindruck vermittelt, das die verantwortlichen Zorc und Watzke Stur an ihrer Trainerentscheidung festhalten wollen.

Mit Thomas Tuchel hat man einen erfolgreichen, aber menschlich fraglichen Trainer aus den eigenen Reihen geschmissen und gleichzeitig die Ambition gehabt einen besseren zu finden. Mit Trainer Bosz haben wir meiner Meinung nach aber keinen charakterlich besseren Trainer bekommen. Das wäre ja auch zunächst nicht problematisch wenn die Ergebnisse stimmen würden, aber das tun sie eben nicht.

Bundesliga kennt BVB Taktik:

Mittlerweile kennen die Bundesligavereine unsere Taktik, der Trainer macht hier auch kein Geheimnis draus und betet rauf und runter das er an seiner Taktik festhalten wird. Für unsere Gegner kein Problem, die Videoanalysen sind schnell gemacht und man hat mehr Zeit für die körperliche Trainingsarbeit und so werden wir nicht selten geschlagen. Aus den letzten 9 Spielen keinen Sieg zu holen ist für einen Champions League Anwärter eine schwache Leistung.

Spieler entwickeln sich zurück:

Ja unter Bosz erleben Spieler wie Subotic (Ein erster Eindruck nach Samstag) und Sahin ihren zweiten Frühling, gleichzeitig aber erleben wir, das Spieler wie Weigl sich drastisch zurückentwickeln, weil das neue System einfach nicht zu den damals eingekauften Spielertypen passt. Du hast nun also einen Trainer, gerne auch einen modernen Trainer und dir fehlt dafür das nötige Spielerpersonal.

Nun gibt es für mich drei Möglichkeiten die Saison noch zu retten:

  1. Die halbe Mannschaft muss ausgetauscht werden mit modernen Spielern die das neue System besser verstehen
  2. Der Trainer muss gehen und durch einen ersetzt werden der das alte System beherrscht
  3. Die Spieler lernen das neue System und wir nehmen 1-2 schlechte Saisons in kauf.

Ich bin für Option 2 und den langfristig angesetzten Aufbau in den neuen modernen Fussball.

Aber wer bin ich schon, nur ein einfacher Fan der Angst um seinen gut aufgebauten BVB hat. Vielleicht werde ich ja überrascht, aber ich beschäftige mich schon über 20 Jahre intensiv mit Fußball und da glaubt man nicht mehr an Überraschungen, sondert widmet mich der Realität und diese sieht meiner Auffassung nach sehr bitter aus.

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Besser wie Kino, ey! – Arminia gegen den FC St.Pauli http://www.fankultur.com/blog/rundumbeobachtungen/besser-wie-kino-ey-arminia-gegen-den-fc-st-pauli/ http://www.fankultur.com/blog/rundumbeobachtungen/besser-wie-kino-ey-arminia-gegen-den-fc-st-pauli/#respond Sat, 02 Dec 2017 17:57:32 +0000 http://www.fankultur.com/?p=4305 Rundumbeobachtungen von Helden, Heldenreden und Heldendramaturgie. Besser wie Kino, ey!

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Rundumbeobachtungen

Irgendwann habe ich mal auf Block 3 gehört, wie jemand „Unterhaltung wie im Kino“ forderte. Mal ganz davon abgesehen, dass diese Aussage beweist, warum die Debatte „Fan oder Kunde“ nicht tot zu kriegen ist – gestern Abend ist sie voll! und! ganz! erfüllt worden. Warum? Perfekte Dramaturgie!. Spoilerwarnung brauche ich nicht, oder? Falls doch: WIR HAM 5:0 GEWONNEN!

Natürlich ist die Alm kein Kino. Erstmal sind die Tickets viel billiger, dann darf man laut brüllen und rauchen. Lediglich die Schlangen vor dem Einlass erinnern an Kino, ebenso die damit verbundene Zuschauerpanik. „Mist, wir verpassen die ersten fünf Minuten“. Flutlicht, 22.826 Zuschauer, davon mehr als 3.000 Paulianer und Vorweihnachtsstimmung sind auch ein cooleres Setting als ein Lichtspielsaal. „Danke, dass Sie dem Weihnachtsmarkt den Vorzug gegeben haben“, sagt Lothar nach dem 3:0 (Spoilerwarnung: WIR HAM 5:0 GEWONNEN!). Oder dem Kino.

Im Film ist es ja so, dass der Antagonist (lies: Arminias Gegner) zu Beginn obenauf ist. So auch heute auf der Alm. Die ersten Minuten gehören dem Gast vom Millerntor, sowohl auf der Wiese als auch auf dem Beton. Der Protagonist (lies: Arminia) ist erstmal im Konflikt. Und ja, das sind die Blauen zu Beginn, auch länger als nur zu Beginn (Spoilerwarnung: WIR HAM  T R O T Z D E M  5:0 GEWONNEN!). Wären sie Zeichentrickfiguren, hätte der Experte wohl von „schlechter Animation“ gesprochen. Die größten Experten auf der Alm stehen auf Block 3 und stellen genau dasselbe fest: „Zu wenig Bewegung, ey, viel zu wenig Bewegung!“. Das Publikum beginnt, unruhig zu werden. Nicht, dass die anfangen, Popcorn zu schmeißen. Oder Sachen, die man anstelle des nicht vorhandenen Popcorns von Block 3 geschmissen werden können. Da dafür eine Menge in Frage kommt, ist es höchste Zeit, dass der Film …äh…das Spiel Fahrt aufnimmt.

Uuuuund Action! Über Klos, über rechts, über Dick, über Olchi, auf Putaro. Der Junior-Rechtsaußen trifft die Kirsche perfekt, Himmelmann im St.Pauli-Tor (das könnte fast ein Filmfigur-Name sein) hat keine Chance. Mit der ersten richtig geilen Actionszene sind die Protagonisten obenauf bzw. in Führung. Das Publikum fällt über sich her…um kurz drauf in Schockstarre zu verfallen. Aber nein, war abseits! Wuuuah, wie bei einer Gruselszene, die sich nachher als Missverständnis herausstellt (Reaktion der Süd: „Scheiß St.Pauli!“). Und der Werbebreak genau dann, kurz bevor es richtig abgeht.

Halbzeit. Es folgen fünf Gründe, warum Arminia grundsätzlich besser ist als Kino:

1.) Die Verpflegung (Mantaplatte schlägt Nachos. Alleine schon in der Saucenauswahl. Pommes was drauf?)

2.) Es ist egal, wenn die Videoleinwand’ne Viertelstunde ausfällt

3.) Chants (sind im Kino verboten. Obwohl die Idee recht lustig ist. Aber man riskiert lebenslanges Kinoverbot)

4.) man muss nur eine Woche auf das Sequel warten

5.) Die Helden (selbst Jack Nicholson kriegt den Blick eines wütenden Locke Hemlein nicht hin)

Noch eine Gruselszene (Kopfball der Kiezkicker), und dann ran an den Action-Part im Drehbuch. In jeder Hollywood-Schmonzette kommt kurz nach der Hälfte die Phase, in der die tragischen Helden die Handlung voranbringen. Erst scheitert Klos an Himmelmann (Block 3: „Maaaaann, schieß eher). Dann wird die folgende Ecke kurz auf halbrechts geklärt. Block 3 vorher: „Dick ist übern Zenit, der ist durch“. Dick nimmt Maß und feuert in den Knick. Block 3: „JAAAA, *jubelabklatschknuddel*, dem gönnen wir’s!“. Ein paar schnelle Spielzüge später: Arminen vorher: „Hartherz ist ein Schwachpunkt!“. Hartherz rast los, grätscht einen Kiezkicker weg, lässt lässig wie John Wayne zwei weitere liegen und versenkt – keine Chance für den Millerntorwart. Block 3: „JAAAA, *jubelabklatschknuddel*, wenn Hartherz überhaupt mal ein Tor macht, dann so!“. Und das ist korrekt. Reingewuchtet. Lothar: „Das Florianergebnis!“. Danke! Bitte! Großes Kino!

Eigentlich müsste sich der Antagonist jetzt nochmal aufbäumen. Und sein letzter Versuch muss scheitern. Ist auch heute so. Ortega holt einen Kopfball aus dem Winkel. Es folgt der endgültige Heldenritt. Prietl rennt, spielt quer auf den Olchi, der kerschbaumert die Kugel rein. Euphorie im Publikum. No Limit! „Und schaut mal, wie das Punktekonto wächst!“. „Oh, wie ist das schöööön!“ und jahreszeitlich: „Oh Du fröhliche [oh ja!], Oh Du selige [ooooh ja!!] toreschießende Arminia [oooooohhhh jaaaaa!!!]“. Kann ein Happy End schöner sein?

Ja!  Der vergangene Held, fast verblasst, nickt ein nach 788 Minuten ohne Tor und 230 Minuten vor dem 30. Geburtstag. Alle feiern Fabi, sämtliche Arminen kommen im Innenraum zu ihm. Und auch die Ränge freuen sich für ihre Tanne, ihren Panzer, ihren Kristallschädel, ihre Charline Hartmann. Noch dazu eine Reminiszenz an die Gänsehautsaison: Flanke Dick, Tor Klos. Das hätte selbst Disney nicht schmachtiger hingekriegt. Extremly happy end!

Lasst uns feiern! Eine Dramaturgie, die fast surreal toll war! Alle auf den Zaun. Die obligatorische Heldenrede zum Jahresabschluss. Von Jeff le Chef, der so redet, wie er arbeitet: Mit schlichten Worten eine Menge sagen. Und dafür kriegt er so viel Applaus wie lange kein Trainer mehr bei Jahresabschlussgrüßen – selbst beim Gänsehaut-Käsebrötchen vor drei Jahren nicht. Was für ein schöner Film!

 

 

Fehlt noch was? Ach ja, Abspann!

WIR HAM 5:0 GEWONNEN!

Der kritische Blick auf die Tabelle:

Aus so einem Film, …ääh…Spiel geht man mit fettem, seligem Grinsen raus. Und wie bei Filmen (oder noch beliebter: Serien *nerv*) kann man dann drüber reden, wie es in der Fortsetzung weitergeht. Aber Vorsicht: Arminia hat bei Sequels weitaus mehr Spannung zu bieten als Hollywoods Drehbuchschmierer. Sogar mehr als gute Drehbuchschmierer. Also:

Spannung (noch  nicht) raus!

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Mein Weihnachtswunschzettel 2017 http://www.fankultur.com/blog/gaeste/mein-weihnachtswunschzettel-2017/ http://www.fankultur.com/blog/gaeste/mein-weihnachtswunschzettel-2017/#respond Sat, 02 Dec 2017 12:46:40 +0000 http://www.fankultur.com/?p=4299 Vor einigen Jahren wurde mir vom ehemaligen Finanzvorstand des FCK auf die Bitte nach Einsicht in ein Schriftstück, das an den Satzungsausschuss gerichtet und in dem ich Mitglied war, mit „Das können Sie sich auf Ihren Weihnachtswunschzettel schreiben“ geantwortet. Mein Wunsch, er möge bald Vergangenheit in unserem Verein sein, hat sich erfüllt, also versuche ich ...

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Vor einigen Jahren wurde mir vom ehemaligen Finanzvorstand des FCK auf die Bitte nach Einsicht in ein Schriftstück, das an den Satzungsausschuss gerichtet und in dem ich Mitglied war, mit „Das können Sie sich auf Ihren Weihnachtswunschzettel schreiben“ geantwortet. Mein Wunsch, er möge bald Vergangenheit in unserem Verein sein, hat sich erfüllt, also versuche ich es dieses Jahr wieder.

Morgen, am ersten Adventssonntag 2017, findet eine der wichtigsten Jahreshauptversammlungen der Vereinsgeschichte statt. Die „Unzerstörbar“ segelt nicht nur in hohem Wellengang – sie droht in einem Orkan unterzugehen.

Die wichtigste Entscheidung am morgigen Tag wird die Wahl des neuen Aufsichtsrates sein. Der Aufsichtsrat setzt den Vorstand ein, er kontrolliert ihn – er macht ihm aber auch Vorgaben, in welche Richtung das Schiff segeln soll und in welcher Art und Weise. Arbeitet der Vorstand nicht erfolgreich, so hat der Aufsichtsrat einzugreifen.

Warum die „Unzerstörbar“ in dieser Schieflage ist, würde Bücher füllen. Die Frage ist, wie geht es nun weiter? Wer schafft es, sie in ruhige Fahrwasser zu manövrieren, Hilfe von außen zu holen oder sie notfalls wieder zu reparieren und neu starten zu lassen?

„Aus der Region“ und „Dauer der Mitgliedschaft“

Oft wurde nur erwähnt, dass der AR „aus Kaiserslautern“ kommen sollte. Ich bin der Meinung, dass es dabei nicht um Fahrtkosten geht oder die Anwesenheit bei Sitzungen – das ist alles lösbar. Allerdings wünsche ich mir einen AR, der präsent ist, der bei Spielen und anderen Veranstaltungen ansprechbar ist, den man „greifen kann“.  Wenn nun jemand weit weg wohnt, gerade in den Verein eingetreten ist und damit noch nie bei einer JHV war – und man ihn irgendwie „nicht kennt“, dann habe ich Bedenken. Zum einen, was die Beweggründe sind, plötzlich im wichtigsten Vereinsgremium mitwirken zu wollen. Und zum anderen, ob derjenige es dann wirklich schafft, „greifbar“ zu sein.

Welche Qualifikationen muss der AR haben?

Er muss die richtigen Vorgaben an den Vorstand machen. Auch wenn die umgesetzten Summen mittlerweile gigantisch sind und viele Dinge wie bei „normalen Unternehmen“ laufen – einiges ist bei einem Fußballverein eben doch anders: Wie ticken die Fans? Was muss man tun, um Sponsoren zu finden? Wie stoppe ich die um sich greifende Emotionslosigkeit, die sich direkt auf die Einnahmen auswirkt – wirklich „nur“ durch gute Spiele? Oder sind es nicht auch die vermeintlich kleinen Dinge wie funktionierende Eintrittskarten und Online-Zugänge, tolles Merchandising, eine transparente, ehrliche Vereinsführung oder ein „echtes“ Wir-Gefühl? Um hier richtig zu steuern und auch die richtigen Personalentscheidungen zu treffen, muss der AR Ahnung vom Vereinsmanagement haben.

Um den Vorstand zu kontrollieren, muss er sich in sämtliche Vorgänge rund um den Berg einarbeiten und sie bewerten. Dazu muss er die Bilanz lesen und auch bilanzpolitische „Tricksereien“ verstehen und bewerten können. Er muss für Notfallszenarien gewappnet sein: eine Insolvenz abwenden, im Abstiegsfall richtig handeln. Und zusätzlich: Das alles im Sinne des Vereins.

Die Wahl

Nun hat man morgen die Wahl. 17 Bewerber gibt es, jeder konnte sich in einem Interview online und auch bei Fanveranstaltungen vorstellen. Bei der JHV hat jeder Bewerber drei Minuten Zeit sich zu präsentieren. Sehr wenig, wenn man bedenkt, wie wichtig die Wahl für die Zukunft des Vereins ist. Zu schnell lässt man sich von Sympathie oder einer tollen Rede blenden. Aber kommt es darauf wirklich an? Wie gut sich jemand verkaufen kann?

„Meine“ Kandidaten

Ich habe nun das Glück, einige der Kandidaten gut zu kennen und mir bei deren Wahl 100%ig sicher zu sein, die richtige Entscheidung zu treffen.

Mit Jochen Grotepass war ich im Satzungsausschuss und bin ich im Arbeitskreis Ausgliederung aktiv. Wir haben gemeinsam mit der Perspektive FCK die Meisterschale für das Museum organisiert. Seit Jahren kämpft er wie ein Löwe dafür, dass die Satzung eingehalten wird, dass die Mitglieder und Fans im Verein Gehör finden, dass die Wahrheit gesagt und nichts vertuscht wird. Er hat nie aufgegeben, egal welche Rückschläge kamen. Ich kenne niemanden, der sich in der FCK-Bilanz so gut auskennt, wie er. Komplexe Finanzangelegenheiten kann er einfach darstellen und das ganz ohne „Tscharts“. Jochen lässt sich nicht verbiegen, scheut keine Diskussion, ist zuverlässig und ausdauernd. Wenn er etwas sagt, dann ist das so. Er ist aus meiner Sicht prädestiniert für den Job in einem Kontrollorgan wie unserem Aufsichtsrat.

Es gibt wohl niemanden im FCK-Umfeld, der sich im Sponsoring und im Fußballumfeld so gut auskennt, wie Patrick Banf. Er hat viele Jahre lang die Sponsorings der Deutschen Vermögensberatung und von Karlsberg beim FCK betreut, er weiß einfach, wie Sponsoren ticken. Er hat aus einer kleinen Werbefirma eine angesehene Sportsponsoring-Agentur gemacht, die professionell arbeitet. Aus wenig viel machen – das brauchen wir dringend. Gerade im Bereich Sponsoring, aber auch Merchandising fehlt Kompetenz im Verein. Dazu braucht es jemanden im Aufsichtsrat, der Ahnung davon hat – damit er die richtigen Vorgaben machen kann. Er ist Lautrer, kennt den Verein sehr gut und ich denke, dass er eine große Hilfe sein kann, den Verein wieder voranzubringen.

Wilfried de Buhr, er war als Geschäftsführer und Aufsichtsrat beim FCK tätig, ist Betriebswirt und seit 40 Jahren in Geschäftsführungsverantwortung tätig. Er kennt das Fußballgeschäft seit Jahrzehnten und ich bin mir sicher, dass er den Job als Aufsichtsrat mit Umsicht und Ruhe im Sinne des Vereins ausführen wird.

Jürgen Kind, der einzige Aufsichtsrat, der wieder kandidiert. Ich bin überzeugt davon, dass er es die letzten Jahre nicht leicht hatte und dass er immer im Sinne des Vereins gehandelt hat. Manchmal hätte ich mir gewünscht, dass er „auf den Tisch haut“, um Dinge zu verhindern – aber das ist von außen leicht gesagt. Auf jeden Fall würde es den neuen Aufsichtsräten die Sache leichter machen, wenn jemand im Gremium vertreten ist, der sämtliche Vorgänge bereits kennt.

Wenn ich sicher wüsste, dass Menschen im Aufsichtsrat sitzen, die eine große wirtschaftliche Kompetenz mitbringen, dann wäre meine fünfte Stimme Dagmar Eckel sicher. Ich bin überzeugt davon, dass sie dem Verein helfen könnte, wieder „zu sich selbst“ zu finden – etwas was über die letzten Jahre verloren gegangen ist.

Mein Weihnachtswunschzettel

Um zu meinem Weihnachtswunschzettel zurückzukommen. Der FCK muss es schaffen, aus der aktuell massiven Schieflage herauszukommen. Der Aufsichtsrat muss das Ruder festhalten und die richtigen Entscheidungen treffen. Dazu müssen die Vereinsmitglieder die richtigen Steuerleute ans Ruder stellen. Es wird für den FCK überlebenswichtig sein, hier richtig zu wählen. Das wünsche ich mir.

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“So schlecht spielnse doch gar nicht” – Arminia gegen Eintracht Braunschweig http://www.fankultur.com/blog/rundumbeobachtungen/so-schlecht-spielnse-doch-gar-nicht-arminia-gegen-eintracht-braunschweig/ http://www.fankultur.com/blog/rundumbeobachtungen/so-schlecht-spielnse-doch-gar-nicht-arminia-gegen-eintracht-braunschweig/#respond Sat, 18 Nov 2017 21:07:21 +0000 http://www.fankultur.com/?p=4284 Rundumbeobachtungen von Hartkerzen, Gulasch - und wer ist Anton?

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Rundumbeobachtungen

Ohne uns wäret Ihr gar nicht hier!”. Das mag richtig sein. Wir wären ohne uns übrigens auch nicht hier. Jetzt sind wir aber alle wieder hier. Nein, wir wissen nicht, oft das Tor öfter pingelt als Anton zwischen Telgte und Warendorf. Wir wissen auch nicht, ob Rumpi vorher lauter brüllt als Anton zwischen Telgte und Warendorf pingelt. Nur eins steht fest: Beim Anstoß ist der Spielstand 0:0.

Eine Statistik besagt, dass Freitag der Ausgeh-Tag der Nation ist. Entsprechend gut ist die Laune auf der Alm. Wir 15.500 Arminen singen unsere Hymne, die 1.100 Braunschweiger präsentieren eine Fahnenchoreo.

Unter lautem Support von beiden Seiten kriegen auch die Kicker unten gute Laune und legen ein ordentliches Tempo vor. Und kriegen Freistoß von links. Schicke Flanke und Kopfballtor von Debütant Weigelt? Das wäre ja ein Debüt…Oder schicke Flanke auf Klos und der beendet die Sturmstille? Schütz ist doch nicht so irre und…DOOOOOOCH! Der trifft die Kirsche so perfekt, dass sie kurz vor dem Gestänge nochmal aufsetzt und sich Jasmin (heißt echt so) Fejzic strecken kann, wie er will. Ein Tor, das selbst den sonst so kritischen Block 3 überzeugt, nachdem er sich aus dem Torjubel entknotet hat:“Besser hätte ich es auch nicht gemacht. …Nee, ehrlich!”.

In Aue war es ja so, dass im Zusammenspiel nach vorne im ersten Durchgang gar nichts lief. Das ist heute nicht so. Da sind tatsächlich ein paar sehenswerte Spielzüge dabei. Das lebendige Auftreten unserer Kurzhosen und die Führung im Rücken ist ein echter Stimmungsturbo. Block J und Block 1 stimmen an und übernehmen voneinander. Auch die Braunschweiger sind laut dabei. Wie fasst das ein in Ostwestfalen befindlicher Block 3 zusammen? ”So schlecht spielnse doch gar nicht”. Auf Block 3 entdecken wir eine neue, mehrfach praktizierte Defensivtechnik: Die Hartherz-Kerze. Machen wir daraus mal einen terminus technicus: Die Hartkerze. Hartkerzen-Hartherz gehört ja zu den etwas umstritteneren Akteuren unserer Blauen in dieser Saison, so bleibt Kritik auch heute nicht nicht aus. “Hast mal gesehen, wie der aussieht? Der war doch im früheren Leben mal Türsteher.”. Schlimm. Wer aussieht wie ein reinkarnierter Türsteher, kann keine Hartkerze schlagen. Das schließt sich aus. Außerdem war Hartherz im früheren Leben in Paderborn und da ist man entweder Messdiener oder Kreuzritter. Seyne Durchlaucht Florian zur Hartkerze.

Block 3 ist gelassen. “Ich denke an drei Punkte”, verkündet ein blasierter Bariton. Sein gutes Recht, nur hat es nichts mit der Realität zu tun. Ich denke zum Beispiel gerade an Gulasch mit Kartoffelklößen. Realität: Kaffee und Textprogramm. Im Spiel beschließt die verletzungsgeplagte Eintracht, besser zu sein als ihr Tabellenstand (sind sie auch generell). Die Blaugelben holen ein paar Ecken raus und ziehen ihrerseits ein schnelles Passspiel auf. Vereinzeltes Angstgejaule auf Block 3, als erst Salger und dann Ortega gegen durchgeflitzte Löwen retten müssen. Apropos Gulasch – unser Kartoffelklos hat eine dicke Chance, den die Braunschweiger Abwehr aber klären kann. Aaaaargh, Klöße müssen wieder bekömmlich werden…So müssen alle bis zur Halbzeit verdauen und sich passiv verhalten. Machen auch alle.

Halbzeit. Bekanntlich wird die Pausenviertelstunde dazu genutzt, an FressSaufBuden Kalorien einzufahren. Machen wir uns nichts vor: So gut wie niemand achtet auf das, was zwischendrin auf dem Rasen geschieht. Dabei kann man so viel Interessantes erfahren. Zum Beispiel, dass der Vorverkauf zum nächsten Heimspiel begonnen hat. Zum Beispiel, dass sich Groove Coverage an “21st Century Digital Boy” versucht hat. Zum Beispiel, dass der Vorverkauf fürs Frauenländerspiel nächste Woche begonnen hat. Was man leider nicht erfährt, ist, dass auch der Vorverkauf für das Pokalspiel der Blauinnen gegen den 1.FFC Turbine Potsdam begonnen hat. Das sei hiermit nachgeholt. Alle hin da! Maxi gegen Svenni!

Die Laune ist auch beim Wiederanpfiff gut. Außer bei den balltretenden Löwenstädtern natürlich, die liegen ja hinten. Und haben darauf keinen Bock mehr. Innerhalb von vier Minuten muss uns’ Ortega sein Können zeigen. Erst eine Ecke abfischen. Dann einen Köpfer rüberschnippen. Und dann einen um den Pfosten drehen. Fußballsprache ist toll! Nicht so toll ist die unmittelbar folgende Ecke. Da wird gewuselt und gestochert, und schließlich hat Suleiman Abdullahi Schluss mit lustig und drischt dat Dingen zum Ausgleich in die Maschen. Die Alm bleibt tapfer. “Steht auf, wenn Ihr Arminen seid!” und “Immer dabei”. Alle ziehen mit. Auch die Blauen auf dem Rasen sind tapfer, allerdings läuft es nicht mehr so flüssig wie in der ersten Runde. Und dann werden sie mit ihren eigenen Waffen geschlagen – Fehlpass, unorganisiert, Konter, Hochscheidt, Rückstand. FUUUUUUUUUUUU!

Wat nu? Also, oben sind wir weiterhin tapfer, obwohl das Zusammenspiel der Blöcke kaum noch funktioniert. Und das entspricht durchaus dem Spiel der Arminen unten. Wat nu? Patsche Schönfeld auspfeifen, als der beim BTSV eingewechselt wird? Wo der doch mal gegen die Messdiener getroffen hat? Onel Hernandes erkennen wir nicht wieder, das ist aber auch kein Wunder, der hat seine Körpermasse seit seinem Weggang aus Bielefeld verfünffacht. Und an Darius Scholtysik, Co-Trainer der Eintracht, erinnert sich hier eh keiner mehr. Hemlein und Putaro, die die glücklose Flügelzange Weihrauch – Staude ersetzen, pfeifen wir eh nicht aus, sind ja unsere.

Um die 75.Minute rum geht gar nichts mehr unten. Oben gibt es Rechnungen von Beerman. “Drei Bier bitte” – “10,50 Euro minus ein Euro Pfand” – [diverse Geldeinheiten gehen über den Zaun zwischen Block 3 und Block J] – “Du hast mir zu viel rausgegeben.” – “Nein, 10,50 Euro minus ein Euro Pfand” – “Okay, Rest ist für Dich.” – “Es gibt keinen Rest”. So, und jetzt das ganze nochmal mit Ausweisung des Steuerabzugs und Berücksichtigung von Energieumlage und Inflation. Und schriftlich, dass wir es abheften können. Ach ja, Fejzic rettet zweimal gegen Hemlein. Vorlagen von Putaro. Machen Dampf, die beiden. Steuerfrei.

Nachspielzeit drei Minuten. Nein, das zu verlieren wäre fies. Kommt nochmal, Jungs! Die Süd rafft sich nochmal auf. Und Ecke gibt’s. Dick bringt die Pille rein, irgendwer kommt an den Ball, der Rest ist Menschenknäuel und Bierdusche. Putaro war’s! Und wir stehen gerade wieder, da kommt Vogi frei an den Ball UND… Nein, der Amphetaminschock wird uns dann doch nicht gegönnt. Schade, den Torjubel, den Pogo bis vorn Zaun, die blauen Flecken, die es dann gegeben hätte, hätten wir uns verdient. Zumindest auf den Tribünen. Auf dem Spielfeld nicht so ganz.

Unterm Strich steht der (mindestens) fünfte Punkt, den Arminia kurz vorm Vorhang holt. Wir sollten uns nicht unbedingt darauf verlassen, dass Arminia die Punkte jetzt regelmäßig in der Nachspielzeit einfährt, das wäre auch für uns Zugucker extrem ungesund. Einmal neunzig Minuten voll durchspielen könnte einiges vereinfachen. Und damit ist nicht eine zweite Halbzeit in Aue und eine erste Halbzeit gegen Braunschweig gemeint. Kriegen wir doch wohl hin, oder?

Der kritische Blick auf die Tabelle:

Anton – oder Pingel-Anton – heißt übrigens mit bürgerlichem Namen „Regionalbahn 67“. Zur Zeit ist Arminia genau so schnell wie Pingel-Anton zwischen Telgte und Warendorf. Nur bei Anton pingelt es öfter. Lasst es pingeln, ihr Blauen, damit Ihr pünktlich da seid.

Weil er auf dem Rückweg gestern 35 Minuten Verspätung hatte: Anton raus!

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Partner für rosige Zukunft gesucht – oder doch eher Flaschen sammeln für die Lizenz? http://www.fankultur.com/blog/gaeste/partner-fuer-rosige-zukunft-gesucht-oder-doch-eher-flaschen-sammeln-fuer-die-lizenz/ http://www.fankultur.com/blog/gaeste/partner-fuer-rosige-zukunft-gesucht-oder-doch-eher-flaschen-sammeln-fuer-die-lizenz/#respond Fri, 10 Nov 2017 18:10:03 +0000 http://www.fankultur.com/?p=4276 Puff – plötzlich war es in der Welt, das Gerücht um den großen Investor. Das Stadion möchte er kaufen, das Gelände drumherum – und in den FCK investieren. Sogar in der dritten Liga.  Die Begeisterung im Internet kannte keine Grenzen. „Endlich geht es wieder aufwärts.” “Wer jetzt noch etwas gegen die Ausgliederung hat, der hat ...

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Puff – plötzlich war es in der Welt, das Gerücht um den großen Investor. Das Stadion möchte er kaufen, das Gelände drumherum – und in den FCK investieren. Sogar in der dritten Liga.  Die Begeisterung im Internet kannte keine Grenzen. „Endlich geht es wieder aufwärts.” “Wer jetzt noch etwas gegen die Ausgliederung hat, der hat keine Ahnung.” “Ausgliedern – egal wie.” und so weiter und so fort. Am gleichen Tag wurde zurückgerudert. Es hätte Gespräche gegeben. Wie zuvor auch schon. Aber: Damit ein Investor überhaupt einsteigt, muss schon ausgegliedert sein.

Also schnell schnell die Presse einladen (aber nur ausgewählte Vertreter), ein paar Infoveranstaltungen für die Fans organisieren, den Arbeitskreis Ausgliederung bei einer Telefonkonferenz schnell informieren, wie es gemacht wird und direkt eine außerordentliche Versammlung für den Januar planen, in der dann ausgegliedert wird. Damit alles vorbereitet ist, wenn irgendwann der goldene Ritter vor der Tür steht.

Die Ausgliederung soll ein Vier-Säulen-Modell sein, so soll es einen großer Ankerinvestor und einen stillen Gesellschafter geben, außerdem haben kleinere Sponsoren die Möglichkeit Anteile zu erwerben und die Fans können Anteile an “ihrem” Verein kaufen.

Wie ist nun der aktuelle Stand der Dinge? Mit einem etwaigen großen Ankerinvestor werden Gespräche geführt, wie mit anderen Interessenten zuvor auch. Er habe seriös gewirkt, hört man aus dem Rathaus. Nun denn. Voraussichtlich wird bis Januar 2018 kein goldener Ritter vor der Tür stehen. Die Fans können voraussichtlich auch keine Anteile erwerben. Die Zeit bis dahin reiche nicht, um das Wertpapierprospekt fertig zu haben. Auf Nachfrage im Arbeitskreis, warum man dann so schnell den Termin mache, wenn es noch keinen großen Investor gibt und die Fans auch noch nicht einsteigen können kam die Antwort von Finanzvorstand Klatt: “Wenn Sie sich die Bilanz angesehen hätten, … dann wüssten Sie, dass wir keine Zeit haben.”

Die Ausgliederung habe aber nichts mit der aktuellen Situation zu tun, hat Vorstand Gries über die Medien verlauten lassen. Man habe das Ziel, mit der Ausgliederung wieder in der Bundesliga zu spielen.

Nun stellt sich die Frage, welches Ziel mit dieser Ausgliederung wirklich verfolgt wird: Sucht man einen strategischen Partner, mit dem dann (angeblich) alles professioneller wird? Hat man ein Konzept, wie man das eingenommene Geld (von dem nicht viel übrig bleiben dürfte, da man auch die Anleihe zurückzahlen muss) nachhaltig investiert, um das Ziel Bundesliga zu erreichen? Oder ist man eher auf der Suche nach den Krümeln, indem man versucht, die Sponsoren zu überreden, jetzt auch noch Anteile zu kaufen – damit der Spielbetrieb und die Lizenz gesichert ist?

Zu Beginn ihrer Amtszeit haben die Vorstände und der Aufsichtsrat Transparenz versprochen. Wenn man jetzt davon spricht, auszugliedern, um den Verein in eine goldene Zukunft zu führen und gleichzeitig keine Zeit hat, ein Wertpapierprospekt aufzulegen, dann sagt dies viel über die wahre Intention aus.

Ja, die Wahrheit ist nicht sexy und ist nicht so gut zu verkaufen, wie der Traum von der Bundesliga – aber angelogen wurden die Fans und die Mitglieder in der Vergangenheit genug. Die sinkenden Zuschauerzahlen, die fehlenden Emotionen – das ist nicht nur auf die Spielergebnisse zurückzuführen. Es sind die vielen Enttäuschungen der vergangenen Jahre. Eine Ausgliederung unter falschen Voraussetzungen wäre diesbezüglich der Höhepunkt.

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Wie Enten – Arminia gegen Ingolstadt http://www.fankultur.com/blog/rundumbeobachtungen/wie-enten-arminia-gegen-ingolstadt/ http://www.fankultur.com/blog/rundumbeobachtungen/wie-enten-arminia-gegen-ingolstadt/#respond Sun, 29 Oct 2017 11:23:44 +0000 http://www.fankultur.com/?p=4255 Rundumbeobachtungen von Fanmassen, Rumpi-Stilzchen und Enten

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Rundumbeobachtungen

Vor den zweifelhaften Genuss eines Arminiaspiels hat der Fußballgott die Bahnanreise gesetzt. Die geht heute erstmal bis Hamm-Heessen. Dort heißt es: ”Unsere neue Lok muss einmal komplett wieder hochgefahren werden. Unsere Weiterfahrt verzögert sich”. Das ist bei wichtigen Terminsachen (zweifelhafter Genuss eines Arminia-Spiels) natürlich ärgerlich, gibt aber ein herrliches Kopfkino: Sanduhr im Führerstand der Lok – ”Lok reagiert nicht, möchten Sie die Fahrt beenden? [OK] [Abbrechen]” – *hackhackhack* – ”Press F8 to run boot menue” – ”Lok im abgesicherten Modus starten?”. Der Anpfiff ist gerade ertönt, als der Rundumbeobachter die Linie zu Block 3 überquert (beim SchiRi vom Düsseldorf-Spiel hätte ich nicht gegolten).

Die Blauen sind lebendig unterwegs. Sieht ganz gut aus, was die da machen. So ist auch die Alm lebendig unterwegs. Ingolstadt gehört nicht zu den Lieblingsgegnern des DSC, weil sie in den meisten bisherigen Spielen immer den Tick cleverer waren. So auch jetzt, als der Tex wegrutscht. Thomas Pledl will den Ball eigentlich auf die Tribüne schießen, doch Lord Börner steht im Weg. So landet die Murmel in den Maschen. Mist.

Da die Blauen erstmal gut weitermachen, tut der frühe Rückstand auch der Stimmung keinen Abbruch. Ingolstadt ist ganz schön nickelig unterwegs. In der Kategorie ”Bekloppteste Platzverweise der Fußballgeschichte” sind auf der Alm ja schon einige Preise verliehen worden. Heute kommt ein weiterer hinzu: Ingolstadts Marcel Gaus kassiert die schnellste Ampel in der Zweiten Liga ever. ”Hah!”, sagt Block 3, ”Ich hab’s Dir gesagt, beim nächsten Laufduell ist der Zehner weg”. Nä jä, Gaus hatte die 25. Der Zehner ist der, der in der kurzzeitigen Hektik nach der Ampel Hemlein weg schubst. Und Gelb kriegt. Was dem SchiRi den ersten Unmut des Abends einbringt.

Überzahl ist ja nicht wirklich was für Arminia. Nee, noch niiiie hamse dat gekonnt! Deswegen passiert auch erstmal nix in Richtung Ingolstädter Kiste. Es ist nicht ins Letzte zu klären, ob Brian Behrendt die Ausgangslage durch personellen Gleichstand verbessern wollte, von Kutschke gefoult wurde oder ob der SchiRi Freude am Sich-selbst-an-den-Pöter-packen gefunden hatte. Auf jeden Fall fliegt BB3 glatt. ”SchiRi, was ist los mit Dir?”, herrscht Unverständnis auf Block 3.

Gleichzahl ist mehr Arminias Ding. Jetzt machen sie gut Alarm da unten und die Alm alarmiert mit. Und Lord von und zu Börner mach die Dampframme, 1:1, alle am Jubeln. Und am brüllen. Und am Singen. Denn es geht weiter. Eine Ecke nach der andren für den DSC. ”Wir sind immer dabei!”. Gerade mal 30 Minuten rum und hier wird was geboten. Mannomann, was wäre gewesen, wenn die Lok in Hamm-Heessen noch einen kompletten Virus-Scan hätte machen müssen und ich jetzt erst erschienen wäre? Ich hätte ja glatt die Einwechslung von Salger verpasst. ”Halten wir das noch’ne Viertelstunde durch?”, fragt jemand auf Block 3. Was? Das Spiel? ”Was? Ohne Saufen?” – ”Nein, ohne Pissen.”. Ah so.

Es fehlt das Erfolgserlebnis in der Schlussphase der ersten Runde. Einigen, etwa Fabi Klos, fehlt es schon länger. Und dabei bleibt es- er köpft knapp vorbei. Nein, tut er eigentlich nicht. ”Er macht alles richtig, das Tor stand zu weit rechts”, weiß Block 3. Das Spiel beruhigt sich. Arminia passt erstmal hintenrum. Klappt nicht. Ortega muss mit gestrecktem Bein hin. Überflüssiger Kollateralschaden (Elfmeter) in überflüssiger Situation (Fehlpass). Kutschke versenkt, Ingolstadt führt. Das verstört die Stimmung zur Pausenwurst ein bisschen.

Halbzeit. Um die verstörte Stimmung mal mitzunehmen, hier ein verstörendes Lied über Bratwurst.

Viele sagen ja, der Support von Block 1 habe nichts mit dem Spiel zu tun. Nun, das stimmt nur teilweise. Im gesamten ersten Drittel der zweiten Hälfte passen die Chants zum Spiel Arminias. Mit dem Quer-Rück-und-Rüber-Gepasse der Ingolstädter am eigenen Strafraum haben die Gesänge genauso viel zu tun wie unsere schwarzweißblauen Kicker, die offenbar ihre erfolgreiche Pressing-Direktive vergessen haben. Carsten macht das Rumpi-Stilzchen, das hilft aber auch nicht viel. Die Blauen bekommen zwar wieder Zugriff, verzetteln sich aber oft in der cleveren bayrischen Abwehr (heißen die deswegen ”Schanzer”?).

Block 3 nutzt die Gelegenheit, um wesentlich Dinge zu diskutieren. Läuft Bier-Man auf Block J eigentlich feste, vorgeschriebene Routen? Was der wohl verdient? Ist das tatsächlich ein Schienbeinschoner, der gelangweilt auf dem Rasen liegt und auf Sonne wartet? Irgendein Low-Budget-Intellekt trillerpfeift auf der Süd. Börner wird zu Sebastian Wiese geschickt, der das Publikum bittet, das zu unterlassen. Was man nicht alles tut für ein bisschen Abwechslung. Riesenstimmung übrigens im Gästeblock. Ein unter Gefahr aufgenommenes Foto zeigt das riesige Polizeiaufgebot und die Massen an Schanzer-Fans bei Abfahrt am Bielefelder Hauptbahnhof:

Die kleine Spitze sei verziehen. Jeder, der – Hin und zurück – elf Stunden Zugfahrt (18 Stunden bei Lokomotiven-Reboot) auf sich nimmt oder acht Stunden mit einem A6 (was sonst!?) hat eigentlich Anerkennung verdient, auch und gerade wenn es nicht viele sind.

Arminia liegt zurück und tut kaum was dagegen. ”Enten”, sagt Block 3, ”sie spielen wie Enten”. Auch ein lustiges Kopfkino. Dann kriegt Arminia Freistoß. Das Spielgerät dölmert erst an Birners Börne und dann an den Pfosten…Mist! Alarm für die Alm. Die Tribünen wollen gerade die Schlusschoräle einläuten, als Ingolstadt einen Konter mit Hand und Fuß (lies: regeltechnisch grenzwertig) zu Ende spielt und die Tüte zu macht. Dafür machen alle Arminen ein Fass auf. ”Schieber! Hoyzer!” auf der Süd. Ortega hat den Mega-Hals und kriegt Gelb. Jeff le Chef guckt laut eigener Aussage böse und wird auf die West verwiesen. ”Ohne SchiRi habt Ihr keine Chance!”, brüllt das Publikum. Der Lord ist sauer und reißt noch einen Schanzer um. Auch gelb. Jetzt ist die Süd maximal auf Wutpegel. ”Auf die Fresse! Auf die Fresse!”. Donnernde Pfiffe gegen den SchiRi zur Schlussflöte.

Nee, es lag nicht am SchiRi. Leider konnte Arminia den Druck der durchaus gefälligen ersten Hälfte nicht fortsetzen. Ingolstadt nahm die Einladungen dankend an. Der weitere Kurs der Blauen bleibt spannend.

Der kritische Blick auf die Tabelle:

Das Grauen hat einen Namen”, verkündet Lothar zur Blitztabelle in der Halbzeit. Meint er den Leetzenladen, der die Blitztabelle präsentiert? Oder vielleicht die grauenhafte Musik, die dabei läuft? Sonst gibt es nämlich kein Grauen. Also:

Schlechte Musik und Leetzen, die am Zebrastreifen nicht bremsen, raus!

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Kannste, musste nicht, tuste verlieren – Holstein Kiel gegen Arminia http://www.fankultur.com/blog/rundumbeobachtungen/kannste-musste-nicht-tuste-verlieren-holstein-kiel-gegen-arminia/ http://www.fankultur.com/blog/rundumbeobachtungen/kannste-musste-nicht-tuste-verlieren-holstein-kiel-gegen-arminia/#respond Sun, 22 Oct 2017 19:07:07 +0000 http://www.fankultur.com/?p=4241 Rundumbeobachtungen von Schüttelei, Blechköppen und langem Hafer

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Rundumbeobachtungen

Es gibt Städte, in die fährt man einfach gerne. Kiel steht da beim Rundumbeobachter mit oben auf der Liste. Kiel Ahoi! In der Stadt zwischen Elendsredder und Haßstrasse sind sie zu Recht mächtig stolz auf ihren Fußballclub, die KSV Holstein, die als Aufsteiger munter die Zwote Liga durchschüttelt. Sympathischer Club, sympathische Leute, sympathisches Stadion…

…von dessen Gästekurve man jede Abseitsstellung sofort qualifiziert überprüfen kann. Die KSV hat acht der letzten neun Spiele gewonnen und begibt sich zu Beginn des Spiels auch wieder auf Liga-Durchschüttel-Kurs.

HolladieWaldfee, legen die eine Schüttelei vor. Es sieht schon bedenklich aus, wie die in blau gekleideten Störche den in schwarz gekleideten Blauen davon rennen. Wohl denen, die sich noch im Gästeblock arrangieren müssen. „Caaaaaarlooooo!“, ruft eine verzweifelte Dame nach hinten rechts. Carlo (sofern er sich dort befindet) hört nix. Soll der Rundumkavalier mal behilflich sein? „CAAAAAAARLOOOO!“ (brüllen kanner ganz gut). Aber Carlo (sofern er sich dort befindet) hört immer noch nix.

Mittlerweile haben die Blauen das Schütteln etwas beruhigt. Freistoß gibt’s, Vogi haut ihn in die Mauer. Freundlich sind die Teams nicht zueinander. Viele fiese Fouls, viele sterbende Schwäne. „Holzbein Kiel!“. Hahaaaa, Klassiker! OlchiBolchi schießt einen am rechten Winkel vorbei. Ducksch einen hinter die Westförde. Drexler einen auf Ortegas Griffel. Alldieweil hat Block 3…neee, wie heißt das hier…, richtig, Block O, sich mit dem Stadion abgefunden. „Warste mal in Karlsruhe? Da ist die Sicht genau so.“ – „Nein, da war ich noch nie“. – „Da ist die Sicht aber genauso.“. Stimmt. Ist wie in Karlsruhe hier. Selbst das Marine-Ehrenmal ist dasselbe wie in Karlsruhe. Und die Ostsee erst!

Mit dem SchiRi ist man unzufrieden. Erst ist die Kartenausbeute defizitär („Mann, runter die Sau ey!“), dann diskutiert der Nachwuchs-Referee am Kieler Strafraum mit ein paar Spielern, während das Match heiter weiter läuft. Erst als Lord BörniWörni vor dem Bielefelder Sechzehner foult, nimmt der SchiRi wieder am Spielgeschehen teil. Gelb und Freistoß. Der bringt nix ein. Tore Fehlanzeige nach’ner Dreiviertelstunde.

Halbzeit. Die Gastronomie im Gästeblock des Holsteinstadions erinnert – je nach Phantasie – an die Verpflegungsausgabe im Gefängnis oder an die Bremer Osnabrücke. Wobei man nicht behaupten kann, dass die Wärter, äh, Servicekräfte nicht mit Einsatz zu Werke gingen. Jedes bestellte Bier wird einzeln und mit Bedacht gezapft. Das verzögert die Ausgabe gerade bei ostwestfälischen Sammelbestellungen erheblich („Machma fünf…nee, sieben…nee, doch lieber vier“). Was im Gefängnis zu erheblichen Aufständen geführt hätte, wird hier mit sturthartnäckigkämpferischer Ruhe ertragen. Fußballfans sind eben doch keine Verbrecher.

Wer sich zum Wiederanstoß noch im Gästeblock arrangieren muss, verpasst OlchHolchleFolchis Schuss aufs Tor. „Louuuuuuiiiiiiiiis!“, ruft eine verzweifelte Dame nach hinten rechts. Louis (sofern er sich dort befindet) hört nix. Soll der Rundumkavalier mal behilflich sein? Ach nääää. Louis (sofern er sich dort befindet) hört doch eh nix.

Arminia kombiniert sich jetzt nach vorne. Sieht gut aus, bis der letzte Pass wieder ins Leere geht. Ein Kiddo auf Block O fasst das wie folgt zusammen: „Gut! … GUT!….schlecht…“. Und dann *bläääääärg*, nein. Fabi wird bei einem Flugkopfball noch gestört…Und dabei war seine Thronfolge auf den Titel „Blechkopp“ (vormals: Gerrit Meinke) doch schon so gut wie sicher…Und dann *bläääääääääääääääääääääääärg*, nein, Vogi kommt nicht an Kronholm vorbei, das hätte es sein müsseeeeen… Wenn sich das nicht noch räc….Danke, Marvin Ducksch, *grumpf*. Holstein Kiel hat „Nellie the Elephant“ als Torhymne, is‘ auch mal’ne Idee. Kommt, Ihr Blauen, noch ist nix verlo…Danke, Steven Lewerenz, *grumpf*. Ich habe bei „Nellie the Elephant“ mal einen Schneidezahn verloren. Wenn dat nichma’n Zeichen, war damals Silvester 1995.

Das Kiddo von eben wäre noch nicht mal mit einem Unentschieden zufrieden. „Ob Anschluss oder Ausgleich ist mir egal, ey!“. Brandy wird eingewechselt. „So, Holstein!“, meint eine Stimme noch trockener als der Furz einer Wüstendüne, „Brandy kommt, dat war’s jetzt mit Euch!“. Block O liegt lachend auf den Betonstufen, tut gut bei Zwei-Tore-Rückstand. Arminia kriegt nochmal Ecke. Kiels Czichos köpft den Ball elegant dahin, wo er irrtümlich seinen Torwart vermutet. Nach dem Johannes-Rahn-Gedächtnis-Eigentor versucht Arminia es noch ein paar Mal mit dem langen Hafer, es wird aber nichts mehr.

Eigentlich ein gutes Spiel der Blauen. Kiel war die Chancenquote besser, das war’s, nicht mehr und nicht weniger. Kannste verlieren, musste nicht, tuste aber. Wie sprach der Knecht, als er in die Jauchegrube fiel? „Kommen auch wieder bessere Momente“.

Der kritische Blick auf die Tabelle:

Das mit dem Spitzenteam hat sich wohl erstmal erledigt. Langsam aber sicher kommen wir ins graue Mittelmaß der Tabelle. Was aber zum Saisonende ein Grund zum Feiern wäre. Also: Paaaarrrtyyyyy!

…was!?…ach, Partymuffel raus!

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