No one likes us, we don’t care. Oder: Wir brauchen einfach mehr Hass…äääähhh… Erregung.

Spiele gegen „die Werkself“ sind für mich immer besondere Spiele. Unabhängig davon, dass diese in der Regel so viel Adel ausstrahlt, wie eine Möbelhauseröffung im verregneten November, gibt es für mich persönlich schon fast eine historische Dimension. Am 08.12.1979 war ein Heimspiel gegen diese Truppe mein „erstes Heimspiel“. Damals waren auch schon fast 11 jährige Kinder noch irgendwie „Schoßkinder“, mein Vater schummelte uns selbstsicher mit einer geliehenen Haupttribünen-Dauerkarte an den eigentlich freundlichen Ordner vorbei und ich verstand damals nicht, warum mein Vater von diesen grauuniformierten Menschen als „Schnarcher“ sprach.

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Holstein Kiel gegen Arminia

Rundumbeobachtungen DSC14/15-11

KSVDSC01Ja guck! Da haunse doch tatsächlich die alte Dame raus! Mein Brotjob verhinderte eine Teilnahme, aber das ist doch mal richtig geil! Und das, wo ich doch so ein gespaltenes Verhältnis zum DFB-Pokal habe. Auf der einen Seite: Toller Motivationsschub, gut fürs Ansehen und vor allem gut für die leere Kasse. Auf der anderen Seite: Nach Verlängerung und Elfmeterschießen vielleicht schwere Beine, wenn es darum geht, die Tabellenführung zu verteidigen. Zumal heute außerordentliche Rahmenbedingungen gelten. Spiele gegen Holstein Kiel finden auf einem Markplatz statt, der am Ende komplett verwüstet ist und der Ball wird öfter mal mit einer Melone verwechselt. Zumindest, wenn „Werner – Alles Klar!?“ so realistisch ist wie Facebook-Posts von jemandem, der sich als Sandro Wagner ausgibt.

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Unzählige Eindrücke am Bosporus – aber keine Hölle bei Galatasaray

Istanbul. Bosporus. Mindestens 14 Millionen Einwohner – und fast genauso viele Eindrücke, die man hier gewinnen kann. Es war zwar erst der dritte Vorrunden-Spieltag und das zweite Auswärtsspiel, doch vermutlich haben wir mit dem Spiel in Istanbul bereits d a s Highlight der diesjährigen Champions-League-Saison erlebt. Die Reise in die Metropole an der Grenze zwischen Europa und Asien begann bereits ...

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Buchtipp Schalke International – Von Anderlecht bis Zagreb

Winterzeit, Schmökerzeit und was gibt es Besseres für einen Schalker, als sich mit durch und durch königsblauer Lektüre auf das heimische Sofa zu kuscheln? Okay, Schalkespiele, zugegeben. Wenn ein solches aber gerade nicht stattfindet, sei allen Schalkern das neueste Werk von Stefan Barta ans Herz gelegt: „Schalke International – Von Anderlecht bis Zagreb“ heißt das mit sehr viel Liebe und ...

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Arminia gegen RW Erfurt

Rundumbeobachtungen DSC14/15-10

DSCRWE1Was in drei Wochen nicht so alles passieren kann. Es wird Herbst. Arminia schießt in zwei Tagen 17 Tore. Arminia wird in mehrfacher Hinsicht Derbyverlierer. In Münster kann man offenbar weder gewinnen noch mit Anstand verlieren. Sehr uncool, wenn einen die taubentragenden Arbeitskollegen nicht nur auf die Niederlage, sondern auch auf die stechwütigen Hummeln in den Hintern einiger aus unserer Anhängerschaft ansprechen. Aber jetzt nach vorne mit dem Blick: Wir arbeiten zur Zeit eine Reihe wichtiger Spitzen-Heimspiele ab. Beim letzten Mal Dresden, beim nächsten Mal Wehen, heute Erfurt. Die Rotweißen sind die „Mannschaft der Stunde“, kommen als Tabellenzweiter auf die Alm und bringen etwa 800 Fans mit. Insgesamt sehen 11.710 Zuschauer den Flutlichtkick. Ordentlich. Arminia ist mit 4:1:4:1 ziemlich offensiv aufgestellt. Kurz vor Anpfiff heißt es auf Block 3 noch poetisch: „Ich flehe den Fußballgott um Geduld an!“. War gar nicht nötig. Das Spiel geht ab wie eine geköpfte Propanflasche.

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Der Vernunft (k)eine Chance

Gestern gab es die Jahreshauptversammlung des VfL Bochum. Nach den letzten Wochen, in denen es sportlich erst bergauf ging dann stagnierte aber doch um einiges besser aussah als sonst, Von Ruhe im Verein ist jedoch ganz und gar nichts zu spüren. Die Geschäftsstelle verkleinert sich, der Rotstift wird angesetzt. Zurecht,ja, aber an fragwürdigen Stellen. Der Höhepunkt des Sparkurses war die ...

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38mal90 – Interview mit Regisseur Milan Skrobanek

Derbys sind etwas Besonderes. Für Fans, für Spieler, für Vereine. Wenn ein Derby ansteht lässt der Fan gerne alles stehen und liegen. Gemeinhin gelten Derbys aber eben auch als besonders brisant, oft als Hochsicherheitsspiele und als Konfliktherd. Trotzdem sind sie die Quintessenz des Fußballs. Grund genug, dem Gegenstand Derby einen Dokumentarfilm zu widmen, in dem es mal nicht um Polizei und Krawalle geht, nicht um Anfeindungen und Vorurteile. Milan Skrobanek ist Regisseur und hat sich die besondere Dreierkonstellation VfL Osnabrück, Preußen Münster und Arminia Bielefeld vorgenommen. Sie alle spielen diese Saison zusammen in Liga 3. Am Ende dieser Saison wird es insgesamt 38 Derbys der drei Teams gegeben haben. 38Mal90. Wir trafen Milan bei Dreharbeiten in Osnabrück und sprachen mit ihm über den Film, die Finanzierung und die Schwierigkeit, die Verein von der Idee zu überzeugen.

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Alles so schön bunt hier

 

Einladung FCK JHV 20141Endlich ist sie da. Die Einladung zur diesjährigen Jahreshauptversammlung des 1. FC Kaiserslautern e.V. Mit Spannung erwartet traf heute mittag endlich die lang ersehnte Einladung per Infopost ein. Nicht wie sonst als Einladung im Mitgliedermagazin, nein, als Info-Post, also quasi als Werbesendung. OK, kostet ja nur 0,28 Euro abzüglich vermutlich 2% bei ca. 18.500 Mitgliedern. Früher, als wir noch ein armer Zweitligist waren und in einer strukturschwachen Region unser Dasein fristeten, da wurde gerne mal gejammert, dass so eine Einladung ein Heidengeld kostet. Aber nun ja, jetzt wo wir ein aufstrebender Zweitligist mit einem Philosophiewechsel im sportlichen Bereich sind, der endlich einen neuen Auftritt auf unseren Vereinsmedien und auch am Spieltag besitzt (“Der Betze rockt”) - zuletzt sogar auf dem Mannschaftsbus -, jetzt wo sich alles wieder dahin entwickelt, wo “wir” den Verein am liebsten sehen wollen, wo der sportliche Erfolg, ein Auftreten, insbesondere der Lizenzmannschaft, der U23, U19 und U17, mit dem man sich als Fan identifizieren kann und ein Zusammenhalt zwischen Fans, Mannschaft und Verein, darüber hinaus auch noch passend eine Vision für die nächsten Jahre, auf die man sich als FCK-Fan freuen darf, jetzt also kommt es auf die fünfeinhalbtausend für das Porto wirklich nicht an. Nein, wirklich nicht.

Das Ganze gewürzt mit den Zutaten von etwas Großem. Etwas ganz Großem. So in etwas wie es Schalke letztes Jahr bei der “ViaNoGo” JHV durchgezogen hat. So in etwa, nur halt eben etwas ärmer. Eben Zweitligistmäßig. Bin gespannt, ob wir, getreu dem Motto “Der Betze rockt” auch eine Rockband erleben werden. Im Zelt. Auf dem Rasen des Fritz-Walter-Stadions. Auf dem am Tag zuvor noch die U23 gegen Worms gespielt hat und wir zwei Tage zuvor noch den Zweitligisten SV Darmstadt 98 vom Platz gefegt haben - mit unserer neuen Spielerphilosophie und dem neuen Motto “Der Betze rockt” und den Fans die sich darüber freuen. Und überhaupt. “Alles so schön bunt hier …”. Oder wird das Zelt auf Platz 4 aufgebaut? Das wäre ziemlich fad. Kann ich mir, bei dem gerade verordneten neuen Schwung gar nicht vorstellen. Warum auch? Was kostet so ein Zelt? Ach ist doch egal, wir sind ein “im Grunde genommen” Erstligist, der nur durch ein Versehen und die beschissenste Saison der Vereinsgeschichte aus Versehen, quasi, wieder als Zweitligist agieren muss.

Aber es muss was Großes sein was uns erwartet. Warum sonst sollte die Halle der Nordtribüne, die schon in der Vergangenheit viele Jahreshauptversammlungen überstanden hat und sogar die bisher einzige außerordentliche Mitgliederversammlung der vergangenen zwanzig Jahre, warum also sollte sie nicht reichen?

“THINK BIG” - klassische Devise der Amerikaner. Wer nicht “BIG THINKT” der wird auch nichts erreichen. Ja, genau.

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„Gott mit uns!“ in Bulgarien – 80er-Jahre-Gefühl in Plovdiv

Bulgarien leidet als ärmster Mitgliedsstaat der Europäischen Union nicht nur unter den langfristigen Folgen der kommunistischen Diktatur, sondern auch unter grassierender Korruption, organisierter Kriminalität und anhaltender Wirtschaftsschwäche. Für Fußballreisende hat dies zur Folge, dass Touren in den Balkanstaat einerseits eine vergleichsweise preisgünstige Angelegenheit sind, andererseits aber infrastrukturellen Erschwernissen unterliegen. Das gilt insbesondere in Gegenden abseits der Hauptstadt, wo die Vereine ...

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Das VIP-Experiment

 Welcher Fußballfan hat nicht schon einmal über die „Eventfans“ und „Schnittchenfresser“ in den Logen und Hospitality-Bereichen gelästert? Auch „Scheiss-Tribüne“ gehört zu den Nettigkeiten, die den Besuchern in den exklusiven Bereichen gerne einmal entgegengeschleudert werden. Gestützt wird dieser Eindruck durch Bilder, in denen pelzmantelgewandete Funktionärsgattinnen, die bisweilen aussehen wie Vogelscheuchen nach einer verlorenen Paintball-Schlacht, gelangweilt an einem langstieligen Schampus-Glas nippen. Support? ...

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