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Montag, 14 Januar 2013 15:21

Initiative der Bundesligasender gegen Gewalt im Stadion – ernsthaftes Bestreben oder Imagekampagne?

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100 das spiel logoDie übertragenden Sender der Fußball Bundesliga starten am 15. Januar mit einer gemeinsamen Initiative gegen Gewalt im Stadion. Der Name: "100 Prozent Das Spiel - 0 Prozent Gewalt". Nur wenige Tage, nachdem Pyrotechnik bei der Übertragung der Vierschanzentournee als Stilmittel der Stimmung gelobt wurde, während sie bei Fußballspielen als Gewalteskalation verdammt wird. Nur wenige Tage, nachdem im ARD Nachtmagazin ein langer Bericht  gesendet wurde, der eingestand, dass das „Gewaltproblem“ in deutschen Stadien viel weniger dramatisch ist, als dargestellt. Wie Professor Harald Lange vom Institut für Fankultur in dem Bericht feststellt, war ein Stadionbesuch noch nie so sicher wie heute. Die Gewalt im Fußballstadion nimmt sogar ab, so der Zeithistoriker Rudolf Oswald im selben Beitrag.

Nun soll ein extra produzierter Kurzfilm der „überwältigenden Mehrheit der Fans“ eine Stimme geben. Dazu gibt es eine kontinuierliche Berichterstattung zu dem Thema, welche schon am Dienstag mit der Sondersendung „Wem gehört der Fußball?“ beginnt. Der Sender: Phoenix. Marktanteil 1%, bei den meisten deutschen Fußballfans wahrscheinlich nicht unter den ersten 30 eingespeicherten Sendern zu finden (wenn überhaupt).

Erfreulich ist die Zusammensetzung der Diskussionsrunde. So sind nicht nur der Fußball durch DFL Geschäftsführer Andreas Rettig, die Politik durch Reinhard Gall, Innenminister von Baden Württemberg, und die teilnehmenden Sender durch WDR-Sportchef Steffen Simon vertreten. Mit Philipp Markhardt, Sprecher von „ProFans“ kommt auch die Seite zu Wort, um die sich alles dreht. Dazu ist mit 11-Freunde-Chefredakteur Philipp Köster noch ein eher fannahes Medium eingeladen.

Fragwürdig ist dennoch, weshalb ein Imagefilm auf allen Sendern breit gestreut wird, die (hoffentlich) tiefer gehende Diskussion jedoch auf einen kleinen Spartensender ausgelagert wird. Es entsteht der Eindruck, dass von den Unternehmen in erster Linie ihr hochpreisig eingekauftes Produkt „Fußball“ vor Image- und somit Zuschauerverlust geschützt werden soll. Etwas mehr Relevanz der Berichterstattung und Aufklärungsarbeit wäre durchaus wünschenswert.

Ein Kommentar von Stefan Viehauser

Bildquelle: obs/Sky Deutschland

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