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Sonntag, 16 Dezember 2012 10:25

Manchmal kotzt Schalke mich an! Hartstikke bedankt, Huub!

geschrieben von 

stevensNein, ich möchte nicht über Fußball reden, danke der Nachfrage. Aber auch mit einer Nacht drüber geschlafen oder eher „gewälzt“ war das gestern ein ganz schwarzer Tag für unseren Verein, der sich mit der Entlassung von Huub Stevens heute Morgen nahtlos fortsetze. Auch wenn sich viele in den letzten Wochen zu Recht mehr Aufbäumen, mehr Gegensteuern von Huub Stevens erwartet hatten, ist der Stil und Zeitpunkt dieses Wechsels einfach nur unterirdisch. Unser Jahrhunderttrainer und Chef der legendären Eurofighter hätte einen besseren Abgang verdient gehabt! Huub, danke für alles!

Fußballdeutschland kann zu Recht einmal mehr über uns königsblaue Chaoten den Kopf schütteln; dennoch gab und gibt es andere Protagonisten auf Schalke, die weitaus eher den Rauswurf verdient gehabt hätten:

Eine Mannschaft, die sich nahezu widerstandslos in ihr Schicksal fügt und mit dem Hintern Vieles einreißt, was sie in den ersten zweieinhalb Monaten der Saison mit tollen Leistungen aufgebaut hat.

Ein Vorstand, der sich eines Leitbildes und des Slogans „Schalke – wir leben Dich“ rühmt und nicht nur in der Frage des Kartenpreisausschusses das exakte Gegenteil von offener Kommunikation auf Augenhöhe praktiziert.

Und das Schlimmste: Fans, wie sie gespaltener kaum sein könnten. Ultras, die trotzig auch nach Minute 12:12 vor sich hin schweigen und nur „Peters raus!“ skandieren, wenn die bis ins Mark verunsicherte junge Mannschaft ihren Support dringend nötig hätte (Chapeau übrigens an die Freiburger, die zuerst ebenfalls mucksmäuschenstill waren, dann aber mit einer hübschen kleinen Choreo wieder loslegten). Und Männer bis zum Rentenalter, die den Ultras hasserfüllt den Mittelfinger entgegenstrecken und „Ultras raus“ brüllen, sonst aber die Zähne kaum auseinanderbekommen, wenn es um die Unterstützung der Mannschaft geht. Schlägereien innerhalb der Nordkurve, gegenseitige Zerfleischung in sämtlichen Schalker Foren und Netzwerken. Vom „Geschwür der Fanszene“ oder „Abschaum“ in Bezug auf die Ultras ist dort die Rede, „der selbstverliebte Kindergarten soll doch gehen“. Unerträgliche Kommentare wie „Neger zurück in den Busch!“, wenn Matip einen Fehlpass spielt. Und schließlich das geneigte Publikum auf Südkurve, Gegengerade und Haupttribüne, das schon eine gute Viertelstunde vor Spielende zur Massenflucht ansetzt.

Aus anderen Vereinen mit traditionell starker Fanszene wie dem 1. FC Kaiserslautern oder Fortuna Düsseldorf hört man Vergleichbares; der schwelende Konflikt zwischen Ultras bzw. aktiver Fanszene einerseits und dem durchschnittlich älteren Publikum auf den Sitzplätzen droht zu eskalieren. Diejenigen, denen die starke Stellung der Ultras aus den unterschiedlichsten Gründen ein Dorn im Auge war, leben ihre Ablehnung nun offen aus, ohne die Hintergründe zu hinterfragen. „Sicherheitspapier? Betrifft mich nicht, geschieht den Ultras mit ihrer Pyrokacke doch ganz recht, hoffentlich werden die richtig rangenommen!“ war auch gestern wieder auf der Schalker Gegengerade zu vernehmen. Das „egoistische im Stich lassen der Mannschaft“ wurde besonders von denen kritisiert, die selber selten bis nie Hände und Stimme erheben und sich sonst über den „Dauersingsang“ beschweren. Dass man es als Schalker durchaus hinterfragen kann, ob das Vorgehen des selbsternannten „Kumpel- und Malocherclubs“ bei der Kommunikation mit den Fans im Allgemeinen und in puncto Sicherheitspapier im Besonderen – da unser Finanzvorstand nun einmal Leiter der erarbeitenden Kommission war – angemessen ist, interessiert diese geBILDete und gekernerte Klientel wenig. Aber auch die Ultras müssen sich hinterfragen, ob die komplette Supportverweigerung in einer dermaßen heiklen Situation ihren eigenen Ansprüchen gerecht wird.

erwinWenn dieses schreckliche „Schalker gegen Schalker“ nicht bald von ALLEN Beteiligten gestoppt wird, sind die „1.000 Freunde, die zusammenstehn“ endgültig für die Tonne. Der „Mythos vom Schalker Markt“ ist nicht denkbar, wenn jeder dem anderen hasserfüllt abspricht, Schalker zu sein! Das Sicherheitspapier hätte es damit bereits vor seiner Umsetzung geschafft, der Fankultur einen weitaus größeren Schlag zu versetzen, als es die in ihm enthaltenen Maßnahmen je könnten.

In diesem Sinne fordere ich ALLE Schalker, denen der Verein wichtiger ist als die eigene Befindlichkeit, am Dienstag im Pokalspiel gegen Mainz die Mannschaft zu supporten, bis die Stimme weg ist! Die (überflüssigen) Grabenkämpfe und (notwendigen) Diskussionen gehen uns nicht laufen, aber was zählt is auffem Platz. Lasst nicht zu, dass es über Huub Stevens hinaus zu weiteren unersetzlichen königsblauen Kollateralschäden kommt!

Glückauf und einen schönen dritten Advent,

Susanne Blondundblau

Susanne Blondundblau

Schalkerin, Juristin, Königsblaue, Ehefrau, Blondine, Dauerkarteninhaberin, Schreiberin, Tochter, Fragenstellerin, Schokojunkie, Vereinsmitglied, Gerechtigkeitsfanatikerin, Falschsängerin, Christin, Vielfotografin, Meerliebhaberin, Sturschädel, Rheinländerin, Fastimmergutgelaunte, Meinungssagerin, Käferfahrerin, Forendiskutantin, Schwester, Unorganisierte, Frühaufsteherin, Freundin, Engagierte, Mensanerin, Balkongärtnerin, Chefin, Bücherfreak, Schnelldenkerin, Reisefreudige, Auswärtsfahrerin, Vollweib, Sudokuchampionesse, Nervensäge, Kolumnistin, Neugierige, Nichtraucherin, Buchmitautorin, Optimistin, Schwimmerin, Ruhrpottliebhaberin, Frikadellenqueen, Zuhörerin, Caipirinhamixerin - und jetzt auch noch Bloggerin! ;-)

9 Kommentare

  • Kommentar-Link david Sonntag, 16 Dezember 2012 11:08 gepostet von david

    Susanne blond und blau? Bei dem scheiss den sie hier schreiben muss man davon ausgehen das sie das Klischee bedienen äusserst blöd und anscheinend auch noch besoffen zu sein! Jahrhundert Trainer hin oder her. Der gute Herr Stevens hat schon seit geraumer zeit gezeigt, dass erst die Mannschaft nicht mehr erreicht. Wie viel unsere tollen ultras am Verein hängen konnte man heute ja sehr gut sehen! das ist einfach nur ein Kindergarten von geistig kreativen (um sie nicht vollkommen dämlich dar stehen zu lassen) die labern immer es geht ihnen um den Verein, zeigen aber genau das Gegenteil.

  • Kommentar-Link Susanne Blondundblau Sonntag, 16 Dezember 2012 11:14 gepostet von Susanne Blondundblau

    Tja david, genau das ist es, was ich meine: Andersdenkende Schalker werden kurzerhand massiv persönlich beleidigt, statt sich mit ihren Positionen auseinanderzusetzen. Danke für den prompten Beweis.

    Und nein, ich bin weder blöd noch besoffen, sondern einfach entsetzt, was in meinem Verein gerade abgeht.

  • Kommentar-Link Huub Stevens Sonntag, 16 Dezember 2012 11:22 gepostet von Huub Stevens

    randale, bambule, in schalke wohnen nur schwule!

  • Kommentar-Link Andreas Sonntag, 16 Dezember 2012 11:40 gepostet von Andreas

    Die eigentliche Frage ist doch, ob das jetzt der Höhepunkt einer jahrelangen Entwicklung ist, oder doch wieder nur mal eine Spitze einer "Bergkette", die jetzt überdeutlich wegbröselt.

    Und jede Saison wird die "Besserschalker - Schlechterschalker"-Platte wieder neu aufgelegt. So lang das nicht aufhört und sich Schalker überhaupt anmaßen, andere Schalker kategorisieren zu können oder zu dürfen, wird sich auch nichts ändern.

    Dazu muss aber jeder bei sich selbst anfangen, und nicht warten, dass das Gegenüber den ersten Schritt macht. Was nicht zwngsläufig bedeutet, alles, was passiert, kritiklos hinzunehmen.

  • Kommentar-Link Danke Huub Sonntag, 16 Dezember 2012 11:56 gepostet von Danke Huub

    Danke Susanne, eine objektive, mit blauem Herzblut geschriebene Stellungnahme.

    @David, trolll Dich oder gewöhn Dir einen respektablen Umgangston an. Die von Dir angesprochenen Klischees bedienst Du selber hervorragend. Dank dafür. Widdewiddewitt, mach Dir die Welt, wie sie Dir gefällt. Demokratisches Verständnis geht Dir leider völlig ab.

    BWG

  • Kommentar-Link Schalkerseinistnichtimmerfein Sonntag, 16 Dezember 2012 12:07 gepostet von Schalkerseinistnichtimmerfein

    "Die eigentliche Frage ist doch, ob das jetzt der Höhepunkt einer jahrelangen Entwicklung ist..."
    Ja ist es und die hat einen Namen.
    Clemens Tönnies
    Es fing alles damit an als er damals Assauer demontiert hat.
    Und nun auch noch den Huub.
    Dieser Mann hat es geschafft all das zu zerstören was andere mit harter Arbeit und Herzblut aufgebaut haben.
    Denkmäler einreissen und ganz Schalke zerreissen.

    Danke Herr Tönnies

  • Kommentar-Link Patrick P. Sonntag, 16 Dezember 2012 12:10 gepostet von Patrick P.

    "Ein Vorstand, der sich eines Leitbildes und des Slogans „Schalke – wir leben Dich“ rühmt und nicht nur in der Frage des Kartenpreisausschusses das exakte Gegenteil von offener Kommunikation auf Augenhöhe praktiziert."

    Der geht mitten in die 12.
    Absolute Wahrheit!

  • Kommentar-Link Altobelli Sonntag, 16 Dezember 2012 12:33 gepostet von Altobelli

    Was wir momentan auf Schalke im Allgemeinen und in der Arena im Besonderen erleben, ist leider nichts anderes als die Widerspiegelung der gesellschaftlichen Realität.
    Egoismen allerorten. Wir sind schon lange keine Einheit mehr, sondern nur die Summe vieler Individuen.
    Und man ist in der Regel auch stolz darauf.

    Schließlich wird man von Anfang annimmt diese Richtung hin gedrillt. Erfolg gibt es nur für den (einzelnen) Starken. Wer diese Regel nicht akzeptiert, kann sehr, wo er bleibt.

    Warum sollte es da im Stadion anders sein?

    Spätestens durch ihr gestriges Auftreten haben die Ultras bei mir ihren letzten Kredit verspielt, denn gestern war die Chance da, nach dem "Banner-Kompromiss" einen weiteren Schritt aufeinander zuzugehen. Der Gruppenzwang (Du hast mir mein Förmchen gestohlen) war leider stärker.

    Am Dienstag zählt's: Ich wünsche mit ein Stadion, dass die zutiefst verunsicherte Mannschaft vorbehaltlos unterstützt und die eigenen Nöte und Sorgen nach hinten stellt.

    Zu guter Letzt ein Kommentar zur hier bloggenden Dame: Die Summe der Eigencharakterisierungen reicht, um ein uns WOHLbekanntes gallisches Dorf zu charakterisieren.
    Man nehme sich selbst doch nicht ganz so wichtig.

  • Kommentar-Link Philip Lahm Sonntag, 16 Dezember 2012 13:48 gepostet von Philip Lahm

    wenn ihr mich fragt, Hotte Heldt ist ein Hinterlader!

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