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Hannoveraner Blog

Das Hooligan-Buch als Quelle

Der Beitrag ist eine Zusammenfassung des Buches „Gewalt ist eine Lösung“ von Stefan Schubert – der Autobiografie eines Mannes, der in der Bielefelder Hooliganszene aktiv war und gleichzeitig als Polizist arbeitete.

Was das Buch erzählt

Der Autor beschreibt seinen Weg in eine Gruppe, die er zuvor bewundert hatte, seinen Eintritt in den Polizeidienst nach der Schulzeit, und dass es aus seiner Sicht kein Problem war, tagsüber Polizist und am Wochenende Schläger zu sein – solange er nicht erwischt wurde.

Mit der Versetzung nach Bielefeld wird die Trennung schwieriger: Er ist in derselben Stadt auf Streife, in der er am Wochenende unterwegs ist, und lebt mit der Angst, erkannt zu werden. Enttarnt wird er schließlich durch einen Zufall – nach einem Aufstieg des Vereins wurde er gefilmt – und verurteilt.

Der Täter ist der einzige Zeuge

Alles, was das Buch berichtet, berichtet der Beteiligte über sich selbst: die Zahl der Auseinandersetzungen, seine Rolle darin, die Reaktionen seiner Dienststelle. Es gibt keine Gegenseite, keine Akte und keine Möglichkeit, die Angaben zu prüfen.

Das gilt besonders für den Schluss. Nach Darstellung des Autors habe die Polizei ihren Fehler vertuschen wollen, weil längst bekannt gewesen sei, dass ihr Kollege zum Fußball fährt, und man habe sein Schweigen erkaufen wollen. Diese Behauptung ist nie belegt worden, und sie wird hier ausdrücklich nur als Aussage des Autors wiedergegeben.

Warum das Genre trotzdem etwas beschreibt

Der interessante Teil ist nicht die Gewalt, sondern die Doppelrolle – und die ist von außen belegt, weil das Verfahren stattfand. Ein Polizeibeamter, der über Jahre in der Szene aktiv ist, deren Bekämpfung sein Dienstherr betreibt, beschreibt eine Durchlässigkeit, die in Sicherheitsdebatten nie vorkommt.

Und er beschreibt sie in beide Richtungen: Der Autor konnte nach eigener Darstellung jederzeit in polizeiliches Denken umschalten und deshalb rechtzeitig verschwinden. Wer die Abläufe eines Einsatzes kennt, ist derjenige, den ein Einsatz am wenigsten erreicht.

Sie prägen das Bild, gegen das die Fanszenen argumentieren

Ein Hooligan-Memoir wird gelesen, zitiert und in Talkshows als Erfahrungsbericht behandelt – und aus ihm werden Schlüsse über Fankulturen gezogen, die mit den beschriebenen Gruppen nichts zu tun haben.

Deshalb ist die Besprechung durch eine Fanseite doppelt nützlich. Sie gibt den Inhalt wieder und markiert dabei, was daran Erzählung ist. Diese zweite Leistung erbringt eine Verlagsankündigung nicht.

Was hier nicht wiedergegeben wird

Namen von Gruppen und Beteiligten über den Autor hinaus, Schilderungen von Auseinandersetzungen und Ortsangaben. Das ist der Teil, dessen Verbreitung dem Buch dient und der Sache nicht – und er ist für die Einordnung nicht erforderlich.

Festzuhalten bleibt der Vorgang: Ein Mann war gleichzeitig Teil einer gewaltbereiten Szene und Polizist, wurde durch einen Zufall enttarnt und hat anschließend ein Buch darüber geschrieben. Was daraus für die Praxis folgt, entscheidet keine Autobiografie, sondern die Frage, wie ein Dienstherr solche Doppelrollen bemerkt.