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Die Schalker Konzernbilanz 2013: das wandernde Ziel

Der vierte Konzerngeschäftsbericht des FC Schalke 04 erschien im März 2014 mit einer guten Nachricht: 206,8 Millionen Euro Umsatz, der zweithöchste der Vereinsgeschichte, ein Plus von 16,1 Millionen gegenüber dem Vorjahr, und nach dem Verlust von 2012 wieder ein Überschuss – 0,5 Millionen Euro.

Was den Umsatz getragen hat

Der größte Anteil des Anstiegs kam aus Transfererlösen, danach folgten die medialen Verwertungsrechte und das Sponsoring. In der Deloitte Football Money League, dem Ranking der zwanzig umsatzstärksten Klubs der Welt, bedeutete das Platz 13.

Bemerkenswert ist die Gegenbewegung darunter: Die Erlöse aus dem Spielbetrieb selbst sanken, weil nach dem Ausscheiden gegen Galatasaray Istanbul weniger internationale Heimspiele stattfanden. Ein Umsatzrekord, der aus Transfers und Rechten wächst, während das Kerngeschäft schrumpft, beschreibt keine gute Saison – er beschreibt eine Einnahmenverschiebung.

Ein halbe Million Gewinn, und wie sie eingeordnet wurde

0,5 Millionen Euro Überschuss bei 206,8 Millionen Umsatz ist eine Marge von 0,24 Prozent. Der Bericht rückte deshalb zwei Zahlen daneben: ohne Dachreparatur und Anleihekosten hätte das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 9,6 Millionen betragen, und das EBIT lag bei 19,9 Millionen.

Beide Angaben sind zutreffend und beide sind bereinigt. Die Frage, die sie nicht beantworten, lautet: Wenn zwei aufeinanderfolgende Champions-League-Teilnahmen und der zweithöchste Umsatz der Geschichte eine halbe Million Gewinn ergeben – was ergibt dann eine Saison ohne europäisches Geschäft?

Die Schulden stiegen

Hier kehrt sich die Richtung des Vorjahres um. Die Finanzverbindlichkeiten wuchsen um 5,1 auf 178,3 Millionen Euro, die Gesamtverbindlichkeiten von 217 auf 230,1 Millionen. Begründet wurde das mit der Nachplatzierung der Mittelstandsanleihe zur Zwischenfinanzierung der UEFA-Gelder und mit der teilweisen Fremdfinanzierung der Dachreparatur; für 2014 wurde wieder eine Reduzierung angekündigt.

Das negative Eigenkapital lag bei 75,2 Millionen Euro. Diese Zahl bedeutet, dass die Verbindlichkeiten das bilanzierte Vermögen um diesen Betrag übersteigen – was bei einem Fußballklub nicht dasselbe ist wie bei einem Industrieunternehmen: Spieler stehen nicht mit ihrem Marktwert in der Bilanz, sondern mit Anschaffungskosten abzüglich Abschreibungen, sodass stille Reserven bestehen. Die Zahl ist damit kein Insolvenzsignal, aber auch keine Nebensache: Sie ist die Untergrenze dessen, was ein Verein aus laufenden Erlösen abarbeiten muss.

Das Ziel, das jedes Jahr wechselte

Der aufschlussreichste Befund dieser Bilanz steht nicht in ihr, sondern im Vergleich mit den beiden Vorstellungen davor.

Zwei Jahre zuvor hieß es, für den Konsolidierungskurs sei eine Steigerung der Einnahmenseite über höhere Ticketpreise alternativlos, bei gleichzeitiger Senkung der Personalkosten. Ein Jahr später war das oberste Ziel die Senkung der Verbindlichkeiten, während die Kaderkosten hoch bleiben müssten, um über sportlichen Erfolg weitere Einnahmen zu erschließen. Und 2013 stiegen die Verbindlichkeiten, während die Personalkosten mit 98,3 Millionen Euro nahezu unverändert blieben – gegenüber 98,5 Millionen im Vorjahr, davon rund 85 Millionen im Profibereich.

Drei Jahre, drei erklärte Prioritäten, und in keinem Jahr ist die genannte Kennzahl in die angekündigte Richtung gegangen. Wer eine Klubbilanz beurteilen will, hat damit den brauchbarsten Maßstab in der Hand – nicht die Zahl des laufenden Jahres, sondern die Prognose des Vorjahres daneben.

Häufige Fragen

Verfahren und Fristen

Wie fiel das Ergebnis 2013 aus?

Ein Überschuss von 0,5 Millionen Euro bei einem Konzernumsatz von 206,8 Millionen – dem zweithöchsten der Vereinsgeschichte. Ohne die Dachreparatur und die Kosten der Anleihenaufstockung hätte das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit bei 9,6 Millionen Euro gelegen; das EBIT betrug 19,9 Millionen.

Warum stiegen die Schulden trotz Gewinn?

Die Finanzverbindlichkeiten wuchsen um 5,1 auf 178,3 Millionen Euro, die Gesamtverbindlichkeiten von 217 auf 230,1 Millionen. Begründet wurde das mit der Nachplatzierung der Mittelstandsanleihe zur Zwischenfinanzierung der UEFA-Gelder und der teilweisen Fremdfinanzierung der Dachreparatur.

Ist ein negatives Eigenkapital von 75,2 Millionen bedrohlich?

Bilanziell bedeutet es, dass die Verbindlichkeiten das Vermögen um diesen Betrag übersteigen. Zur Überschuldung im insolvenzrechtlichen Sinn führt das hier nicht, weil stille Reserven bestehen – Spieler werden nicht mit dem Marktwert bilanziert, sondern mit den Anschaffungskosten abzüglich Abschreibungen.

Woher kam der Umsatzanstieg?

Der größte Anteil aus Transfererlösen, dann mediale Verwertungsrechte und Sponsoring. Die Erlöse aus dem Spielbetrieb selbst gingen zurück, weil weniger internationale Heimspiele stattfanden.