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Viererkette

Die FC Bayern Aktie: Aktiengesellschaft ohne Kurs, Verein mit der Mehrheit

Nach der FC Bayern Aktie wird häufiger gesucht als nach der Aktie, die es tatsächlich zu kaufen gibt. Beides hat einen Grund, und beide Gründe liegen in der Rechtsform.

Die FC Bayern Aktie existiert – handelbar ist sie nicht

Der FC Bayern München firmiert mit seiner Profiabteilung als Aktiengesellschaft, die FC Bayern München AG. Es gibt also Aktien. Sie liegen nur nicht an der Börse, sondern bei vier Anteilseignern: Die Bayern München Aktie gehört zu 75 Prozent dem FC Bayern München e. V. selbst, die restlichen 25 Prozent teilen sich die Adidas AG, die AUDI AG und die Allianz SE in Paketen von je 8,33 Prozent.

Damit ist die häufigste Frage zu dieser FC Bayern Aktie beantwortet, und zwar mit Nein: Es gibt kein Wertpapier, das man über ein Depot erwerben kann. Ein Anteil wechselt nur den Besitzer, wenn einer dieser vier Anteilseigner verkauft, und ein solcher Vorgang ist eine Unternehmensentscheidung und kein Börsengeschäft.

Wer einen Aktienkurs sucht, findet genau einen deutschen Klub

Börsennotiert ist von den deutschen Profiklubs allein Borussia Dortmund. Die Aktie steht seit Ende Oktober 2000 im Handel, damals zu einem Ausgabepreis von elf Euro, und ist seit Juni 2014 im SDAX geführt. Sie ist damit die einzige, zu der es einen laufenden Kurs, ein Handelsvolumen und eine Indexzugehörigkeit gibt.

Ein Bayern München Aktienkurs existiert dagegen nicht, und er kann auch nicht entstehen, solange die Anteile nicht gehandelt werden. Wo trotzdem eine Zahl auftaucht, ist sie entweder eine Unternehmensbewertung – eine Schätzung, wie viel der Klub insgesamt wert sein könnte – oder eine Verwechslung mit dem Kurs aus Dortmund.

Aktiengesellschaft, KGaA, eingetragener Verein: drei Rechtsformen

Die Unterschiede sind keine Formalie, sondern entscheiden darüber, wer bestimmen kann.

Ein eingetragener Verein gehört seinen Mitgliedern. Es gibt keine Anteile, die jemand kaufen könnte; Einfluss läuft über die Mitgliederversammlung. Mehrere Bundesligaklubs haben diese Form für ihre Profiabteilung bis heute nicht verlassen.

Eine Aktiengesellschaft hat Aktien, und wer die Mehrheit davon hält, kontrolliert sie. Ob diese Aktien an einer Börse liegen oder bei vier festen Anteilseignern, ändert an dieser Logik nichts – es ändert nur, wie leicht sie den Besitzer wechseln.

Eine GmbH & Co. KGaA, eine Kommanditgesellschaft auf Aktien, ist so gebaut, dass eine Übernahme über den Aktienmarkt ausgeschlossen ist. Die persönlich haftende Gesellschafterin ist keine Person und keine Aktionärsmehrheit, sondern ein Unternehmen: bei Borussia Dortmund die Borussia Dortmund Geschäftsführungs-GmbH, die vollständig dem Verein Borussia Dortmund gehört. Wer alle frei gehandelten Aktien dieses Klubs aufkaufte, hätte deshalb immer noch nicht die Führung.

Aktien eines Bundesligaklubs kaufen: was tatsächlich geht

Praktisch bleibt für den deutschen Fußball genau eine Möglichkeit: Aktien von Borussia Dortmund an der Börse kaufen. Die FC Bayern Aktie fällt aus dieser Rechnung heraus, weil kein Handel stattfindet, an dem man teilnehmen könnte. Alles andere, was unter dem Stichwort Fußballaktien angeboten wird, betrifft Klubs aus anderen Ligen – in Europa sind über die Jahre eine Reihe von ihnen an die Börse gegangen – oder es sind Fondsprodukte, die solche Titel bündeln.

Was ein Kauf über die Rechtsform hinaus bedeutet, unterscheidet sich vom Aktienkauf in anderen Branchen an einem Punkt. Ein Aktionär eines Fußballklubs erwirbt einen Anteil an einem Unternehmen, dessen Umsatz an sportlichen Ergebnissen hängt, die keine Unternehmensplanung herstellen kann – und das gleichzeitig eine Mitgliedschaft anbietet, über die Einfluss auf den Verein läuft. Die Aktie und die Mitgliedschaft sind zwei verschiedene Dinge, und nur eine von beiden gibt Stimmrecht im Verein.

Was im Februar 2017 am Kurs sichtbar wurde

Wie eng ein Kurs an Ereignissen hängt, die nichts mit einer Bilanz zu tun haben, zeigte sich Anfang Februar 2017. Nach den Ausschreitungen rund um das Heimspiel gegen RB Leipzig verlor die Dortmunder Aktie am folgenden Montag zwischenzeitlich mehr als fünf Prozent und fiel von etwas über 5,30 Euro auf 5,08 Euro. Eine Woche später lag sie fast wieder auf dem Niveau davor.

Der Vorgang ist in beide Richtungen aufschlussreich. Ein Imageereignis bewegt den Kurs messbar – und es bewegt ihn vorübergehend, solange sich an den Einnahmen nichts ändert, also solange keine Sponsoren abspringen und keine Sanktion greift. Zum Vergleich: Der Kurs lag zu diesem Zeitpunkt bei rund fünf Euro und damit deutlich unter dem Ausgabepreis von elf Euro aus dem Jahr 2000.

Die 50+1-Regel hängt an der Rechtsform

Über allem steht die Lizenzbedingung, die im deutschen Fußball 50+1 heißt: Der Mutterverein muss in der ausgegliederten Gesellschaft die Mehrheit der Stimmen halten. Für eine KGaA ist zusätzlich festgelegt, dass die persönlich haftende Gesellschafterin der Verein selbst oder ein von ihm vollständig kontrolliertes Unternehmen sein muss – genau die Konstruktion, die in Dortmund besteht.

Ausnahmen gibt es dort, wo ein Geldgeber einen Klub über mehr als 20 Jahre durchgehend gefördert hat; das betrifft Bayer Leverkusen und den VfL Wolfsburg, und eine entsprechende Ausnahme wurde auch für die TSG Hoffenheim erteilt. Daraus folgt der Satz, der die ganze Frage nach einer Klubaktie einordnet: Anteile an einem deutschen Profiklub können den Besitzer wechseln, die Mehrheit der Stimmen in der Regel nicht.

Häufige Fragen

Verfahren und Fristen

Kann man eine FC Bayern Aktie kaufen?

Nicht an der Börse. Die FC Bayern München AG ist eine Aktiengesellschaft, ihre Aktien werden aber nicht gehandelt: Sie liegen beim Verein selbst und bei drei Unternehmen. Eine Bayern München Aktie zu kaufen setzt also voraus, dass einer dieser vier Anteilseigner verkauft – und das geschieht nicht über ein Wertpapierdepot.

Wem gehört die FC Bayern München AG?

Dem FC Bayern München e. V. zu 75 Prozent, dazu der Adidas AG, der AUDI AG und der Allianz SE mit je 8,33 Prozent.

Welcher deutsche Klub ist an der Börse notiert?

Borussia Dortmund, und zwar als einziger. Die Aktie ist seit Ende Oktober 2000 notiert und seit Juni 2014 im SDAX. Wer einen Bayern München Aktienkurs sucht, sucht deshalb etwas, das es nicht gibt.

Was ist der Unterschied zwischen einer AG und einer GmbH & Co. KGaA?

Die Kontrolle. Eine Aktiengesellschaft lässt sich von demjenigen kontrollieren, der die Mehrheit der Aktien hält. Bei einer Kommanditgesellschaft auf Aktien ist die persönlich haftende Gesellschafterin ein Unternehmen – bei Borussia Dortmund die Borussia Dortmund Geschäftsführungs-GmbH, die vollständig dem Verein gehört. Eine Übernahme über den Aktienmarkt ist damit ausgeschlossen.

Was sagt die 50+1-Regel dazu?

Sie verlangt für die Lizenz, dass der Mutterverein die Mehrheit der Stimmen in der ausgegliederten Gesellschaft hält. Ist die Gesellschaft eine KGaA, muss die persönlich haftende Gesellschafterin der Verein selbst oder ein von ihm vollständig kontrolliertes Unternehmen sein. Ausnahmen gelten, wo ein Geldgeber einen Klub über mehr als 20 Jahre durchgehend gefördert hat – bei Bayer Leverkusen und beim VfL Wolfsburg, und eine solche Ausnahme wurde auch für die TSG Hoffenheim erteilt.