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Rechtsextremismus in Dortmund und beim BVB

Sportlich war 2012 für Borussia Dortmund ein Erfolgsjahr: die zweite Meisterschaft in Folge, ein Pokalfinale, in dem der Konkurrent aus München deutlich geschlagen wurde, eine überzeugende Gruppenphase in der Champions League. In der Wahrnehmung des Vereins steht neben diesem Jahr ein zweites Thema.

Die Stadt

Rechtsextremismus in Dortmund ist kein neues Thema und nicht auf den Fußball beschränkt. Die Stadt gilt seit Jahren als ein Zentrum rechtsextremer Aktivität in Nordrhein-Westfalen. In ihr haben sich schwerste Straftaten ereignet, bis hin zu Morden – überregional wahrgenommen wurde das Ausmaß über lange Zeit kaum.

Die Struktur ist älter als die Gegenwart. Bereits in den achtziger Jahren war in der Stadt eine neonazistische Partei aktiv, die 1995 verboten wurde; die Szene hat sich danach in anderen Formen fortgesetzt. Wer die Vorfälle im Umfeld des Vereins für eine Aneinanderreihung tragischer Zufälle hält, übersieht diese Kontinuität.

Die Vorfälle des Jahres 2012

Der Beitrag zählt sie auf, und sie bündelten sich im Herbst. Am 18. August zeigten Zuschauer bei einem DFB-Pokalspiel in Bremen ein Banner, das an einen verstorbenen Rechtsextremisten erinnerte. Wenige Tage später folgten weitere Vorgänge im Umfeld des Vereins.

Diese Aufzählung ist der Grund, aus dem der Text geschrieben wurde: Erst die Häufung machte aus einem lokal bekannten Problem eine überregionale Nachricht – und die Berichterstattung setzte damit deutlich später ein als die Vorgänge selbst.

Was hier nicht wiedergegeben wird

Keine Parole, kein Name eines Verstorbenen, keine Gruppenbezeichnung. Die Inhalte solcher Banner sind der Zweck der Aktion; sie zu zitieren, verbreitet sie weiter, und für das Verständnis des Vorgangs ist der Wortlaut nicht erforderlich.

Festgehalten wird, was geschah und wie es einzuordnen ist: Zuschauer benutzten ein Pokalspiel, um einen Rechtsextremisten zu ehren.

Zwei Vorwürfe gleichzeitig

Der Beitrag führt zwei Vorwürfe gleichzeitig. Der erste richtet sich gegen die Vorfälle. Der zweite gegen eine Berichterstattung, die ein Problem entdeckt, sobald es einen prominenten Verein betrifft, und die Stadtgeschichte dahinter nicht kennt – mit der Folge, dass der Verein als Ursache erscheint und nicht als ein Ort, an dem sich eine vorhandene Szene zeigt.

Beide Vorwürfe sind vereinbar, und ihre Verbindung ist der Kern: Ein Verein kann für sein Stadion Verantwortung übernehmen, für die Stadt nicht – und eine Berichterstattung, die das verwechselt, erschwert die Auseinandersetzung, statt sie zu ermöglichen.

Was danach geschah

Der Verein hat in den Jahren nach 2012 zu den aktivsten in diesem Feld gehört: Stadionverbote gegen einschlägige Personen, eine Zusammenarbeit mit Fanprojekt und Fanabteilung, eine eigene Wertearbeit und regelmäßige Bildungsfahrten mit Anhängern zu den Gedenkstätten der nationalsozialistischen Vernichtungslager.

Damit ist die Frage von 2013 in Dortmund weiter beantwortet worden als an den meisten anderen Standorten. Die Stadt selbst bleibt der Rahmen, den kein Verein ändern kann – und genau das war die Feststellung, mit der dieser Beitrag begann.