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Aus der Kurve

Kein Wochenende ohne Fußball

Im September 2013 fiel ein Wochenende ohne Ligabetrieb an, weil die Nationalmannschaft spielte. Die Sammlung stellte dagegen ein Programm zusammen: Spiele in der dritten Liga, in der Frauenbundesliga, in Regional-, Ober- und Kreisligen, jeweils mit Anstoßzeit und Spielort.

Der Beitrag ist ein Terminhinweis. Was ihn erhaltenswert macht, ist die Haltung, aus der er entstand, und die Liste selbst.

Die Abgrenzung im ersten Absatz

Er beschreibt das Länderspiel als etwas, das den Fußballalltag flachlegt, und nennt drei Dinge, die stattdessen zu haben seien: Klatschpappen, Fähnchen und alkoholfreies Bier eines Sponsors.

Diese Aufzählung ist die Kurzform einer Unterscheidung, die in dieser Sammlung mehrfach getroffen wird und ein eigenes Thema hat: das Publikum eines Länderspiels als eines, dem die Requisiten ausgeteilt werden, gegen das Publikum eines Ligaspiels, das seine selbst herstellt. Der Beitrag formuliert es beiläufig und liefert die Alternative gleich mit.

Was auf der Liste stand

Der achte Spieltag der dritten Liga, dessen attraktivstes Spiel – ein Derby im Nordwesten – allerdings verschoben war. Ein Freundschaftsderby zweier Frankfurter Vereine am Bornheimer Hang. Der Start der Frauenbundesliga mit dem Titelverteidiger gegen die ambitionierte Münchner Mannschaft, live im Fernsehen. Ein Oberligaspiel in Hamburg gegen einen Gegner, den der Beitrag als Angstgegner bezeichnet und mit den letzten drei Ergebnissen belegt. Ein Spitzenspiel der Regionalliga West in Köln. Ein Spiel der Bremen-Liga, dessen Gastgeber kurz zuvor beinahe einen Bundesligisten aus dem Pokal geworfen hatte.

Und, als letzter Punkt der Redaktion: der Kreisligist um die Ecke, der sich über einen Besuch freuen werde.

Eine Momentaufnahme des unteren Spielbetriebs, mit Datum

Sie hält ein einzelnes Wochenende unterhalb der Profiligen fest. Anstoßzeiten, Spielorte, Ligazugehörigkeiten und die Einschätzung, welche Partie sich lohnt – das steht für einzelne Wochenenden praktisch nie irgendwo geschrieben, und schon gar nicht quer über sechs Ligaebenen.

Ein Verein aus dieser Liste spielt heute in einer anderen Liga, mehrere haben Namen oder Rechtsformen geändert, einer ist neu gegründet worden. Wer die Landschaft von 2013 rekonstruieren will, findet hier eine geprüfte Stichprobe.

Die Kommentare

Sie sind der zweite Teil des Beitrags und liefern, worum er gebeten hatte: eigene Empfehlungen. Genannt werden ein Auswärtsspiel in Wien, ein Spiel einer zweiten Mannschaft gegen einen Leipziger Traditionsverein, eine Pokalrunde in Brandenburg, ein Regionalligaspiel in Offenbach, ein Pokalviertelfinale in Dresden mit Eintrittspreisen von sechs bis achtzehn Euro, ein Abschiedsspiel im Weserstadion, zwei Kreisligapartien und der Hinweis auf eine Pokalrunde in Berlin.

Diese Sammlung von Zurufen ist genauer als die redaktionelle Liste, weil jeder Vorschlag von jemandem kommt, der hinfährt. Und einer davon enthält die Pointe des ganzen Beitrags: die Empfehlung, dorthin zu gehen, wo es noch nach Fußball rieche und nicht schon nach Geld stinke – mit dem Zusatz, garantiert ohne eine einzige Klatschpappe.

Der Kommentar darunter weist trocken darauf hin, dass das empfohlene Stadion den Namen einer Bank trägt.

Was dieser Austausch zeigt

Dass die Abgrenzung, mit der der Beitrag beginnt, in der eigenen Leserschaft nicht widerspruchsfrei ist. Wer die Kommerzialisierung des Spitzenfußballs beklagt und auf die vierte Liga verweist, landet dort in einem Stadion mit Sponsorennamen – ein Punkt, den diese Sammlung an anderer Stelle als Chronologie der Stadionnamen über alle drei oberen Ligen aufgeschlüsselt hat.

Der Einwand entkräftet den Beitrag nicht. Er zeigt nur, dass das Gegenmodell, auf das er verweist, kein reines ist – und dass seine Leser das genau wissen.

Häufige Fragen

Verfahren und Fristen

Was ist das Ausweichprogramm?

Eine Liste von Spielen unterhalb der beiden Bundesligen, die während einer Länderspielpause stattfinden – mit Anstoßzeit und Spielort, damit ein Wochenende ohne Ligabetrieb kein Wochenende ohne Fußball ist.

Warum die Abgrenzung zur Nationalmannschaft?

Weil die Beiträge dieser Sammlung das Publikum von Länderspielen wiederholt vom Publikum des Ligabetriebs unterscheiden – anhand der ausgegebenen Klatschpappen, der Fähnchen und der Sponsorenpräsenz.

Was steht in den Kommentaren?

Eigene Empfehlungen der Leserschaft: Pokalspiele, Amateurderbys, ein Abschiedsspiel und mehrere Kreisligapartien – mit Anstoßzeiten und teils mit Eintrittspreisen.