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Alles für den Glubb

Hundertvierzehn Jahre und ein Abstieg

Der 1. FC Nürnberg wurde am 4. Mai 1900 gegründet. An seinem 114. Gründungstag, zwei Spieltage vor dem Saisonende 2013/14, stand der achte Abstieg der Vereinsgeschichte praktisch fest.

Der Beitrag, der diesen Tag in dieser Sammlung festhält, ist als Geburtstagsgruß angelegt und über weite Strecken eine Wutrede. Die Autorin sagt das selbst: Sie sei keine Journalistin, der Text sei polemisch, und dafür sei ihr Blog da.

Was sie der Mannschaft vorwirft

Nicht die Niederlagen. Den Eindruck, dass sie nicht mehr gespielt werde – bei einem Auswärtsspiel habe es gewirkt, als hätten sich die Spieler am liebsten hingelegt.

Und öffentliche Äußerungen von Spielern, die den Zusammenhalt weiter beschädigten: die Feststellung, die Mannschaft sei nicht erstligatauglich, sowie die Forderung, ein anderer Verein müsse an einem entscheidenden Spieltag Charakter zeigen. Ihr Gegenargument ist einfach und schwer zu entkräften: Wer Charakter von Dritten fordert, hat für die eigene Mannschaft nichts getan.

Der Vorwurf an die Vereinsführung

Er richtet sich auf den Zeitpunkt. Als Grund für die Trennung vom Trainer waren ein zu hartes Trainingspensum und Konflikte innerhalb der Mannschaft genannt worden. Wenn das zutraf, fragt der Beitrag, warum es niemandem früher aufgefallen ist – gerade weil die sportliche Leitung von sich sagte, sie sei nah an der Mannschaft.

Und wenn es nicht zutraf, bleibt eine Entlassung ohne belastbaren Grund. Beides ist eine Frage an die Vereinsführung, und keine der beiden Antworten ist gut.

Das ist die Form von Kritik, die in dieser Sammlung häufiger vorkommt als eine sportliche Analyse: Sie zielt auf Verfahren, nicht auf Aufstellungen – wie bei den Beiträgen über Mitgliederversammlungen und Aufsichtsratswahlen anderer Vereine.

„Der Verein, das sind nur wir“

„Der Verein, das sind nur wir“ – in der Fassung des Beitrags mit Großbuchstaben und einem Ausrufezeichen zu viel. Daraus folgt die Aufzählung: dass die Anhängerschaft in der nächsten Saison zu jedem Auswärtsspiel fahren wird, auch zu unattraktiven Anstoßzeiten und auch zu einem Verein, dessen Namensgebung sie ablehnt und der am Vortag in dieselbe Liga aufgestiegen war.

Das ist der belastbare Kern des Textes und in dieser Zuspitzung selten zu lesen. Ein Abstieg kostet Spieler nichts – sie wechseln oder haben Verträge; er kostet einen Verein Geld; und er kostet die Anhängerschaft eine Saison ihres Lebens, die sie trotzdem fährt.

Die Gegenrede darunter

Unter dem Beitrag steht ein Kommentar eines Anhängers eines anderen Vereins, der die Nürnberger Anhängerschaft als unsportlich beschreibt und ihr das Fansein abspricht.

Dieser Kommentar ist der Beleg für das, was der Beitrag beklagt, und zwar von der anderen Seite: Eine Anhängerschaft, die ihre Mannschaft öffentlich kritisiert, gilt dem Beobachter als illoyal – und eine, die es nicht tut, als unkritisch. Der Vorwurf, kein echter Fan zu sein, ist in dieser Sammlung an mehreren Stellen dokumentiert und trifft regelmäßig die, die sich äußern.

Was am Text nicht überprüfbar ist

Die Zuschreibungen. Wer im Innenverhältnis Unruhe verursacht hat, ob ein Spieler den Anhängern die Schuld gegeben hat, und ob die Autorin für frühere Beiträge vom Verein gerügt wurde: Das sind Angaben aus ihrer Wahrnehmung, teilweise mit Namen versehen, und keine davon ist von außen belegbar. Die Namen sind hier nicht wiedergegeben.

Belegbar ist der Rahmen: die Trennung vom Trainer im Abstiegskampf, der Abstieg am Ende der Saison, der Aufstieg des kritisierten Vereins in dieselbe Liga, und ein Vereinsgeburtstag an einem Sonntag im Mai.

Der Schluss

Der Beitrag endet mit einer Gratulation an einen Fanclub zu dessen 35. Bestehen und mit einem Gruß an befreundete Anhänger eines englischen Vereins, die zu dieser Feier gekommen waren.

Das ist der Teil, der über die Saison hinausreicht. Zwischen dem Satz, man habe keine Lust mehr, und der Feststellung, der Verein bleibe die Liebe des Lebens, stehen zwei Zeilen über Freunde aus Liverpool – und darin steckt genauer als in jeder Analyse, warum eine Anhängerschaft nach dem achten Abstieg wieder anfängt.

Der Verein spielte in der folgenden Saison in der zweiten Liga und ist seither nicht in die Bundesliga zurückgekehrt. Neunmaliger deutscher Meister ist er weiterhin, und der Beiname, den die Autorin an diesem Geburtstag loswerden wollte, hat sich gehalten.

Häufige Fragen

Verfahren und Fristen

Worum geht es?

Um den 4. Mai 2014, den 114. Gründungstag des 1. FC Nürnberg, zwei Spieltage vor dem Ende einer Saison, die mit dem achten Abstieg der Vereinsgeschichte endete.

Was war im Frühjahr 2014 passiert?

Der Verein hatte im Abstiegskampf den Trainer entlassen und die Saison mit einem Nachfolger aus dem eigenen Haus zu Ende gespielt. Der Abstieg wurde am letzten Spieltag besiegelt.

Was ist der „Chaosglubb“?

Ein über Jahrzehnte gewachsener Beiname des Vereins, der auf die Häufigkeit von Abstiegen, Trainerwechseln und internen Konflikten anspielt. Der Beitrag benutzt ihn selbst – als Selbstbeschreibung, nicht als Fremdzuschreibung.