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Derby mit tausend Polizisten

Der sportliche Teil ist im Bericht in zwei Sätzen abgehandelt: ein souveräner Auswärtssieg, eine verteidigte Zweitoreführung, kein Straucheln nach dem Anschlusstreffer. Der Rest des Textes behandelt das, was um dieses Spiel herum stattfand – und zwar in Form von Fragen.

Der Aufwand

Begleitet wurde die Partie von rund 1 000 Polizeibeamten, teils zu Pferd, einem Hubschrauber und einem Wasserwerfer. Das ist die Größenordnung, mit der ein Revierderby in diesen Jahren abgesichert wurde, und sie steht in keinem Verhältnis zu einer normalen Bundesligapartie.

Verhindert wurde damit nicht, was verhindert werden sollte – und genau das ist der Ansatz des Beitrags.

Was geschah

Rund 200 Anhänger beider Vereine wurden in Gewahrsam genommen. Sichergestellt wurden nach den Angaben des Berichts Pyrotechnik, Bengalos, Handfackeln, Rauchpulver, Pfefferspray, Quarzhandschuhe, Sturmhauben und Mundschutz.

Diese Aufzählung ist eindeutig. Quarzhandschuhe, Beißschienen und Sturmhauben sind keine Ausrüstung für einen Stadionbesuch; sie sind Ausrüstung für eine Auseinandersetzung, und sie werden mitgebracht, nicht spontan aufgenommen.

Die Fragen, die der Beitrag stellt

Sie richten sich nicht an die Polizei allein, und sie sind die richtigen. Wie ist es möglich, dass 200 Personen mit einer solchen Ausrüstung unterwegs sind, wenn 1 000 Beamte im Einsatz sind? Wie reisen zahlreiche Gästefans unerkannt in die Nachbarstadt, obwohl die Anreise in Vereinsfarben angekündigt war? Und wie kann sich im Bereich der Universität eine Gruppe von etwa 600 Personen zusammenfinden, gemeinsam zum Stadion laufen und dort Anhänger der anderen Seite angreifen?

Keine dieser Fragen ist rhetorisch. Sie zielen alle auf denselben Punkt: Ein Einsatzkonzept, das Zehntausende friedliche Besucher kanalisiert und eine Gruppe von 600 Personen nicht bemerkt, verfehlt seinen Zweck.

Aus einer Fanszene, und nichts beschönigt

Er kommt aus einer Fanszene und beschönigt nichts. In dieser Sammlung stehen viele Beiträge über unverhältnismäßige Maßnahmen; dieser hält fest, dass an derselben Auseinandersetzung Menschen mit Schlagausrüstung beteiligt waren – aus beiden Anhängerschaften.

Damit ist der Maßstab gewahrt, auf den sich Fankritik beruft. Wer verlangt, dass eine Behörde zwischen Zuschauern und Tätern unterscheidet, muss diese Unterscheidung selbst treffen.

Oktober 2012, während über das Papier verhandelt wurde

Der Beitrag entstand im Oktober 2012, also während über das Papier „Sicheres Stadionerlebnis“ verhandelt wurde – und er zitiert daraus die Formulierung über ein Auftreten von Ultragruppierungen, das Ignoranz gegenüber geltenden Gesetzen erkennen lasse.

Für die Debatte jener Wochen ist das der schwierigste Befund. Der Vorwurf des Papiers traf an diesem Tag auf etwas Vorhandenes; und gleichzeitig hätte keine der beschlossenen Maßnahmen – Personalisierung, Kontingentkürzung, Vollkontrollen – die Gruppe an der Universität aufgehalten.

Ein Jahr später: Leuchtmunition in Vorgärten

Der Derbytag ist in dieser Sammlung ein Jahr später mit einem anderen Vorgang dokumentiert: brennende Leuchtmunition, die in angrenzende Blöcke geschossen wurde, mit derselben Frage nach dem Einsatzkonzept. Beide Male blieb sie unbeantwortet.