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Rotstift

Meister und trotzdem nicht aufgestiegen

Der Text beginnt mit einem Satz, der für einen Anhänger des FC Bayern ungewöhnlich ist: eine der schlimmsten Niederlagen in über dreißig Jahren – und das Spiel war nicht einmal verloren. Es ging um die Amateure, um den Aufstieg in die 3. Liga, und um die vierte Minute der Nachspielzeit.

Der Modus, der das möglich macht

Seit der Neuordnung der Regionalligen 2012 gibt es fünf Staffeln und damit fünf Meister – aber nicht fünf Aufstiegsplätze. Über den Aufstieg in die 3. Liga entscheiden Relegationsspiele zwischen den Meistern; wer sie nicht übersteht, bleibt viertklassig, auch wenn er seine Liga souverän gewonnen hat.

Genau das war hier der Fall. Im Jahr davor war der Aufstieg knapp verpasst worden, in dieser Saison wurde die Meisterschaft deutlich geholt – und beides reichte nicht.

Warum das Wort Aufstieg in diesem Verein selten vorkommt

Der Beitrag hält es selbst fest: Den letzten Aufstieg der ersten Mannschaft haben nur die Wenigsten erlebt, er liegt in der Mitte der sechziger Jahre und führte in die noch junge Bundesliga. Auch die Amateure spielten über lange Zeit in der jeweils höchsten Amateurklasse.

Für die Anhänger, die regelmäßig zu den Amateuren gehen – beschrieben im Bericht über den Rückzugsort im Grünwalder –, war dieser Aufstieg deshalb das einzige erreichbare Ziel dieser Art, und die Relegation der einzige Termin, an dem es entschieden wird.

Der Moment

Beschrieben wird er als Bruch mitten in der Nachspielzeit: ein aufspringender Ball, ein Weg, der weiterläuft, und ein Ausgang, an dem alles hängt. Der Name des Spielers, dem der Fehler zugeschrieben wurde, steht hier nicht – er war zum Zeitpunkt des Spiels ein Nachwuchsspieler, und die Zuschreibung eines Aufstiegs an eine einzelne Aktion ist genau die Mechanik, die diese Sammlung an anderer Stelle als Problem beschreibt.

Ein Modus, über den kaum gesprochen wird

Er führt einen Modus vor, über den außerhalb der betroffenen Vereine nicht gesprochen wird. In der vierten Liga entscheidet nicht die Tabelle über den Aufstieg, sondern eine Zusatzrunde – mit der Folge, dass eine ganze Saison Arbeit in zwei Spielen aufgehoben werden kann.

Für zweite Mannschaften kommt eine weitere Regel hinzu: Sie dürfen nicht in derselben Liga spielen wie die erste. Ein Verein, dessen Profis in der Bundesliga stehen, kann seine Reserve also bis in die 3. Liga führen – und dort endet der Weg endgültig, unabhängig von jedem Ergebnis.

Was das über den Rang solcher Spiele sagt

Für die Öffentlichkeit ist eine Regionalliga-Relegation eine Randnotiz. Für die Fanszene, die dort hinfährt, ist es das wichtigste Spiel des Jahres – und das Missverhältnis zwischen diesen beiden Bewertungen ist der Grund, aus dem solche Abende nur in Fanmedien dokumentiert sind.

Der Bericht liefert dafür den Maßstab, der sich nicht widerlegen lässt: Ein Anhänger, der seit über dreißig Jahren zu einem der erfolgreichsten Vereine Europas geht, nennt diesen Abend seine schwerste Niederlage.