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Meldung

Die zehn Eckpfeiler

Am Donnerstag, dem 27. September 2012, waren alle Vereine zu einer Diskussion über die Sicherheitslage in deutschen Stadien geladen. Der Beitrag gibt die zehn Punkte wieder, die dabei vorlagen – und damit die Ausgangsposition, aus der die Auseinandersetzung dieses Winters hervorging.

Die Punkte

Lizenzierung. Die bestehenden Sicherheitsvorschriften werden weitgehend Bestandteil der Lizenzierungsordnung; die DFL überprüft sie und kann Vertragsstrafen verhängen.

Fernsehgelder. Bei Verstößen gegen Sicherheitsrichtlinien sollen die an die Vereine auszuschüttenden Fernsehgelder ganz oder teilweise einbehalten werden.

Personal. Sicherheitsbeauftragte der Vereine müssen auch bei jedem Auswärtsspiel im Einsatz sein; Stadionsprecher können in Abstimmung mit dem Gastgeber ebenfalls auswärts eingesetzt werden.

Zertifikat. Analog zur Bewertung der Nachwuchsleistungszentren soll ein Zertifikat „Sicheres Stadionerlebnis“ entwickelt werden.

Ordnerschulung. Eine aufgabenspezifische Schulung der Ordner soll verbindlich in das Lizenzierungsverfahren aufgenommen werden.

Stadionverbote. Positives Verhalten soll belohnt und die Kommunikation intensiviert werden – und gleichzeitig soll die 2007 erfolgte Verkürzung der Höchstdauer von Stadionverboten von fünf auf drei Jahre rückgängig gemacht werden.

Fanclubs. Fanclubs, die nicht bereit sind, sich mit ihrem Verein auf eine Vereinbarung zu verständigen, sollen keine Eintrittskarten mehr erhalten; bei Verstößen gegen die Vereinbarung sollen Privilegien wie Banner und Blockfahnen schrittweise entzogen werden.

Gästekontingent. Bei wiederholten Verstößen auswärts könnte das Kontingent für die Gastmannschaft von zehn auf fünf Prozent reduziert und auf Sitzplätze beschränkt werden.

Sportgericht. Strafen gegen Vereine sollen auch auf Bewährung möglich sein, und bei der Strafzumessung könnte es Erleichterungen geben, wenn ein Klub sich aktiv an der Tätersuche beteiligt.

Prävention. DFB und Liga erhöhen im Rahmen der Drittelfinanzierung ihren Zuschuss auf 50 Prozent und stellen zusätzliche Mittel für Studien bereit.

Worum es tatsächlich ging

Die Liste verschiebt den Gegenstand. In der öffentlichen Auseinandersetzung stand die Pyrotechnik im Mittelpunkt; im Papier steht sie in einem Halbsatz. Was darin steht, sind Eingriffe in den Zugang: Karten für Fanclubs, Kontingente, Stehplätze, und die Verlängerung von Stadionverboten.

Wer sich fragt, warum in diesem Winter bundesweit zwölf Minuten und zwölf Sekunden geschwiegen wurde, findet hier die Antwort – und nicht in den Debatten über bengalische Feuer.

Die zwei Punkte mit der größten Wirkung

Der Entzug von Karten für Fanclubs ohne Vereinbarung mit ihrem Verein hätte die Organisationsform getroffen, die in dieser Sammlung als tragende Infrastruktur der Fanszenen dokumentiert ist – Fanclubs mieten Hallen, organisieren Fahrten, legen Unterschriftenlisten aus.

Und die Halbierung des Gästekontingents bei Sitzplatzpflicht hätte Auswärtsfahrten in ihrer bisherigen Form beendet. Zehn Prozent sind der Standard, auf den sich jede Reiseplanung stützt.

36 Vereine, zwei Gegenstimmen zum Gesamtkonzept

Am 12. Dezember 2012 stimmten 36 Vereine ab; die meisten Anträge erhielten mehr als dreißig Stimmen, zwei Vereine lehnten das Konzept vollständig ab. Beschlossen wurde eine gegenüber diesem Papier veränderte Fassung.

Zwei der härtesten Punkte sind anders ausgegangen als hier vorgesehen: Die Höchstdauer von Stadionverboten wurde nicht auf fünf Jahre zurückgesetzt, sondern Ende 2013 in Monaten gestaffelt, mit einer Höchstgrenze von 60 Monaten nur für Wiederholungsfälle mit aktivem Verbot. Und die generelle Kürzung der Gästekontingente ist nicht eingeführt worden.

Die einzige kompakte Fassung der Ausgangsforderungen

Erhalten ist damit der Stand von September. Über das Ergebnis vom Dezember 2012 gibt es Berichte; über das, was im September vorlag, existiert diese Aufstellung – und der Unterschied zwischen beidem ist das, was die Proteste dieses Winters erreicht haben.