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Dortmund-Blog

Drei Spiele in fünf Tagen

Ende Februar 2013 besuchte der Autor drei Spiele in fünf Tagen. Der Bericht darüber ist kein Spielbericht: Von den 90 Minuten in Köln steht ein Absatz da, vom Rest handelt er von Wegen, Sperren und Parkplätzen.

Damit ist er eine der genaueren Quellen dieser Sammlung zu der Frage, wie Sicherheitskonzepte im Betrieb aussehen.

Köln: die Gruppe vor dem Stadion

Vor dem Zweitligaspiel gegen Union Berlin sammelte sich auf dem Vorplatz eine Gruppe von geschätzt zwanzig bis fünfundzwanzig Personen. Es kam zu Handgreiflichkeiten; Polizei einschließlich Reiterstaffeln rückte nach, setzte Schlagstöcke ein und schloss die Gruppe noch vor dem Anpfiff ein. Sie verfolgte das Spiel von außen.

Der Autor sah das von einem Platz auf der Südtribüne durch eine durchsichtige Trennwand und schreibt, er habe zunächst nicht erkennen können, welchem Verein die Gruppe angehörte – beide spielen in Rot und Weiß. Die Einordnung ergab sich aus dem Ablauf und wurde durch die späteren Stellungnahmen bestätigt.

Sein eigener Kommentar dazu ist keine Verteidigung: Er nennt die Anreise von 500 Kilometern für eine solche Auseinandersetzung sinnlos und hält das Einkesseln für die richtige Antwort. Das ist in dieser Sammlung selten so deutlich – ein Fanblog, der eine Polizeimaßnahme gegen eine Fangruppe ausdrücklich billigt.

Köln: die Trennung, die keine war

Nach dem Spiel stand auf dem Weg zur Bahn eine Polizeikette. Zur Begründung wurde auf verletzte Beamte und die eigene Sicherheit verwiesen, zur Dauer auf zwanzig bis dreißig Minuten. Auf die Frage nach einer Alternative kam der Hinweis, man könne um das Stadion herumgehen.

Der Autor tat das – und stand auf der anderen Seite wieder gemischt mit denselben Gästefans am Zug. Damit ist die Maßnahme beschrieben: Sie hielt niemanden auf, sie verlängerte den Weg.

Sein Vorschlag ist der, den die Debatte jener Jahre kannte und der unbeliebt war: Gästefans bei Vorfällen im Block zu halten, wie es international üblich sei, und dabei auf Rücksicht bei Sonderzügen zu verzichten. Er stammt hier aus einer Fanszene, nicht aus einem Innenministerium – und das ist der Punkt, an dem sich diese Position von der Kritik am Sicherheitspapier derselben Monate unterscheidet.

Mönchengladbach: der Busparkplatz

Die zweite Beobachtung ist eine über Architektur. Das Stadion liegt außerhalb der Stadt, und die Parkplätze für Gästebusse sind hinter der Heimkurve angelegt. Wer mit dem Bus anreist, geht deshalb an der Heimtribüne vorbei und um das Stadion herum zum Gästebereich.

Das ist eine Konstruktion, die Begegnungen erzwingt, die jedes Konzept verhindern will – und sie lässt sich nachträglich nicht ändern. Der Autor hält an dieser Stelle fest, dass die Trennung im eigenen Stadion in Dortmund ebenso schlecht gelöst sei, und verweist auf die Vorfälle rund um das Derby des vorangegangenen Herbstes.

Diese Selbstanwendung ist der Grund, aus dem der Absatz brauchbar ist. Ein Vorwurf über die Bauweise eines fremden Stadions ist billig; derselbe Vorwurf über das eigene ist eine Feststellung.

München: Abmarsch, Choreografie, Gesten

Beim Pokalviertelfinale am Mittwochabend trafen auf dem Vorfeld Anhänger beider Seiten aufeinander; Provokationen und Handgreiflichkeiten folgten, bis die Polizei eine Kette bildete. Auch das ist eine Abmarschphase, die nicht funktioniert hat.

Im Stadion beobachtete der Autor, wie Beamte während des gesamten Spiels ohne erkennbaren Grund auf dem Fluchtweg hinter dem Oberrang hin und her gingen. Er zieht daraus keinen Vorwurf, nur den Schluss, dass es kalt war.

Der Gastgeber feierte an diesem Tag das Gründungsdatum seines Vereins – der 27. Februar – mit einer Choreografie, deren Banner zuerst in den Farben des Gastes gehalten waren, mit einem Schriftzug über die Stadt, und danach in die eigenen Farben wechselten, mit einem Schriftzug über den Verein. Der Autor nimmt den ersten Teil als Anlass für einen Witz und den zweiten als Auflösung.

Ernst wird der Absatz an einer Stelle: bei den Gesten in Richtung der Gäste nach dem Schlusspfiff, die er als obszön beschreibt und die neben Kindern gezeigt wurden. Das ist der einzige Vorwurf des Textes, der sich nicht an ein Konzept richtet, sondern an Zuschauer.

Was aus den drei Tagen folgt

Dreimal dieselbe Schwachstelle. Nicht der Block, nicht der Einlass, nicht die Kontrolle – sondern der Weg davor und danach: Vorplatz, Bahnsteig, Busparkplatz, Abmarsch.

Diese Sammlung enthält Dutzende Beiträge über Maßnahmen im Stadion, von Ganzkörperkontrollen bis zu Zelten am Gästeeingang. Der Bericht über drei Spiele in fünf Tagen zeigt, dass die Vorfälle regelmäßig dort geschahen, wo das Konzept endet.

Häufige Fragen

Verfahren und Fristen

Um welche Spiele geht es?

Um ein Zweitligaspiel in Köln gegen Union Berlin, um ein Pokalviertelfinale in München und um eine Beobachtung zur Anlage des Stadions in Mönchengladbach – drei Termine innerhalb von fünf Tagen im Februar 2013.

Was ist eine Fantrennung?

Die räumliche Trennung von Heim- und Gästefans auf An- und Abreisewegen, meist durch Polizeiketten, getrennte Zugänge und zeitversetztes Verlassen des Stadions. Sie ist Bestandteil jedes Sicherheitskonzepts und in der Praxis der schwächste.

Was ist die zentrale Beobachtung?

Dass die Konzepte an der Bauweise scheitern: Wo Wege sich kreuzen oder eine Sperre umgangen werden kann, hilft keine Polizeikette – und der Autor nennt das eigene Stadion als Beispiel dafür.